Der Künstler und Umweltaktivist Ben Wagin installierte zum 9. November 1990, den Gedenkort "Parlament der BÃume, gegen Krieg und Gewalt" auf dem Gebiet des ehemaligen Grenzstreifens der Berliner Mauer ein Foto: picture alliance/dpa
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Update Schöpfer des „Parlaments der Bäume“ Berliner Aktionskünstler Ben Wagin gestorben

Ben Wagin schuf das „Parlament der Bäume“ zum Gedenken an die Mauertoten. Nun ist der Bildhauer und Aktionskünstler im Alter von 91 Jahren in Berlin gestorben.

Der Bildhauer, Aktionskünstler und Umweltaktivist Ben Wagin ist tot. Er starb am Mittwochmorgen im Alter von 91 Jahren in Berlin, wo er seit 1957 lebte und an der Hochschule der Künstler studiert hatte. Dies teilte das Büro von Kulturstaatsministerin Monika Grütters mit, die mit Wagin viele Jahre befreundet war.

Vor allem mit seinem "Parlament der Bäume" von 1990 hat sich Wagin einen Namen gemacht, einer Installation als Gedenkort für die Mauertoten im Berliner Regierungsviertel, um deren Erhalt er zeitlebens kämpfte.

Der 1930 im polnischen Jastrow geborene Künstler gründete in den 60er Jahren in Berlin die Galerie S und 1976 den Baumpatenverein. Auch der "Weltbaum" am Siegmunds Hof stammt von ihm, eines der ersten großen Wandbilder in Berlin. Es war zeitlebens Wagins Ziel, für Nachhaltigkeit und Nachdenklichkeit im Umgang mit Natur und Umwelt zu sorgen und die städtische Lebensqualität zu befördern.

"Ich kann mir Berlin ohne ihn kaum vorstellen", schreibt Kulturstaatsministerin Grütters in einem persönlichen Nachruf auf Ben Wagin, in dem sie an den passionierten Künstler, sein Lebenswerk und seine prägenden Arbeiten für Berlin erinnert. Berlins Regierender Bürgermeister nennt Ben Wagin "einen bedeutenden Repräsentanten der Kultur- und Kunstszene".

Auf Twitter schreibt Michael Müller: "Als Aktionskünstler, Umweltaktivist, Theatermacher und Menschenfreund war er ein Berliner Original, ohne dessen Wirken unsere Stadt ärmer gewesen wäre." Kultursenator Klaus Lederer twitterte: "Wo Ben ist, sind Bäume." Wagins Arbeiten wie das "Parlament der Bäume" zeugten "von einem unruhigen, kreativen Geist, der nie aufhörte sich einzumischen. Er wird fehlen".

Der Direktor der Stiftung Berliner Mauer, Axel Klausmeier, würdigte den Verstorbenen ebenfalls in einer Stellungnahme. Mit seinem jahrelangen Engagement gegen Krieg und Gewalt habe er Berlin und die Erinnerungskultur im öffentlichen Raum der Stadt maßgeblich geprägt, Wagins Lebens- und Schaffensdrang sei bis bis zuletzt völlig ungebrochen gewesen. (Tsp)

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