Transparenz schaffen. „Dr. med. Mabuse“ schaut genau hin. Foto: promo
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Zeitschrift für Gesundheitsberufe Diagnose im Dialog

Joachim Göres
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„Dr. med. Mabuse“: Eine kritische Zeitschrift für alle Gesundheitsberufe und Laien interessiert auch einen bekannten TV-Moderator.

20 Jahre blaues Wunder – das Potenzmittel Viagra feiert Jubiläum. Provokant und produktiv? - Jens Spahn ist neuer Bundesgesundheitsminister. Besser reich und gesund als arm und krank.

Das sind die Überschriften einiger Artikel aus „Dr. med. Mabuse. „Themen wie Schwangerschaft, Demenz, Psychiatrie sowie Sterben und Tod tauchen bei uns immer wieder auf. Dabei achten wir darauf, dass die verschiedenen Berufsgruppen zu Wort kommen“, sagt Redakteurin Franca Liedhegener.

Das gehört zum Konzept: „Dr. med. Mabuse“ wendet sich als einzige Zeitschrift bewusst an alle Gesundheitsberufe und will so den Dialog zwischen ihnen fördern, egal ob sie als Arzt, Pflegerin, Hebamme, Wissenschaftler, Psychiater oder Physiotherapeutin arbeiten. „Wir schreiben sowohl für den Azubi als auch für den Professor. So sind wir auch für Laien verständlich, die sich für Hintergründe interessieren“, sagt Liedhegener. Die Leser seien eher älter, viele würden die Zeitschrift seit der Gründung kennen.

1976 erschien „Dr. med. Mabuse“ erstmals, initiiert von Mitgliedern einer Liste der undogmatischen Linken, die die Fachschaftswahl der Medizinstudierenden in Frankfurt gewonnen hatte. Mit kritischen Berichten über die Zustände in der Psychiatrie an der Uniklinik Frankfurt, kontroversen Diskussionen über die Sterbehilfe oder die Ablehnung der Privatisierung von Krankenhäusern konnte die Zeitschrift Leser gewinnen.

Die verkaufte Auflage liegt bei 18 000 Exemplaren

Bis heute sind Anzeigen aus der Pharmabranche tabu. Um diese Unabhängigkeit zu erhalten, können sich Interessierte an dem Verlag finanziell beteiligen. Die verkaufte Auflage liegt bei 18 000 Exemplaren. Neben der Zeitschrift gibt der Mabuse-Verlag auch zahlreiche Fachbücher heraus.

„Heute gibt es die meisten Reaktionen auf Artikel zu sogenannten schlimmen Themen wie Schmerz, Gewalt, Trauma oder G-DRG“, sagt Liedhegener. Hinter dieser Abkürzung verbirgt sich German Diagnosis Related Groups – seit 2003 werden in deutschen Krankenhäusern Behandlungen über Fallpauschalen abgerechnet.

Seitdem nehmen die Klagen über die schlechter werdende Betreuung im Krankenhaus zu. „Nicht mehr der kranke Mensch soll im Mittelpunkt ärztlichen und pflegerischen Handelns stehen, sondern der Fallwert seiner Diagnose und des ärztlichen Eingriffs", schreibt Günther Jonitz, Präsident der Ärztekammer Berlin, in einem Beitrag für „Dr. med. Mabuse“.

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Hinter dem Namen der Zeitschrift steckt übrigens die vom Schriftsteller Norbert Jacques Anfang der 1920er Jahre erschaffene Romanfigur Dr. Mabuse – ein Psychoanalytiker und Verbrechergenie mit hypnotischen Fähigkeiten. „Ich lese Dr. med. Mabuse, weil der Inhalt menschenfreundlicher ist, als der Titel vermuten lässt“, so der Kommentar des Arztes und Fernsehentertainers Eckart von Hirschhausen.

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