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HHase auf der Fassade der BND-Zentrale. Der Bundesnachrichtendienst will sich mit Cyberspezialisten verstärken. Foto: dpa/Kay Nietfeld
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BND wirbt um Computer-Nerds Mit einem virtuellen Karnickel auf der Suche nach Hackern

Der Bundesnachrichtendienst benötigt mehr Cyber-Spezialisten. Der Markt ist schwierig. Gleichzeitig wächst die Gefahr ausländischer Hackerangriffe.

Der Bundesnachrichtendienst geht ungewöhnliche Wege, um die Abwehr von Cyberattacken zu stärken. Mit der nächtlichen Projektion eines bunten Kaninchens auf die Zentrale des BND in Berlin sowie den U-Bahnhof Unter den Linden, die Komische Oper und weitere Gebäude wirbt der Auslandsnachrichtendienst um Hacker.

Die Kampagne hat den Titel #followtheglitchkarnickel". Gesucht werde verstärkt "Nachwuchs aus dem Bereich IT-Sicherheit, Reverse Engineering, Kryptografie und Hacking", heißt es beim BND.

Mit Reverse Engineering ist im weitesten Sinne die Analyse von Software gemeint. Kurzfristiges Ziel der Kampagne sei die Besetzung offener Stellen, "langfristig soll der BND auch als möglicher Arbeitgeber bei der Zielgruppe insgesamt bekannter gemacht werden".

Der BND wie auch der Verfassungsschutz sehen sich in dem Dilemma, angesichts der ständig wachsenden Gefahr von Hackerattacken ausländischer Geheimdienste möglichst rasch Cyber-Spezialisten zu gewinnen - in einem allerdings schwierigen Markt.

Junge Menschen mit speziellen Computerkenntnissen werden auch von Unternehmen angeworben, die hohe Gehälter zahlen. Der BND versucht nun, an den Idealismus von Nerds zu appellieren. Erfolgreiche Bewerberinnen und Bewerber erwarte "neben Jobsicherheit eine attraktive Tätigkeit zum Schutz Deutschlands und seiner Bürgerinnen und Bürger".

Traumatischer Angriff auf den Bundestag

Die größte Gefahr für die Cybersicherheit geht von Hackern russischer, chinesischer, iranischer und nordkoreanischer Geheimdienste aus. Ein traumatisches Beispiel ist der Angriff auf den Bundestag im Frühjahr 2015.

Die russische Hackergruppe Fancy Bear infizierte mit einer Schadsoftware die Rechner von Abgeordneten, betroffen war auch Bundeskanzlerin Angela Merkel. Daten im Volumen von 16 Gigabyte flossen ab.

Die Sicherheitsbehörden gehen davon aus, dass Fancy Bear vom russischen Militärgeheimdienst GRU gesteuert wird. Das in Berlin projizierte Karnickel ist noch diese Woche zu sehen. Darüber hinaus können sich potenzielle Bewerberinnen und Bewerber weiter auf der Kampagnenwebsite www.followtheglitchkarnickel.de informieren.

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