So kann man auch gegen die Modeindustrie protestieren. Foto: Sustainable Fashion Matters
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Fashion Revolution Week Wer hat meine Kleidung genäht

Vom 19. bis 25. April findet die Fashion Revolution Week in 92 Ländern statt

Der 24. April 2013 veränderte die Modewelt. An diesem Tag stürzte die Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesch ein. 1135 Menschen kamen ums Leben, 2438 wurden verletzt. Dieses Unglück, fahrlässig in Kauf genommen, um in einem maroden Fabrikgebäude immer mehr Kleidung immer billiger zu produzieren, hat viel vom schönen Schein weggewischt, den die Modeindustrie ihren Kunden in der westlichen Welt vorgaukelt.
Zum ersten Mal wurde vielen bewusst, wer ihre Kleidung macht, die sie oft im Vorbeigehen kaufen, und was andere Menschen dafür auf sich nehmen. Damals beschloss die Designerin Orsola de Castro, in London dafür zu sorgen, dass das nicht so schnell wieder in Vergessenheit gerät. Sie gründete Fashion Revolution. Mit der einfachen Frage „#WhoMadeMyClothes“ fing es an. Seitdem gibt es jedes Jahr um den Jahrestag des Einsturzes die „Fashion Revolution Week“.
Was als Aktion in einigen europäischen Städten wie London und Amsterdam begann, hat sich zu einer weltweiten Bewegung entwickelt. Vom 19. bis 25. April gibt es Aktionen in 92 Ländern. Näherinnen in Fabriken weit weg halten Schilder in die Kamera, auf denen steht: „I made your Clothes“ – quasi als Antwort auf die Frage der westlichen Konsumentin, die zum Beispiel vor Primark auf dem Alexanderplatz mit dem selbst gemalten Schild „#WhoMadeMyClothes“ demonstriert oder ihre Kleidung auf links dreht. Doch das reicht nicht.

Wir protestieren für bessere Kleidung. Foto: Sustainable Fashion Matterz Vergrößern
Wir protestieren für bessere Kleidung. © Sustainable Fashion Matterz

„Es hilft nichts, wir brauchen Transparenz vom Feld, wo Baumwolle angebaut wird, bis zum Geschäft, wo Kleidung verkauft wird“, sagt Ariane Piper, die deutsche Koordinatorin von „Fashion Revolution Germany“. Längst geht es der Organisation um mehr, als nur mit Schildern zu protestieren. Die Modeaktivistinnen beraten Modeunternehmen und Politiker. Die Themen, mit denen sich Ariane Piper beschäftigt, reichen von Müll und Plastik bis zu Arbeitsrechten und kultureller Aneignung. Wichtig ist ihr, dass die Last nicht bei den Konsument:innen bleibt: „Es braucht das politische Element.“
Jedem, der sein Kaufverhalten ändern will, rät sie, es nicht gleich zu 150 Prozent zu versuchen: „Lieber kleine Schritte machen und überlegen, brauche ich wirklich die dritte Jeans und wenn ja, wie und wo kann ich sie kaufen?“

Alle Aktionen, die in der nächsten Woche in Deutschland und überall auf der Welt stattfinden, stehen auf future.fashion und fashionrevolution.org

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