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Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Linda Thomas Greenfield (2.v.r.) warnt vor einem türkischen Krieg in Syrien. Foto: Timothy A. Clary/AFP
© Timothy A. Clary/AFP

Update Humanitäre Krise droht USA kritisieren Türkei wegen geplanter Offensive in Syrien

Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen warnt davor, dass eine türkische Offensive auch US-Truppen gefährden könnte. Russland äußert sich besorgt.

Die USA zeigen sich besorgt über die von der Türkei angekündigte Offensive gegen Kurden im Norden Syriens. Dadurch könnten dort stationierte US-Truppen gefährdet und die Region destabilisiert werden, warnte die US-Regierung am Donnerstag.

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"Wir haben mit der türkischen Regierung gesprochen und uns gegen militärische Maßnahmen auf der syrischen Seite der Grenze gestellt", sagte die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Linda Thomas Greenfield, in der türkischen Stadt Hatay nahe der syrischen Grenze. Nichts sollte getan werden, um den Waffenstillstand zu brechen.

Russland zeigte sich besorgt wegen eines drohenden türkischen Angriffs. „Wir hoffen, dass Ankara auf solche Aktionen verzichtet, die zu einer gefährlichen Verschlechterung der ohnehin komplizierten Lage in Syrien führen“, sagte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, am Donnerstag in Moskau.

Russland habe zwar Verständnis dafür, dass die Türkei ihre Sicherheit aus den syrischen Grenzregionen bedroht sehe. Die Sicherheit sei aber am besten zu gewährleisten, wenn Einheiten der syrischen Regierung entlang der Grenze stationiert würden, sagte Sacharowa.

Die von den USA unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), zu denen kurdische Kräfte gehören, warnten, eine Offensive könne eine humanitäre Krise auslösen. Zudem könne der Kampf gegen die Extremistengruppe Islamischer Staat gefährdet werden.

[Lesen Sie auch: Die nächste Invasion: Warum Erdogan keine Sanktionen fürchten muss, sollte er Syriens Kurden angreifen (T+)]

Ziel der Türkei sei die Schaffung einer 30 Kilometer breiten Sicherheitszone entlang der türkischen Südgrenze, hatte Erdogan am Mittwoch angekündigt. In den vergangenen Tagen habe die Gewalt in dem Grenzgebiet zugenommen, sagten Informierte auf beiden Seiten der Nachrichtenagentur Reuters. Es wurden jedoch keine großen militärischen Bewegungen bemerkt.

Die Türkei bezeichnet kurdische Milizen in Syrien und im Irak als Terroristen. Sie ist seit 2016 vier Mal nach Nordsyrien vorgedrungen. Nato–Verbündete - insbesondere die USA - haben sich gegen diese Einsätze ausgesprochen. Der Streit spielt auch eine Rolle bei der Diskussion über eine Aufnahme von Finnland und Schweden in die Nato. Erdogan hat sich dagegen gestellt und dabei unter anderem auf Waffenembargos verwiesen, die 2019 von Schweden wegen einer Offensive in Nordsyrien verhängt worden waren. (Reuters)

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