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Eine gefälschte CSU-Website richtet sich gegen die Asylpolitik von Bundesinnenminister Horst Seehofer. Foto: Fabian Sommer/AFP
© Fabian Sommer/AFP

Update „Endlich dahoam“ nimmt Seehofer aufs Korn Satire-Gruppe bekennt sich zu gefälschter CSU-Website

Auf der Website „CSU - Endlich Dahoam“ verkündet Innenminister Seehofer vermeintlich die Aufnahme von Flüchtlingen. Nun haben sich Satiriker dazu bekannt.

Mit einem Bekennerschreiben hat sich eine Satire-Gruppe zu der gefälschten CSU-Webseite und der Aktion „Endlich Dahoam“ bekannt.

„Unsere Kunstaktion war der Versuch, so viele Menschen wie möglich darauf aufmerksam zu machen, dass es Horst Seehofer höchstpersönlich ist, der der Evakuierung der Menschen aus den elenden Lagern im Wege steht“, heißt es in dem Schreiben der Gruppe „Creative Sisters United“, das am Mittwoch zunächst auf der Internetseite volksverpetzer.de veröffentlicht wurde.

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Die gefälschte Seite www.csu-endlich-dahoam.com hatte am Dienstag für Aufmerksamkeit und auch Verwirrung im Netz gesorgt. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) verkündete dort vermeintlich die Aufnahme von Flüchtlingen unter anderem aus Lagern auf den griechischen Inseln.

Ein Parteisprecher hatte auf Anfrage des Tagesspiegel erklärt: „Dieser Account ist Fake. Es ist der Versuch, mit Fälschungen politisch zu manipulieren. Da vorgegeben wird, dass es sich um einen offiziellen Account der CSU handeln würde, prüfen wir Schritte dagegen.“ Eine Sprecherin des Innenministeriums bestätigte am Dienstag ebenfalls auf Anfrage: „Die Internetseite www.csu-endlich-dahoam.com ist kein durch das Bundesinnenministerium oder den Bundesinnenminister veröffentlichter Auftritt.“

Seit Mittwochvormittag wird auf der Seite über die Kunstaktion aufgeklärt. Dort findet sich seitdem auch ein offener Brief an die Bundesregierung, der unter anderem von Kulturschaffenden, Politikern, und Journalisten unterzeichnet wurde. Darin stellen sie drei konkrete Forderungen, bei denen es darum geht, einen Kurswechsel in der Asylpolitik zu vollziehen - „noch in dieser Legislaturperiode“, wie es heißt.

„Endlich dahoam“ auch auf Instagram

„„Endlich dahoam“ ist das europapolitische Zugeständnis eines Heimatministers an den christlichen Glauben“, heißt es auf der Website, die im Impressum fälschlicherweise die CSU nennt.

„Gemäß §23 des AufenthG erbittet der Innenminister hiermit alle aufnahmebereiten Kommunen und Städte, ihre Kapazitäten auszuschöpfen. Beginnend mit dem bekannten „Camp Kara Tepe“ - ehem. „Moria“ - wird der Weg für eine geordnete und sichere Einreise nach Deutschland frei gemacht. Das Bundesinnenministerium ist auf die Verteilung der Flüchtlinge vorbereitet.“ Die Adresse der Website wurde am 23. Juni registriert, der älteste Post einer gleichnamigen Instagram-Seite ist vom 30. April.

Die Aufnahme von Migranten ist schon lange ein Streitpunkt zwischen dem Bundesinnenministerium und einigen Ländern, die gerne mehr Menschen eine Zuflucht bieten würden. Ausdrücklich aufnahmebereite Kommunen haben sich im „Bündnis Städte Sicherer Häfen“ zusammengeschlossen, das derzeit 100 Mitglieder hat. (Tsp, dpa)

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