US-Militärfahrzeuge fahren auf der Straße eines Truppenübungsplatzes Foto: Ralf Hirschberger/dpa-Zentralbild/dpa
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Linke spricht von „Provokation“ USA wollen Truppenverlegung durch Deutschland nach Osteuropa üben

Im nächsten Jahr wollen die USA die Verlegung von Soldaten im Rahmen der Übung „DEF20“ trainieren. Es nehmen neben Deutschland 15 weitere Nato-Staaten teil.

Die USA wollen im kommenden Jahr im Rahmen einer großangelegten Militärübung die schnelle Verlegbarkeit von Truppen durch Deutschland nach Osteuropa trainieren. Die USA planten im Rahmen der Übung „DEF 20" die Verlegung einer Division aus den USA in Übungsräume mit Schwerpunkten in Polen und dem Baltikum, heißt es in einem Schreiben des Verteidigungsministeriums an die Obleute des Bundestagsverteidigungsausschusses, das der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch vorlag.

Die Hauptverlegezeiten der US-Verbände in Europa werden demnach von Februar bis in den Mai 2020 hineinreichen, die Kernzeit der Verlegung durch Deutschland solle zwischen April und Anfang Mai 2020 liegen. Während der Osterfeiertage solle es keine Truppenbewegungen geben.

Unterstützt werden die US-Truppen dem Schreiben zufolge durch drei „Convoy Support Center" in Garlstedt, Burg und der Oberlausitz. An der Übung sollen neben den USA und Deutschland 15 weitere Nato-Staaten teilnehmen. Die Bundeswehr soll sich in Deutschland, Polen und Litauen an der Militärübung beteiligen.

„Mit der Übung geben die USA ein deutliches Bekenntnis zur Sicherheit Europas ab", heißt es in dem Schreiben weiter. „Dies begrüßt die Bundesregierung ausdrücklich." Deutschland habe ein wesentliches Interesse daran, im Rahmen der Übung „DEF 20" unter Beweis zu stellen, „dass wir auch als Drehscheibe und Transitland unsere zentrale Rolle in der NATO erfüllen und damit einen substantiellen Beitrag für die gemeinsame europäische und euroatlanische Sicherheit leisten können".

Der Linken-Obmann im Verteidigungsministerium, Alexander Neu, kritisierte die Übung als „neuerliche geplante Provokation gegenüber der russischen Seite". „Die Vokabeln Deeskalation, Frieden und Abrüstung scheinen im Wortschatz der Nato nicht mehr zu existieren", erklärte er. (AFP)

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