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Bundeswehr Symbolbild. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
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Dokumente und Informationen zugeleitet Ex-Reserveoffizier der Bundeswehr wegen Spionage für Russland angeklagt

Ein Ex-Reserveoffizier soll einen russischen Nachrichtendienst mit Informationen aus Militär und Wirtschaft versorgt haben. Die Bundesanwaltschaft ermittelt.

Die Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen einen ehemaligen Reserveoffizier der Bundeswehr wegen Spionage für Russland erhoben. Ralph G. habe spätestens seit Oktober 2014 über verschiedene Personen in Verbindung zu einem russischen Nachrichtendienst gestanden und diesem bis März 2020 Informationen geliefert, teilte der Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof am Freitag mit.

Im Gegenzug habe der Beschuldigte Einladungen zu Veranstaltungen russischer Regierungsstellen erhalten. Die Anklage sei bereits am 16. März vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Düsseldorf erhoben worden.

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G. war den Angaben zufolge Reserveoffizier der Bundeswehr und stand einem Kreisverbindungskommando als stellvertretender Leiter vor. Daneben habe er aufgrund seiner (zivil-)beruflichen Tätigkeit mehreren Ausschüssen der deutschen Wirtschaft angehört.

Der Beschuldigte habe dem russischen Nachrichtendienst Dokumente und Informationen zugeleitet, welche teilweise aus öffentlichen, aber auch aus nichtöffentlichen Quellen im Zusammenhang mit seinen Tätigkeiten als Reserveoffizier und in der Wirtschaft stammten. G. habe dem russischen Nachrichtendienst Informationen zum Reservistenwesen der Bundeswehr sowie zu der Zivil-Militärischen Zusammenarbeit und der damit verbundenen "Zivilen Verteidigung" verschafft.

Daneben habe er Einblicke in die Folgen der gegen Russland 2014 verhängten Wirtschaftssanktionen für Deutschland und die Europäische Union und zur Gaspipeline Nord Stream 2 gegeben. G. soll seinen Ansprechpartnern auch personenbezogene Daten von hochrangigen Angehörigen der Bundeswehr und aus der Wirtschaft - darunter deren private Kontaktdaten - verschafft haben. (Reuters)

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