EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. Foto: REUTERS/Aris Oikonomou
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Casdorffs Agenda Im Europaparlament steht das "Fin de Partie" an

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Am Mittwoch hält Jean-Claude Juncker im EU-Parlament noch einmal eine große Rede. Zuvor muss er noch Ungarns Premier Viktor Orban einregeln. Ein Kommentar.

„Fin de partie“ heißt das Drama. Übernehmen wir es für die Politik, die ja auch manchmal ein Theater des Absurden ist. Einer unserer Hauptdarsteller heute: Jean-Claude Juncker. In seiner Rolle als EU-Kommissionspräsident wird er demnächst noch einmal eine große Rede halten, wahrscheinlich zur Sicherheit Europas und wie die zu bewerkstelligen sei. Dafür muss Juncker aber vorher noch ein paar Leute einregeln – und kann damit gleich beginnen. Und zwar beim nächsten Hauptdarsteller, Viktor Orban, dem ungarischen Premier. Der stellt sich heute im Parlament den EU-Abgeordneten. Mit seinem Auftritt will er ein Rechtsstaatsverfahren gegen Ungarn abwenden, über das am Mittwoch abgestimmt wird. „Hallo Diktator!“ – so hat Junker Orban schon mal angesprochen. Das kann nicht jeder, das traut sich auch nicht jeder. Ob es Manfred Weber tun würde, der mutmaßliche Kandidat der EVP für die Europawahlen und damit fürs höchste Kommissionsamt? Übrigens: Wenn Orban der rechte Pol in der EU ist, dann ist Alexis Tsipras, Griechenlands Premier, der linke. Auch er spricht heute in Straßburg. Das passt zum Endspiel, Fin de partie, einer besonderen Ausformung des Absurden Theaters.

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