Alkohol im Fernsehen Prost als Programm

Joachim Huber
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Alkohol ist in sechs von zehn Fernsehsendungen im Bild. Bei den privaten Programmen häufiger als bei den öffentlich-rechtlichen.

Hier ein Pils, da ein Sekt – Alkohol ist aus dem deutschen Fernsehen kaum wegzudenken. Das zeigt eine neue Studie im Auftrag der Bundesdrogenbeauftragten Marlene Mortler (CSU) und des Gesundheitsministeriums. So wird in vielen Sendungen über Alkohol gesprochen, er ist zu sehen oder wird getrunken. Die Wissenschaftler der Uni Würzburg haben für die Studie „Die Darstellung von Drogen und Sucht im deutschen Fernsehen“ eine Woche lang das Programm der für deutsche Jugendliche acht wichtigsten deutschen Fernsehsender zwischen 13 und 22 Uhr ausgewertet. Danach ist Alkohol in 35,9 Prozent der Sendungen ein Gesprächsthema. In sechs von zehn Sendungen ist er in irgendeiner Form sichtbar und in vier von zehn Sendungen wird er auch konsumiert. Insgesamt ist Alkohol dabei in den privaten Sendern stärker präsent als in den öffentlich-rechtlichen. Illegale Drogen sind dagegen selten Thema.

Ohne Alkohol geht es nicht

„Die Studie zeigt in erschreckender Weise auf, welche Präsenz Alkohol und Alkoholkonsum gerade im privaten Fernsehen haben“, sagte die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler der Funke Mediengruppe. „Die Botschaft, die davon ausgeht, ist klar: Ohne Alkohol geht es nicht!“ Dieses Signal sei besorgniserregend. „Die Wissenschaft zeigt heute deutlich, dass derjenige, der im Fernsehen dauernd mit Alkohol konsumierenden Protagonisten konfrontiert wird, auch im realen Leben leichter zur Flasche greift.“ (mit dpa)

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