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Kleidung leihen in Berlin Der unendliche Kleiderschrank

Maja Hohenburg

Bei der Kleiderei kann man bald Mode tauschen und leihen.

Wie oft steht man vor gefüllten Kleiderschränken, begutachtet den Inhalt und kommt zu dem Ergebnis: „Ich habe nichts zum Anziehen!“ Wir sind es gewohnt, uns unglaublich viel Abwechslung in der Mode zu leisten, und verdrängen dabei die Umweltbelastung und die oft katastrophalen Bedingungen der Herstellung.
Ein Lösungsansatz ist, Kleidung zu leihen und zu verleihen, statt sie neu zu kaufen. Längst hat diese Idee den privaten Rahmen verlassen und wird professionell von verschiedenen Vermietungsplattformen wie Clothesfriend, Pool, Unown oder We Dress betrieben.

Vorreiter in Sachen „Fashion Sharing“ war die Kleiderei. Sie war mit Abstand der erste Anbieter eines überzeugenden Modeverleih- und Mietkonzeptes in Deutschland. Schon seit 2016 gibt es ein Geschäft in Köln und seit 2019 eins in Freiburg. In Kürze soll ein Berliner Geschäft eröffnet werden, dafür startete am 11. März ein Crowdfunding.


Als Kleiderei-Mitglied kann man für einen monatlichen Beitrag von 29 Euro vier Teile gleichzeitig leihen und beliebig oft umtauschen. Rückgabefristen gibt es nicht, man kann die Stücke so lange behalten, wie man möchte, und falls man sie doch kaufen will, gibt es Rabatt.


Nur zu gern erzählt die Inhaberin Lena Schröder von der Idee: „Mit unserem Konzept können wir den Modehunger stillen, ohne dass neue Kleidung bei konventionellen Marken gekauft werden muss. Es ist eine gute Möglichkeit, Ressourcen zu schonen und die viele vorhandene Kleidung sinnvoll gemeinschaftlich zu nutzen.“


Ob schlichte Hemden und Jeans, ein bunter Kordanzug oder ein silberner Glitzerrock, das Angebot der Kleiderei ist vielseitig. Für alle soll etwas dabei sein. Das Sortiment setzt sich aus Vintage- und Secondhandteilen zusammen, aber auch aus öko-fair angefertigter Mode.


Auch Designermarken wie Dries van Noten oder Jil Sander verirren sich auf die Bügel. Marken stehen aber nicht im Vordergrund. „Wir führen vor allem Alltagskleidung, damit unser unendlicher Kleiderschrank wirklich eine Ergänzung zum eigenen Kleiderschrank zu Hause wird“, sagt Lena Schröder. Wer ein Kleidungsstück beschädigt, braucht sich keine Sorgen zu machen, die Hälfte des Preises übernimmt die Kleiderei. Mit den Einnahmen wird die Reparatur bezahlt, um die Lebensdauer der Kleidungsstücke so weit wie möglich zu verlängern.


Eigentlich sollte die Hauptstadtfiliale der Kleiderei schon viel früher eröffnet werden, aber dann kam die Pandemie und das Startkapital war schnell aufgebraucht. Aus diesem Grund läuft bis zum 22. April das Crowdfunding mit wechselnden Pop-Up-Stores. Am 26. März ist die Kleiderei von 13 bis 18 Uhr in der Oranienstraße 44 in Kreuzberg zu Gast. Hier eröffnet am 6. Mai auch das Geschäft.

Infos zum Crowdfunding: www.startnext.com/kleiderei-berlin

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