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Politische Gegner: Donald Trump und Joe Biden kämpfen um den Platz im Weißen Haus.

© Jim WATSON and Dominick Reuter / AFP

Update

US-Wahlkampf in den sozialen Netzwerken: Facebook löscht Trump-Video, Instagram benachteiligt Joe Biden

Der Umgang von Twitter, Facebook und Instagram mit den Bewerbern für die US-Präsidentschaftswahl sorgt für Schlagzeilen. Aber aus ganz unterschiedlichen Gründen.

Facebook hat ein von US-Präsident Donald Trump auf der Plattform veröffentlichtes Video gelöscht. Der Clip habe Falschinformationen zum Thema Coronavirus enthalten, erklärte ein Sprecher des Unternehmens. In dem Ausschnitt eines Interviews mit dem Sender Fox News sagte Trump, Kinder seien in Bezug auf das Coronavirus „fast immun“, weswegen Schulen nach den Sommerferien trotz der Pandemie wieder für normalen Unterricht öffnen sollten.

Facebook erklärte am Mittwoch, die „falsche Behauptung, wonach eine Bevölkerungsgruppe immun ist“, verstoße gegen die Regeln der Plattform zu Corona-Falschinformationen. Kinder können sich auch mit dem Coronavirus infizieren, haben aber in der Regel eher milde Symptome - sie sind nicht „immun“.

Auch auf Twitter schien Trumps Video-Ausschnitt am Mittwochabend wieder gelöscht zu sein. Eine Unternehmenssprecherin sagte nach Angaben der „Washington Post“, Twitter habe die Löschung verlangt.

Bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus bemühte sich Trump am Mittwochabend, seine Bemerkung zu relativieren und verwies auf die zumeist milden Krankheitsverläufe bei Kindern. Trump wiederholte aber seine Forderung, dass die Schulen im Land zum normalen Unterricht zurückkehren sollten. In vielen Großstädten haben Schulbezirke wegen der Pandemie bereits angekündigt, das neue Schuljahr nicht wie gewohnt mit reinem Präsenzbetrieb zu beginnen.

Instagram benachteiligt Joe Biden in den Suchergebnissen

Anders als Twitter war Facebook bisher sehr zurückhaltend im Umgang mit Trumps Posts. Twitter hatte einige Tweets von Trump wegen Gewaltverherrlichung mit einem Warnhinweis versehen oder diese einem Faktencheck unterzogen. Trump kritisiert dies als Zensur.

Auf dem zu Facebook gehörenden sozialen Netzwerk Instagram wiederum soll Trumps Herausforderer Joe Biden benachteiligt worden sein, berichtet die Online-Nachrichtenseite "Buzzfeed News". Für mindestens zwei Monate seien die Ergebnisse bei der Suche für beide Politiker sehr unterschiedlich gehandhabt worden.

Suchten User nach Joe Biden seien ihnen auch Inhalte, die Trump positiv darstellen und Wahlkampfinhalte des US-Präsidenten ausgespielt worden. Wer nach Trump suchte, bekam zum Beispiel nur Trump-eigene Hashtags angezeigt. Sprich, bei Joe Biden kam die Gegenseite prominent in den Suchergebnissen vor, bei Trump nicht.

Instagram verwies gegenüber "Buzzfeed" auf einen technischen Fehler bei der Suchfunktion als Ursache. Hashtags die positive Nachrichten zur Trump-Kampagne enthielten konnten demnach nicht mit negativen Inhalten zusammen ausgespielt werden. Bei Joe Biden schon. Instagram gab an, die technischen Einstellungen inzwischen angepasst zu haben. (Tsp, mit dpa)

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