Vizepräsident Mike Pence bei der Pressekonferenz im Weißen Haus.iU.S. Vice President Mike Pence adjusts his protective face mask as he leads a White House coronavirus disease (COVID-19) task force briefing at the Education Department in Washington, U.S., July 8, 2020. REUTERS/Carlos Barria Foto: Carlos Barria/Reuters
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Update Rekordzahl in der Corona-Pandemie Mehr als drei Millionen bestätigte Infektionen in den USA

In den USA steigt die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten über eine symbolische Schwelle. Experten sehen kein Ende der ersten Welle.

In den USA hat die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen die Schwelle von drei Millionen überschritten. Das sagte Vizepräsident Mike Pence am Mittwoch in Washington. Bislang seien mehr als 39 Millionen US-Bürger auf das neuartige Coronavirus getestet worden.

Auch die Johns-Hopkins-Universität meldete mehr als drei Millionen registrierte Coronavirus-Fälle - die mit großem Abstand höchste Zahl weltweit. Mehrere Bundesstaaten meldeten am Dienstag neue Höchstwerte an täglichen Neuinfektionen.

Die Behörden in Florida warnten, es sei absehbar, dass nicht genügend Intensivbetten in den Krankenhäusern für die erwarteten schweren Covid-19-Fälle vorhanden seien. Allein am Dienstag wurden in den gesamtem USA über 50.000 neue Infektionen amtlich erfasst.

Mehr als 131.000 Amerikaner sind bislang an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. In keinem Land gibt es mehr Todesfälle oder Infektionen.

Das Institut für Kennziffern und Bewertungen für Gesundheitswesen (IHME) an der Universität Washington teilte mit, im Herbst sei mit einer neuen Beschleunigung der Ausbreitung des Virus zu rechnen.

Nach Hochrechnungen der Wissenschaftler wird die Zahl der Corona-Toten bis November auf 208.000 steigen.

Trump zieht sich aus der Verantwortung

Die Hoffnungen auf eine Verlangsamung der Ausbreitung der Infektionen im Sommer hätten sich zerschlagen. "Die USA habe kein wirkliches Ende der ersten Welle der Pandemie erfahren", sagte IHME-Direktor Christopher Murray. Sollte es im Herbst zu einer zweiten Welle kommen, würden jene Bundesstaaten besonders betroffen sein, die bereits jetzt hohe Infektionsraten hätten.

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US-Präsident Donald Trump führt die Entwicklung nicht auf unterlassene Maßnahmen gegen die Pandemie zurück, sondern auf die steigende Zahl von Corona-Tests. Trump, dessen Beliebtheitswerte in der Corona-Krise gesunken sind und der sich im Herbst der Wiederwahl stellt, dringt auf eine Rückkehr zur Normalität.

Am Dienstag erklärte er, er verlasse sich auf die Gouverneure der Bundesstaaten, dass die Schulen im Herbst wiedereröffnet würden. (Reuters)

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