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Ein Plakat des polnischen Künstlers Wojciech Korkuc stellt unteren anderem Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier in eine Reihe mit Adolf Hitler und Joseph Goebbels. Foto: Doris Heimann/dpa
© Doris Heimann/dpa

Kunstaktion vor Baerbock-Besuch Plakat mit Merkel-Hitler-Collage mahnt Reparationen an Polen an

Die Ex-Kanzlerin in einer Reihe mit NS-Verbrechern: Ein Zeichner schöpft die Kunstfreiheit in Polen voll aus. Es geht um Entschädigungszahlungen.

Vor dem Antrittsbesuch der neuen deutschen Außenministerin Annalena Baerbock in Polen am Freitag verleiht eine drastische Plakataktion in Warschau polnischen Reparationsforderungen für Kriegsschäden Nachdruck.

Die Poster zeigen unter anderen die Ex-Kanzlerin Angela Merkel und den Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier sowie den deutschen Botschafter in Warschau, Arndt Freytag von Loringhoven, in einer Reihe mit Adolf Hitler und dem NS-Propagandaminister Joseph Goebbels.

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„Sehr geehrter Herr Freytag, können sich die deutschen Verantwortlichen, die so interessiert sind an der Rechtsstaatlichkeit in anderen Ländern, endlich mit Deutschlands skandalöser Rechtlosigkeit auseinandersetzen und Polen Reparationen für die Schäden und Kriegsverbrechen des Zweiten Weltkrieges zahlen?“, steht auf Englisch und Polnisch auf den Plakaten.

Hinter der Aktion steckt der Zeichner Wojciech Korkuc. Er sorgte bereits 2020 mit Plakaten zum Thema Entschädigungen für Aufsehen. „Die zuletzt wiederholte ‚deutsche moralische Verantwortung‘ ohne materielle Wiedergutmachung ist nur ein leerer Goebbels-Slogan“, sagte Korkuc der Deutschen Presse-Agentur.

Auf den Postern prangt neben den Logos rechtsnationaler Medien auch das Zeichen des polnischen Kulturministeriums. Eine regierungsnahe Stiftung hat das Projekt gefördert.

Polens Regierungschef Mateusz Morawiecki hatte kürzlich die Gründung eines Instituts für Kriegsschäden bekanntgegeben. Es soll die Bemühungen um die Erforschung sämtlicher Kriegsschäden institutionalisieren und sich auch mit der weiteren Verfolgung der Reparationsansprüche befassen.

Für die Bundesregierung ist das Thema rechtlich und politisch abgeschlossen. Sie beruft sich vor allem auf den Zwei-plus-Vier-Vertrag über die außenpolitischen Folgen der deutschen Einheit von 1990. (dpa)

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