Glückskeks. Mackenzie Scott alias Torres singt auf ihrem fünften Album über die Liebe. Foto: Shervin Lainez
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Torres, Lump, Billie Eilish Die Pop-Alben der Woche im Soundcheck

Jeden Freitag stellen Popkritiker/innen ab 21 Uhr auf Radio eins die Alben der Woche vor. Diesmal mit Torres, Lump, Valentin Hansen und Billie Eilish.

Torres: Thirstier (Merge Records)

Die US-amerikanische Musikerin Mackenzie Scott alias Torres fühlt sich derzeit glücklicher als je zuvor, was sich auch auf ihrem fünften Album wiederspiegelt. Aufgenommen im britischen Devon versammelt es zehn Rocksongs über die Liebe, die vor Kraft strotzen und gelegentlich an die Killers erinnern. Nadine Lange, Tagesspiegel

Lump: Animal (Partisan)

Ob ihr Projekt LUMP nur eine einmalige Zusammenkunft bleiben würde nach ihrem Album 2018, war nicht sicher. Das Ungeplante passend zur Herangehensweise von Singer/Songwriterin Laura Marling und Mike Lindsay von Tunng: Bloß nichts im Vorhinein zerdenken, gar vermeintliche Daseinsberechtigungen hineinschreiben. Auch in der Entstehung ihres zweiten Albums liefen nun also erneut Text und Musik ohne Planung organisch ineinander. Wieder kreative Spielwiese. Space, Folk, Synth-Pop. Erfrischend intuitiv klingt die gewählte Freiheit. „Animal“, zwischen herzig und schaurig, lässt einen aufhorchen. Paulina Czienskowski, Kulturjournalistin & Autorin

Valentin Hansen: Crisis (The Worthless Album) (Record Jet)

Der Multimediakünstler Valentin Hansen machte sich einen Namen als Musikvideo-Regisseur für Acts wie etwa Blvth oder Mavi Phoenix. Auch seine eigene Musik konnte sich sehen lassen: Die Single „Killing a Friend“ etwa, in der Klavier auf Autotune-Gesang trifft, wurde ein Indie-Hit für Leute, die beim Traurigsein cool sein wollten. Sein Debütalbum „Crisis (The Worthless Album)“ ist ein Kunstprojekt: Die acht Songs stückelte er in Schnipsel, die je 29 Sekunden lang sind, um die Absurdität des Streaming-Zeitalters aufzuzeigen. Aufregend! Ariana Zustra, Musikjournalistin und Musikerin

Billie Eilish: Happier Than Ever (Universal)

In Rekordzeit war Billie Eilish zum größten Popstar der Welt geworden. Dann kam die Pandemie und brachte Entschleunigung. Statt jahrelanger Mammut-Tourneen nun also ein neues Album – das bereits jetzt ein globales Ereignis ist und von einer perfekt orchestrierten Kampagne angekündigt wird, die traditionelle Presse ausschließt und auf Marketing-Deals mit Plattform-Giganten setzt. Das offizielle Narrativ: Eilish hat sich unter Ausblendung externer Einflüsse erneut mit Bruder Finneas in dessen Kellerstudio eingeschlossen. Der Albumtitel sei jedenfalls keinesfalls ironisch gemeint. So entstand eine Introspektion unter dem Eindruck der Klassiker von Sinatra bis Peggy Lee, die in Teilen organischer als zuletzt geraten ist, dem bekannten Eilish-Sound indes keine wesentlichen Elemente hinzufügt. Torsten Groß, Moderator

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