Der demokratische Trump-Herausforderer Joe Biden Foto: AFP/Getty Images/Drew Angerer
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Premiere bei „Scientific American“ Ältestes US-Wissenschaftsmagazin gibt Wahlempfehlung – für Biden

„Scientific American“ legt sich erstmals vor einer Wahl auf einen Kandidaten fest. Trump habe den USA schweren Schaden zugefügt, schreibt das US-Magazin.

Erstmals in seiner 175-jährigen Geschichte gibt das US-Wissenschaftsmagazin "Scientific American" eine Wahlempfehlung ab - für den demokratischen Herausforderer Joe Biden. "Uns fällt das nicht leicht", heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten Leitartikel zur Oktoberausgabe des Magazins. "Die Beweise und die Wissenschaft zeigen, dass Donald Trump den USA und ihrem Volk schweren Schaden zugefügt hat - weil er Beweise und Wissenschaft ablehnt."

Das verheerendste Beispiel dafür sei die "unehrliche und unangemessene" Reaktion des US-Präsidenten auf die Corona-Pandemie, die bislang fast 200.000 US-Bürgern das Leben kostete. Aber auch sein Leugnen des Klimawandels und Angriffe auf das Gesundheitssystem zitieren die Wissenschaftler als verantwortungslos. "Deshalb fordern wir Sie dringend auf, für Joe Biden zu stimmen, der faktenbasierte Pläne zum Schutz unserer Gesundheit, unserer Wirtschaft und der Umwelt anbietet."

Das 1845 gegründete Magazin ist nach eigenen Angaben das älteste durchgängig erscheinende Magazin der USA und erreicht zehn Millionen Menschen weltweit.

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Unterdessen erneuerte Trump seinen Vorwurf an Biden, dieser nehme vermutlich Aufputschtabletten, um seine Leistungsfähigkeit bei Diskussionen zu steigern. "Er nimmt etwas, oder Sie wissen schon, gibt ihm etwas Klarheit, oder was auch immer", sagte Trump am Dienstag in einem Interview mit dem Sender Fox News. Er forderte Biden erneut auf, vor den Fernsehduellen mit ihm einen Drogentest zu machen.

Auch er werde sich einem Drogentest unterziehen, sagte Trump, der am 3. November eine Wiederwahl anstrebt. Trump verspottet seinen drei Jahre älteren Herausforderer, der in Umfragen vor ihm liegt, seit langem als "Sleepy Joe" (Schläfrigen Joe). (AFP)

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