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In Freiburg kam es am Wochenende zu einem Messerangriff. Foto: Sebastian Gabsch/PNN
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Opfer erlitt leichte Schnittverletzungen AfD-Kommunalpolitiker greift mutmaßlichen Ersthelfer mit Messer an

In Freiburg wurden mehrere Menschen mit Pfefferspray und einem Messer attackiert. Der Täter kandidierte für die AfD und gibt vor, sich verteidigt zu haben.

Am Wochenende ist es im Freiburger Stadtteil Unterwiehre zu einem Messerangriff auf einen 61-jährigen gekommen. Nach Angaben eines lokalen, linken Internetportals soll dem Angriff ein verbaler Streit vorausgegangen sein.

Demnach hätten zwei Jugendliche den 39-jährigen Robert H., der 2019 als AfD-Politiker für den Freiburger Gemeinderat kandidierte, auf der Straße erkannt und als „Faschisten“ beschimpft. Daraufhin sei H. den beiden Jugendlichen hinterhergelaufen.

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Nach einem Wortgefecht soll der AfD-Kommunalpolitiker die Personen, die der linken Szene zugerechnet werden können, schließlich mit Pfefferspray attackiert haben. Als ein vorbeifahrender Autofahrer anhält, um den Angegriffenen erste Hilfe zu leisten, habe H. plötzlich ein Messer gezückt und auf den 61-jährigen Ersthelfer eingestochen.

Das Opfer wurde nach Polizeiangaben mit leichten Schnittverletzungen im Oberkörper ins Krankenhaus eingeliefert und konnte die Klinik nach Abschluss der Behandlungen wieder verlassen.

Ex-AfD-Kandidat gibt eine andere Schilderung des Vorgangs zu Protokoll

Anders stellt sich die Situation aus Sicht des ehemaligen AfD-Kandidaten Robert H. dar. Demnach soll der 39-jährige von drei Personen körperlich angegriffen worden sein und hätte sich schließlich mit Pfefferspray und einem Messer „verteidigt“. Laut Freiburger Polizei, seien Beamte um 17:00 Uhr alarmiert worden, weil der 39-jährige am Telefon angab, angegriffen worden zu sein.

Obwohl die Polizei dem Tagesspiegel gegenüber verschiedene Darstellungen des Geschehens bestätigte, ist in der Pressemitteilung lediglich die Perspektive von H. dargestellt. Die Kriminalpolizei ermittelt gegen alle Beteiligten, inklusive des 61-jährigen Niedergestochenen, wegen Körperverletzung.

Gegen den Kommunalpolitiker ist ein Verfahren wegen Körperverletzung anhängig

Der Kommunalpolitiker H. ist seit Jahren eines der bekanntesten Gesichter der rechten bis rechtsextremen Szene Freiburgs. Mehrmals trat er im Rahmen von AfD-Kundgebungen als Redner auf, seine Gemeinderatskandidatur 2019 blieb erfolglos. Im vergangenen Jahr war H. immer wieder bei Veranstaltungen der lokalen „Querdenken“-Szene präsent und nahm unter anderem an Autokorsos der Corona-Bewegung teil.

Gegen den 39-jährigen ist aktuell ein Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung anhängig, weil er 2019 gemeinsam mit dem ehemaligen AfD-Politiker Dubravko Mandic mehrere Personen der linken Szene mit Pfefferspray und einer Metallzange attackiert haben soll. Mandic, der in diesem Jahr für den Baden-Württemberger Landtag kandidierte und scheiterte, wurde infolge des Angriff zu einer sechsmonatigen Haftstrafe, ausgesetzt zu zwei Jahren Bewährung verurteilt. Da Mandic Beruf eingelegt hat, ist das Urteil noch nicht rechtskräftig.

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