Noch online: Bachs sechs Sonaten und Partiten für Violine Solo im Konzerthaus

Midori Seiler spielt im Konzerthaus die 3. Violinsonate C-Dur BWV 1005 Foto: Maike Helbig
Das große Finale der Streaming-Tipps Diese Online-Empfehlungen hat unsere Kulturredaktion für die nächsten Wochen

Streaming-Tipps für Donnerstag, 4. Juni

Klassik-Tipp

Die sechs Sonaten und Partiten für Violine Solo von Johann Sebastian Bach sind ein Kosmos für sich und gelten vielen als ein Höhepunkt abendländischer Musik. Im leeren Saal des Konzerthauses am Gendarmenmarkt interpretieren sechs herausragende Berliner Geigerinnen sechs Woche lang jeden Donnerstag um 21 Uhr ein Werk des Zyklus. Nach vier Moll-Stücken sind wir inzwischen bei der vorletzten Komposition angelangt, der Sonate Nr. 3 in C-Dur. "Die Fuge im dritten Satz ist sicherlich der Höhepunkt Bachscher Polyphonie auf der Violine: Diesmal exponiert Bach kein spielerisches Thema wie in den ersten beiden Sonaten, sondern ein „schweres Thema“ im Sinne des Stile antico. Wie in den anderen beiden Sonaten bildet der 3. Satz einen kantablen Ruhepunkt, während das Finale einmal mehr eine Probe vertrackter Virtuosität, wenn auch beschränkt auf die Einstimmigkeit, bietet", heißt es auf der Webseite des Konzerthauses. Es spielt Midori Seiler.

Theater-Tipp

Die einen nennen Sie Tantaliden, die anderen Artriden - die Familie hat in der griechischen Mythologie jedenfalls gehörig mit dem Fluch zu kämpfen, den Stammvater Tantalos einst über sie gebracht hat, weil er die Allwissenheit der Götter testen wollte. Eine der Töchter, denen vom Schicksal übel mitgespielt wird, ist Iphigenie, die wiederum Goethe zur Zentralfigur seines auf Euripides basierenden Dramas "Iphigenie auf Tauris" gemacht hat. Das Deutsche Theater Berlin streamt von Donnerstag 18 Uhr bis Freitag Mittag eine Inszenierung von Wolfgang Langhoff von 1963 mit Inge Keller in der Titelrolle, die Aufzeichnung entstand 1969. Übrigens wird am DT schon bald wieder richtig gespielt, wenn auch draußen und mit Abstand: Ab 10. Juni ist auf dem Vorplatz das Stück zur Stunde zu sehen, eine dramatisierte Fassung von Albert Camus' Roman "Die Pest" von András Dömötör und Enikő Deés, Regie: András Dömötör.

Literatur-Tipp

Heute um 19.04 Uhr präsentiert Jakuta Alikavazovic in der Reihe "Weiter Lesen" des Literarischen Colloquiums Berlin ihren Roman "Das Fortschreiten der Nacht" (Aus dem Französischen von Sabine Mehnert, Edition Nautilus, 2020). Laut LCB geht es um "Liebe in Zeiten zunehmender Angst. Die Beziehung zwischen Paul und Amélia oszilliert über dreißig Jahre lang zwischen Nähe und Distanz, zwischen Geheimnissen und Wahrheit und letztlich zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Die einzige Gewissheit scheint die ewige Wiederholung der gleichen historischen Muster zu sein, denen Angst und Trauma zugrunde liegen. Jakuta Alikavazovic spürt diese Muster auf und schildert in ihrem erzählerisch mäandernden, stilistisch versatilen Roman eine scheinbar düstere Wirklichkeit." Die Autorin ist im Gespräch mit Natascha Freundel zu hören.

(Zusammenstellung: uba)

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