Daniel Barenboim Foto: REUTERS
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Staatsoper-Chef spricht von Kampagne Barenboim: „So bin ich nicht“

Daniel Barenboim wird wegen seines Führungsstils an der Berliner Staatsoper kritisiert. Nun wehrt er sich in einem Interview gegen die Vorwürfe.

Bisher habe sich kein Mitarbeiter der Staatsoper gemeldet, der mit ihm über seinen Führungsstil sprechen wolle, betont Daniel Barenboim in einem am Donnerstag erschienenen Interview mit der „Zeit“. Er wehrt sich weiterhin gegen den Vorwurf, Mitarbeiter beleidigt oder erniedrigt zu haben. Denn das setzte voraus, dass er anderen Menschen habe schaden wollen. „So bin ich nicht. Hier wird etwas zu einer großen Causa aufgeblasen, das in keinem Verhältnis zur Realität steht.“

Begabt mit Empathie

Das Ganze, fügt der Maestro hinzu, sei eine Kampagne. Schließlich hätte er als Musikchef doch spüren müssen, „wenn es Spannungen gäbe im Haus“ oder Mitarbeiter ihm „mit angsterfüllten Blicken“ begegneten. Sollte er unabsichtlich Leute verletzt haben, bedauere er dies. „Mir ist wichtig, dass die Leute, die sich von mir getroffen fühlen, wissen, dass ich für sie Empathie empfinde.“

Atemnot beim "Schwanensee"

Einer dieser Menschen ist der Trompeter Leo Siberski, der von 1992 bis 2004 an der Staatsoper engagiert war und heute vor allem als Dirigent arbeitet. In der „Welt“ legt er ausführlich da, wie Barenboim immer wieder „Kollegen vor allen anderen fertig machte“. Ihm selber habe der Dirigent bei einer „Schwanensee“-Probe so lange zugesetzt, bis er zuerst Atemnot bekommen habe und schließlich zusammengebrochen sei. Seine Mitmusiker hätten dazu geschwiegen. Die Staatsoper komme ihm vor, so Siberski weiter, wie „eine sektenartige Veranstaltung“. Alle seine darum bemüht, „die Bedürfnisse des Gurus zu stillen“. Der Orchestervorstand könne darum hier auch gar nicht so agieren, wie in anderen Orchestern. Tsp

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