Zum Corona-Überblick: Alle Zahlen zu SARS-CoV-2 in Deutschland
Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke).  Foto: Martin Schutt/dpa
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Fragen des Tages Ramelow fragt, wann der Coronaschutz endet, andere wollen wissen, wo schnell ein Impfstoff herkommt

Die diffuse Gedankenwelt des Weizsäcker-Mörders und die zwielichtige Karriere des Robert Koch. Das Corona-Update und mehr Themen in den Fragen des Tages. 

Wie jeden Tag bringen wir Sie mit den Fragen des Tages auf den aktuellen Stand – natürlich mit den passenden Antworten.ie können die „Fragen des Tages“ auch als kostenlosen Newsletter per Mail bestellen. Anmeldung hier.

Das Coronavirus-Update:

• Die aktuellen Zahlen zur Pandemie:
1. Die Johns-Hopkins-Universität meldet weltweit mehr als 5,5 Millionen registrierte Infizierte und knapp 350.000 Tote. 
2. In Deutschland gibt es derzeit nur noch rund 11.000 nachgewiesene, aktive Coronafälle. Auch gestern wurden mit 463 deutlich weniger als 500 Neuinfektionen deutschlandweit registriert, obwohl Montags immer auch noch Fälle vom Wochenende nachgemeldet werden. Zum Vergleich: Am vorvergangenen Montag wurden noch 638 Fälle gemeldet. Alle aktuellen Daten aus den Landkreisen und für Deutschland finden Sie in unserer interaktiven Karte.
                     
      • Wie viel Corona-Schutz brauchen wir noch? Diese Frage warf heute Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow auf, als er auf einer Pressekonferenz sagte: „Wegen 239 Infizierten können wir nicht die Grundrechte aller Thüringer einschränken.“ Woher er die Zahl hatte, ist unklar - weist doch die offizielle Statistik für Thüringen derzeit allein 374 Menschen aus, die in den Krankenhäusern des Landes wegen Covid-19 behandelt werden. 

Wichtiger als die genaue Zahl ist, was Ramelow damit meinte: Das Virus ist nicht mehr verbreitet genug, um mehr als zwei Millionen Menschen harte Einschränkungen des Alltags abzuverlangen. Sicher: Thüringen ist nicht Deutschland. Das Bundesland zählte in den vergangenen 24 Stunden nur zehn (!) Neuinfektionen. Aber die Debatte ab welcher Zahl von Infizierten auch die bundesweiten Regeln wie der Mindestabstand, die Kneipenschließungen und die Personenbegrenzung bei Treffen im öffentlichen Raum aufrechtzuerhalten sind, wird kommen. Die wichtigsten Aussagen Ramelows können Sie in unserem Newsblog nachlesen.                          

       • Wo bleibt eigentlich der Impfstoff gegen das Coronavirus? Die (verständliche) Ungeduld, die in dieser Frage mitschwingt, könnte noch zur Gefahr werden, mahnen meine Kollegen aus dem Wissenschaftsressort. Denn was normalerweise Jahre dauert, soll jetzt innerhalb von Monaten gehen. Möglich erscheint vieles. Auch fatale Fehlschläge.

Schlagzeilen macht beim Thema Impfstoff derzeit auch eine deutsche Firma, auf der weltweit die Hoffnungen liegen: Curevac. Der Stoff, mit dem die Firma schon bald gegen das Virus vorgehen will und die Post-Coronazeit einläuten will, war allerdings ein Zufallsfund eines jungen Doktoranden. Und der ist auch schon 20 Jahre her... die ganze Geschichte von Curevac gibt es hier.                       
       • Die zwielichtige Karriere des Dr. Robert Koch: Robert Koch, dessen 110. Todestag sich morgen jährt und der der Namensgeber des in der Coronakrise entscheidenden Robert Koch-Institutes ist, hinterlässt ein zweifelhaftes Erbe. Auf der einen Seite der Ruhm mit dem Nobelpreis und bahnbrechende wissenschaftlicher Arbeit, auf der anderen Seite aus heutiger Sicht unethische Menschenversuche. Welche Lehren lassen sich in Coronazeiten aus seiner Biographie ziehen?, fragt mein Kollege Paul Starzmann.

                         
       • Forschergruppe listet mögliche Folgen des Corona-Lockdowns auf: Psychischer Druck, schlechtere Bildungschancen, weniger Klimaschutz: Die Corona-Krise hat Nebenwirkungen, über die aus Sicht von Experten zu wenig diskutiert wird. Deshalb haben deutsche Wissenschaftler jetzt eine erste Einschätzung gewagt, welche Folgen die Corona-Regeln haben könnten. Spoiler: Die Nebenwirkungen des Lockdowns werden sich in Zahlen frühestens in einigen Monaten messen lassen. 

Der 57-jährige Angeklagte sitzt hinter Eckart Wähner (r), Verteidiger, vor dem Prozessauftakt um die tödliche Messerattacke gegen Fritz von Weizsäcker, Sohn des früheren Bundespräsidenten R. von Weizsäcker. Foto: Carsten Koall/dpa Vergrößern
Der 57-jährige Angeklagte sitzt hinter Eckart Wähner (r), Verteidiger, vor dem Prozessauftakt um die tödliche Messerattacke gegen Fritz von Weizsäcker, Sohn des früheren Bundespräsidenten R. von Weizsäcker. © Carsten Koall/dpa

Was heute sonst noch wichtig war

          • Die diffuse Gedankenwelt des Weizsäcker-Mörders: Er sei nicht geisteskrank, doch seine Tat ist kaum nachzuvollziehen. Der Mann, der Fritz von Weizsäcker erstach, hat gestanden. Eindrücke aus dem Gericht.        
          • „Schwierigste Phase“ in der Geschichte der Einheit: Der Kommandeur des Spezialkräfte-Kommandos zeigt sich besorgt über Soldaten mit rechter Gesinnung. Er fordert sie auf, die Bundeswehr zu verlassen.           
          • Eine Rolle für die Ewigkeit: „Solo Sunny“-Star Renate Krößner war in den Achtzigern das Gesicht der Defa. Nun ist sie mit 75 Jahren gestorben.  
          • Gurlitt-Recherchen beendet – bei 1000 Werken ist Herkunft unklar: Nach acht Jahren wurden 14 Werke als NS-Raubkunst restituiert. Die Bilanz am Ende der formalen Recherchen: „Es gibt eine ganz große Grauzone“.

Klaus Stuttmann Vergrößern
© Klaus Stuttmann

Unsere Tipps für den Corona-Alltag

Unser Koch-Tipp: In Teil 64 variieren wir einen italienischen Sommerklassiker: Burrata mit Orange.

Unser Hör-Tipp: Der New Yorker Musikerin Katie von Schleicher ist mit „Consummation“ ein beglückendes Indierock-Album gelungen. Zu den Inspirationsquellen zählt Hitchcoks "Vertigo".

Unsere Streaming-Tipps: "In Zeiten des abnehmenden Lichts" am Deutschen Theater und ein Vortrag über Kommunismus in der Topographie des Terrors.

Unser Fitness-Tipp: Diese Übung gibt es mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Neben Wasserflaschen wird dafür nur ein Buch benötigt.

Gibt es was in Fernsehen?

Gleich um 18:30 Uhr den Bundesliga-Kracher Dortmund gegen München. Allerdings nur bei Sky im Pay-TV. 

Wem nicht nach Fußball ist, der kann sich auf Arte ab 20:15 Uhr über die Geschichte der Pille informieren. Einen ersten Eindruck, worum es genau geht, bekommen Sie hier. 

Was sollte ich für morgen wissen?

Am frühen Nachmittag präsentiert die EU-Kommission ihren Vorschlag für ein Programm zur wirtschaftlichen Erholung Europas: EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hat im Auftrag der EU-Staats- und Regierungschefs ein Wiederaufbauprogramm entworfen, das in den nächsten siebenjährigen Haushaltsrahmen der Europäischen Union eingebettet werden soll.

Nach rund neun Jahren will die Nasa erstmals wieder US-Astronauten von den USA aus zur ISS schicken. Auch US-Präsident Donald Trump wird dem Start im Bundesstaat Florida beiwohnen. Alles Wissenwerte dazu, lesen Sie hier. 

Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik und der Fallzahlen für politisch motivierte Kriminalität 2019 mit Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und BKA-Präsident Holger Münch.

Konferenz der Regierungschefs der ostdeutschen Bundesländer mit Kanzlerin Angela Merkel. Dabei wird es sicher auch um den Umgang mit den Corona-Regeln gehen. Thüringen und Sachsen wollen diese deutlich lockern. Merkel ist dagegen.

Zahl des Tages

1160 Euro Kaufkraft haben 1000 Euro im brandenburgischen Landkreis Elbe-Elster. In München sind es dagegen nur 760 Euro. Das sind gleichzeitig die zwei Pole der Orte mit dem günstigsten und teuersten Lebensstandard in Deutschland, wie eine Studie heute auflistete. Noch ein Vorteil der brandenburger Provinz derzeit: In den vergangenen sieben Tagen gab es in dem Kreis keine einzige Corona-Neuinfektion mehr.         

  
Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend, bleiben Sie gesund!

Herzliche Grüße
Ihr
Benjamin Reuter
Leiter Newsroom


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