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Sahra Wagenknecht, Mitglied der Partei Die Linke. Britta Pedersen/dpa
© Britta Pedersen/dpa

„Abgehobene akademische Debatten“ Sahra Wagenknecht und das Label Links

Das Label Links, so Wagenknecht, stehe für viele nicht mehr für soziale Gerechtigkeit. Die Debatten der Partei würden als belehrend empfunden.

Sahra Wagenknecht ist eine der umstrittensten und provokantesten Linken-Politikerinnen. Ihr neues Buch „Die Selbstgerechten“ ist so scharf, dass Mitglieder der Linken ihren Parteiausschuss beantragt haben. Doch das perlt an der Thüringerin ab. Im Interview mit dem Tagesspiegel bekräftigt Wagenknecht erneut ihre Thesen und denkt nicht dran, nicht als Spitzenkandidatin der NRW-Linken bei der Wahl anzutreten.

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Den Linken-Mitgliedern in Nordrhein-Westfalen, die Wagenknechts Ausschluss aus der Partei beantragt haben, warf die Spitzenkandidatin „Cancel Culture“ und „Intoleranz“ vor. Sie dagegen habe nie persönlichen Streit gesucht und auch noch nie versucht, jemanden aus seiner Funktion zu mobben. Ihr gehe es darum, „dass wir uns bis zur Wahl so aufstellen, dass wir ein Ergebnis deutlich oberhalb der jetzigen Umfragen erreichen“. Auf die Frage, ob die Menschen nicht mehr an klassischen linken Themen interessiert sind oder ob sich Linke und SPD sich für Themen interessieren, die die Menschen nicht mehr berühren, antwortet sie: „Das Label „Links“ steht heute für viele Menschen leider nicht mehr für das Streben nach sozialer Gerechtigkeit, sondern für abgehobene akademische Debatten, die an ihrer Lebensrealität und ihren Problemen vorbeigehen."

Das sei zwar eine teilweise ungerechte Wahrnehmung, weil etwa die Linke im Bundestag viele Anträge zu sozialen Themen einbrächten - für einen höheren Mindestlohn, für bessere Renten, für eine Mietpreisbremse. „Aber solange sich Teile der Partei an Diskussionen um Lebensstilfragen und Gendersprache beteiligen, also an Debatten, die viele Menschen als belehrend empfinden, werden sich viele abwenden. Menschen mögen es verständlicherweise nicht, wenn man ihnen vorschreiben will, wie sie zu reden und zu leben haben.“

[Lesen Sie die komplette Interview hier: Sahra Wagenknecht über linke Großstädter: Auf Menschen, die anders leben, wird herabgesehen (T+)]

Bartsch warnt Partei vor Folgen neuer Personaldebatten

Der Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Dietmar Bartsch, hat am Samstag seine Partei davor gewarnt, mit parteiinternen Personaldebatten die Chancen der Linken bei den bevorstehenden Bundes- und Landtagswahlen nachhaltig zu schwächen. „Ich finde es unverantwortlich, in einer solche Situation, rund 100 Tage vor den Wahlen, Ausschlussanträge zu stellen“, sagte Bartsch auf einem Parteitag der Linken Mecklenburg-Vorpommerns in Rostock. (tsp)


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