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In der vom Hochwasser stark betroffenen Gemeinde Schuld laufen die Aufräumungsarbeiten auf Hochtouren. Foto: Thomas Frey/dpa
© Thomas Frey/dpa

Nicht vergleichbar mit der Hochwasserkatastrophe Gewitter, Starkregen und Sturmböen im Westen möglich

Nicolas Lepartz

Den von der Flutkatastrophe betroffenen Gebieten drohen neue Unwetter. Es besteht die Gefahr, dass das Wasser nicht vernünftig ablaufen kann.

Diesmal will man gewappnet sein. Trotz des guten Wetters am Freitag hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) für mehrere Bundesländer Unwetterwarnungen für das Wochenende ausgesprochen. Vor allem im Südwesten des Landes werden Gewitter, Sturmböen, Starkregen und Hagel vorhergesagt.

Insbesondere in Baden-Württemberg, aber auch in den von der Flutkatastrophe vergangene Woche besonders schwer getroffenen Ländern Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz können vereinzelt Unwetter mit Starkregen auftreten. Ausmaße wie in der vergangenen Woche sind aber nicht zu befürchten – ein gewisses Risiko gibt es aber trotzdem.

Im Lauf des Sonnabends warnt der DWD vor lokal begrenztem Starkregen unter anderem in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Dabei müsse je nach Bundesland mit 40 Litern pro Quadratmeter gerechnet werden. In Baden-Württemberg seien auch bis zu 80 Liter möglich. Eine Regionalisierung sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht möglich, erklärte ein Sprecher am Freitag. Man könne frühestens am Samstag entsprechend konkrete Warnungen rausgeben.

Dass das Unwetter aber so heftig wird wie in der vergangenen Woche, davon scheint niemand auszugehen. Die angekündigte Menge an Regen sei nicht vergleichbar mit der Menge der Flutkatastrophe in der vergangenen Woche, erklärte das Landesumweltamt in Nordrhein-Westfalen. Es handele sich eher um „übliche Sommergewitter mit den dazu üblichen Regenmengen“.

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Auch der Präsident der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Rheinland-Pfalz, Thomas Linnertz, erklärte, Hochwassergefahr für die Ahl bestehe nicht. Der ADD koordiniert den Krisenstab in Rheinland-Pfalz.

Ähnlich schätzen die zuständigen Stellen in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen die Situation ein. Manfred Bremicker von der Hochwassermeldezentrale in Baden-Württemberg erklärte: „Derzeit sind noch keine Unwetterwarnungen aktiv, aber wir behalten die Lage im Blick“.

Dernau in Rheinland-Pfalz: Bagger beseitigen nach dem Hochwasser den Schutt auf den Straßen des Örtchens. Foto: Thomas Frey/dpa Vergrößern
Dernau in Rheinland-Pfalz: Bagger beseitigen nach dem Hochwasser den Schutt auf den Straßen des Örtchens. © Thomas Frey/dpa

Sollte es im Laufe des Tages konkrete Warnungen bezüglich einer Hochwassergefahr seitens des DWD geben, würden in Baden-Württemberg mehr als 400 Dienststellen informiert werden. Zudem betreibe das Land an 60 Standorten sogenannte Aktivmeldepegel, die bei kritischen Wasserständen automatisch die Rettungsleitungen informieren würden.

Müll, Treibholz und zerstörte Infrastruktur könnten zum Problem werden

Durch die Flutkatastrophe in der vergangenen Woche befinde man sich aber in einer Sondersituation, erklärt das Landesumweltamt Nordrhein-Westfalen. Da die Flut vergangene Woche vieles zerstört hat, besteht die Gefahr, dass bei erneutem Starkregen – so gering er auch sein mag – das Wasser nicht vernünftig ablaufen kann, weil Abflüsse durch Müll, Treibholz oder zerstörte Infrastruktur verstopf seien.

Dies könne in den von dem Hochwasser besonders betroffenen Gebieten zu Problemen führen, auf die man aber vorbereitet sei.

Derweil hat die Deutsche Bahn am Freitag erklärt, dass Flutkatastrophe für den Konzern nach einer ersten Schätzung Schäden von rund 1,3 Milliarden Euro verursacht hat. „In dieser Dimension wurde unsere Infrastruktur noch nie auf einen Schlag zerstört“, sagte der Vorstand Anlagen- und Instandhaltungsmanagement der DB-Tochter Netz AG, Volker Hentschel. Für den Löwenanteil der Schäden habe die Bahn wohl keinen Versicherungsschutz. Besonders gravierend seien die Schäden an über 50 Brücken, sagte Hentschel.

Die Fluten hätten auch Stationen und Haltepunkte sowie die Technik stark in Mitleidenschaft gezogen. 180 Bahnübergänge, knapp 40 Stellwerke, mehr als 1000 Oberleitungs- und Signalmasten, Energieanlagen sowie Aufzüge und Beleuchtungsanlagen in den Bahnhöfen seien betroffen. „Unser Ziel ist es, dass wir etwa 80 Prozent der beschädigten Infrastruktur bis Jahresende wieder auf Vordermann bringen können“, sagte Hentschel.(mit Reuters)

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