Zum Corona-Überblick: Alle Zahlen zu SARS-CoV-2 in Deutschland
Die Apotheken sollen gegebenfalls den Notruf wählen. Foto: Eduardo Parra/dpa
© Eduardo Parra/dpa

Coronavirus in Spanien Wenn Apotheken zu Anlaufstellen gegen häusliche Gewalt werden

In Zeiten des Coronavirus nimmt die häusliche Gewalt zu. In Spanien will die Initiative „Mascarilla 19“ helfen – mit einem Codewort.

Mehr Zeit mit dem Partner in den eigenen vier Wänden zu verbringen, kann für viele Menschen eine willkommene Abwechslung vom Alltag sein. Doch es gibt auch Menschen, die unter den Begleitumständen des Coronavirus leiden. Vor allem Frauen werden in Zeiten von Ausgangsbeschränkungen Opfer von häuslicher Gewalt. In Spanien gibt es nun eine Initiative, die sich dagegenstellt.

[Lesen Sie unsere Geschichte zur katastrophalen Situation in Spanien in Zeiten des Coronavirus.]

Um Betroffenen zu helfen, hat das Gleichstellungsinstitut der kanarischen Inseln (ICI) „Mascarilla 19“ ins Leben gerufen: Mit diesem Codewort (übersetzt: Maske 19) können Opfer in jeder Apotheke und auch in vielen Supermärkten auf ihre Situation aufmerksam machen. Den Code „Mascarilla 19“ versteht nun jeder Apotheker, der daraufhin per Notruf die Behörden alarmiert.

Von zu Hause aus können Betroffene den Notruf oft nicht wählen, weil der gewalttätige Partner ständig in Hörweite ist. Deshalb macht sich die Initiative zunutze, dass Einkaufen und der Gang zur Apotheke zu den wenigen Erledigungen gehören, die derzeit in Spanien erlaubt sind. Gemeint sei Gewalt jeder Art, auch sexueller, schreibt das Institut auf Twitter.

„Mit dieser Maßnahme wollen wir bewirken, dass das Stoppen der Coronavirus-Kurve nicht bedeutet, dass auf der anderen Seite die Zahl der Opfer häuslicher Gewalt steigt“, sagte Kika Fumero, die Direktorin des Gleichstellungsinstituts ICI. „Sei es, weil die Frauen 24 Stunden mit ihrem Aggressor eng zusammenleben müssen oder weil sie auf den Straßen, aufgrund der wenigen Menschen, angreifbarer sind.“

Mittlerweile habe sich die Idee von den Kanaren weiter ausgebreitet – Andalusien, Kantabrien sowie zahlreiche Gemeinden der Regionen Valencia, Madrid und Katalonien machen bereits mit. Zuletzt hat sich auch die Region Extremadura im Westen des Landes der Initiative angeschlossen. (mit dpa)

Zur Startseite