Anna Netrebko wird die Titelrolle in der Puccini-Oper "Turandot" nicht in Berlin singen. Foto: AFP/Christoph de Barry
© AFP/Christoph de Barry

Russische Künstler und der Krieg in der Ukraine Anna Netrebko sagt Auftritte in Berlin und New York ab

Sopranistin Anna Netrebko wird weder an der Berliner Staatsoper noch an der Met singen. Sie war nicht bereit, sich klar von Wladimir Putin zu distanzieren.

Anna Netrebko hat ihre Teilnahme an einer für den Juni geplanten Berliner "Turandot"-Neuproduktion zurückgezogen. Zuvor hatte Matthias Schulz, der Intendant der Staatsoper Unter den Linden, die Künstlerin aufgefordert, sich unmissverständlich vom völkerrechtswidrigen Vorgehen der russischen Regierung in der Ukraine zu distanzieren.

Auf diese Bedingung seitens des Opernhauses reagierte die Starsopranistin nun mit der Absage ihres Engagements. Matthias Schulz schrieb daraufhin: "Wir schätzen Anna Netrebko als herausragende Sängerin und es verbindet uns eine langjährige, künstlerische Partnerschaft. Gleichzeitig sehen wir angesichts des brutalen Krieges keine Möglichkeit für eine Fortsetzung dieser Zusammenarbeit."

Der Intendant betonte aber gleichzeitig, dass russische Künstler:innen auch weiterhin an der Staatsoper auftreten würden. Denn es sei gerade jetzt wichtig, einerseits "nicht leichtfertig vorzuverurteilen" und andererseits "den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft zu stärken."

[Alle aktuellen Entwicklungen im Ukraine-Krieg können Sie hier in unserem Newsblog verfolgen.]

Auch die New Yorker Metropolitan Opera hat ihre Zusammenarbeit mit Anna Netrebko auf Eis gelegt. Die Sängerin hat alle ihre geplanten Auftritte dort für die kommenden Monate abgesagt.

„Es ist ein großer künstlerischer Verlust für die Met und für die Oper insgesamt“, sagte Peter Gelb, Direktor des New Yorker Opernhauses. „Anna ist eine der großartigsten Sängerinnen in der Geschichte des Opernhauses, aber wenn Putin unschuldige Opfer in der Ukraine umbringt, gibt es keinen anderen Weg.“ Zuvor hatte die Met bereits angekündigt, vorerst nicht mehr mit Künstlern oder Institutionen zusammenarbeiten zu wollen, die Putin unterstützen. (Tsp, dpa)

Zur Startseite