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Blick auf Kuppel des Reichstags Foto: dpa/Paul Zinken
© dpa/Paul Zinken

Hackerangriff von auf Bundestag Bundesanwaltschaft erwirkt Haftbefehl gegen Russen

Dimitri Badin soll 2015 mit der Hackertruppe „Fancy Bear“ zahlreiche Daten aus dem Bundestag erbeutet haben. Dahinter steckt ein russischer Geheimdienst.

Fünf Jahre nach dem Angriff russischer Hacker auf den Bundestag hat die Bundesanwaltschaft einen Haftbefehl gegen einen Tatverdächtigen erwirkt. Der Beschuldigte Dimitri Badin wird verdächtigt, gemeinsam mit weiteren Hackern im Auftrag des russischen Militärgeheimdiensts GRU von April 2015 an mehrere Wochen den Bundestag attackiert und Daten im Volumen von mindestens 16 Gigabyte erbeutet zu haben. Um den Angriff zu stoppen, musste das Netz des Bundestages abgeschaltet werden.

Der Verdächtige soll der Hackergruppe „Fancy Bear“ angehören

Die Bundesanwaltschaft wirft Badin geheimdienstliche Agententätigkeit und Ausspähen von Daten vor. Sicherheitskreise bestätigten am Dienstag einen Bericht von „Süddeutscher Zeitung“, WDR und NDR zum Fall Badin. Die deutschen Behörden halten den Russen für ein Mitglied der Hackertruppe „Fancy Bear“, die auch für Angriffe auf die Demokratische Partei im US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 und auf die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA im selben Jahr verantwortlich sein soll. Das FBI ermittelt gegen Badin, US-Sonderermittler Robert Mueller erhob 2018 wegen der beiden Attacken Anklage gegen den Hacker. Badin hält sich vermutlich in Russland auf.

Putin will westliche Staaten destabilisieren

Die Hackerangriffe sind nach Ansicht von Sicherheitsexperten Teil einer langfristigen Kampagne des Putin-Regimes zur Destabilisierung westlicher Staaten. Anlass sind vor allem die Sanktionen gegen Russland wegen der Annektion der Krim und der Unterstützung prorussischer Separatisten im Bürgerkrieg in der Ost-Ukraine.

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