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Emma Watson, Schauspielerin aus Großbritannien Foto: dpa/Evan Agostini/Invision/AP
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Pro-palästinensischer Instagram-Post Emma Watson wird Antisemitismus vorgeworfen

Schauspielerin Emma Watson erregt mit einem Post auf Instagram Aufsehen und wird als Antisemitin bezeichnet. Eine Diskussion über Solidarität entbrennt im Netz.

Ein Tweet der britischen Schauspielerin Emma Watson brach eine Welle der Empörung los. Nach einem Post auf der Plattform Instagram wird dem Harry-Potter-Star von einigen Seiten Judenfeindlichkeit vorgeworfen. Doch es gibt auch Stimmen, die die 31-Jährige unterstützen.

Der Instagram-Post Watsons zeigt ein Foto von Demonstrierenden, die Schilder unter anderem mit der Aufschrift „Free Palestine“ in den Händen halten. Auf dem Foto steht „Solidarity is a verb“. Übersetzt heißt das „Solidarität ist ein Verb“.

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In ihrem Instagram-Post zitiert Watson zudem Sara Ahmed, eine britische Wissenschaftlerin und Aktivistin: „Solidarität setzt nicht voraus, dass unsere Kämpfe die gleichen Kämpfe sind, oder dass unser Schmerz derselbe Schmerz ist oder dass unsere Hoffnung auf die Zukunft dieselbe ist. Solidarität erfordert Engagement, Arbeit sowie die Erkenntnis, dass wir, auch wenn wir nicht die gleichen Gefühle, das gleiche Leben oder den gleichen Körper haben, wir auf einer gemeinsamen Grundlage leben.“

Der ehemalige israelische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Danny Danon, warf daraufhin der Schauspielerin Judenfeindlichkeit vor. Auf Twitter schrieb er: „10 Punkte von Gryffindor dafür, ein Antisemit zu sein“.

Damit spielt der ehemalige Wissenschaftsminister im Kabinett Benjamin Netanyahus auf eines der vier Häuser von Hogwarts, der Schule für Zauberei in den Harry-Potter-Büchern, an. Watson spielt in der Buch-Verfilmung Hermine Granger und gehört dabei dem Haus Gryffindor an.

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In eine ähnliche Kerbe schlägt der derzeitige israelische Uno-Botschafter Gilad Erdan. „Die Fiktion mag in Harry Potter funktionieren, aber sie funktioniert nicht in der Realität“, soll Erdan laut dem Nachrichten Sender CNN gesagt haben. „Wenn es so wäre, könnte die Magie, die in der Welt der Zauberer verwendet wird, die Übel der Hamas und der Palästinenser beseitigen. Das würde ich befürworten“, so Erdan.

Die Präsidentin der jüdischen Studierendenunion in Deutschland, Anna Staroselski, kritisiert Watson ebenfalls. Auf Twitter schrieb sie: „Emma Watson ist eine tolle Schauspielerin & wichtige Stimme in politischen Debatten gewesen. Die Enttäuschung darüber, dass Sie eine #BDS-Unterstützerin zitiert & BDS legitimiert ist groß. Womöglich hat sie sich in der Bibliotheks-Abteilung „magische Fehlinformationen“ vergriffen?“

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Unterstützung kam unter anderem von Leah Greenberg. Sie ist Co-Chefin von Indivisible Project, einer gemeinnützigen Organisation. „Ein perfektes Beispiel für die absolut zynische und böswillige Instrumentalisierung des Antisemitismus, um grundlegende Solidaritätsbekundungen mit dem palästinensischen Volk zu unterbinden“, twitterte sie.

Auch die britische Tory-Abgeordnete Sayeeda Warsi zeigte sich solidarisch mit der Schauspielerin und schrieb: „Solidarität mit den Palästinensern ist kein Antisemitismus. Entsetzliche Kommentare des ehemaligen israelischen Botschafters bei der UNO. Diese ständigen Versuche, jegliche Unterstützung für die Palästinenser zu unterdrücken, müssen angeprangert werden.“

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