Besucher auf der Kunstmesse Art Düsseldorf 2017. Foto: Marius Becker/dpa
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MCH steigt bei Kunstmesse aus Geht es bergab mit der Art Düsseldorf?

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Probleme für die Art Düsseldorf: Kurz vor der Eröffnung meldet sich die Schweizer MCH Group und verkündet ihren Ausstieg aus der jungen Veranstaltung.

Noch knapp zwei Wochen, dann beginnt in der rheinischen Landeshauptstadt die Kunstmesse Art Düsseldorf mit über 90 internationalen Galerien. Und jetzt das: Kurz vor der Eröffnung meldet sich die Schweizer MCH Group und verkündet ihren Ausstieg aus der jungen Veranstaltung. Dabei hielten viele Beobachter die Beteiligung der Baseler Messegesellschaft, die unter anderem die etablierte Art Basel verantwortet, für einen wichtigen Faktor der überraschend erfolgreichen Düsseldorfer Messe.

Sie hat erst einmal stattgefunden, Start war 2017. Doch mit neuen Teilnehmern wie David Zwirner und Marlborough Contemporary aus New York, der Pariser Galerie Kamel Mennour oder Eigen + Art (Leipzig / Berlin) verspricht auch die zweite Ausgabe spannende künstlerische Positionen bei guten Geschäften. Der Art Düsseldorf nun aber bereits, wie es Frank Lasry von der MCH Group tut, eine „starke Position“ auf dem überbordenden Messemarkt zu attestieren, die sie problemlos auch allein ausbauen könne: Das klingt ein bisschen danach, als wollten sich die Schweizer aus der Verantwortung stehlen. Ist das so?

Gründe lägen allein in der Schweiz

Walter Gehlen, Geschäftsführer der Art Düsseldorf, winkt ab. Die „dynamische Entwicklung der Messe“, sagt er, spreche für sich. „Die Messe war und ist eigenständig, finanziell unabhängig und profitiert in erster Linie von einem starken Netzwerk aus Galerien, Sammlern und Institutionen.“ Außerdem sei die MCH Group mit 25,1 Prozent im vergangenen Jahr mit einer Minderheitsbeteiligung eingestiegen, von der sie sich jetzt trenne. Aus Gründen, die allein mit der Situation in der Schweiz zu tun hätten.

Tatsächlich haben in Basel die Messegeschäfte in jüngerer Zeit empfindlich gelitten, seit die Uhrenmesse Baselworld mit sinkenden Ausstellerzahlen zu kämpfen hat. Eine Umstrukturierung der MCH war die Folge, diverse Sparmaßnahmen kamen hinzu – und nun die Entscheidung, nicht weiter in regionale Kunstmessen wie die Art Düsseldorf oder die India Art Fair zu investieren. Stattdessen konzentriert man sich wieder auf das Kerngeschäft: Art Basel, Art Basel Hongkong und Art Basel Miami. Gehlen sieht das gelassen. Schließlich waren die Baseler Verwerfungen schon länger offenbar und wurden aufmerksam beobachtet. Die lange Hand, die von der Schweiz aus ihren Einfluss lässig bis nach Düsseldorf spielen lässt, Galerien verpflichtet und potente Sammler an den Rhein holt, entspringt wohl doch mehr der Fantasie.

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