Am Freitag reist Bundespräsident Steinmeier zu seinem weißrussischen Amtskollegen nach Minsk. Foto: DPA
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Auslandsreise des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier erstmals in Weißrussland

Das Verhältnis zwischen Deutschland und Weißrussland ist kompliziert. Am Freitag reist Frank-Walter Steinmeier als erster Bundespräsident in das osteuropäische Land.

Es ist der erste Besuch eines deutschen Bundespräsidenten in Weißrussland. Am Freitag fliegt Frank-Walter Steinmeier nach Minsk, in die Hauptstadt von Belarus, wie der osteuropäische Staat in der Landessprache genannt wird. Dort wird Steinmeier die Gedenkstätte Malyj Trostenez besuchen.

Es ist das größte Vernichtungslager, das die Nazis im Zweiten Weltkrieg auf sowjetischem Boden errichtet haben. Sie ermordeten weißrussische Zivilisten, Partisanen, Sowjetsoldaten und Juden, die aus Deutschland, Österreich und Tschechien nach Weißrussland deportiert wurden. Schätzungen gehen von 40.000 bis 200.000 Todesopfern aus.

Die Reise erfolgt auf Einladung des weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko, den Steinmeier zu bilateralen Gesprächen treffen wird. Das Verhältnis zwischen Berlin und Minsk ist kompliziert. Lukaschenko regiert mit harter Hand, schränkt die Pressefreiheit ein und lässt die Todesstrafe vollstrecken.

Deutschland hat deshalb immer wieder die Einhaltung der Menschenrechte angemahnt. Seitdem Lukaschenko jedoch 2015 eine Vermittlerrolle im Ukrainekonflikt eingenommen hat, haben sich Weißrussland und die EU-Staaten schrittweise angenähert. Daran will Steinmeier bei seinem Besuch anknüpfen.

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