Die Berliner Philharmoniker und die Staatskapelle mit Livestream-Konzerten - und eine Ramadan-Soap in Hamburg

Foto: Leon Ospald/imloop@home/PerformingArtsFestival
Das große Finale der Streaming-Tipps Diese Online-Empfehlungen hat unsere Kulturredaktion für die nächsten Wochen

Streaming-Tipps für Samstag, 23. Mai

Klassik-Tipp 1

Das mit nur 15 Musikerinnen und Musikern auf dem Podium coronakonforme und live gestreamte Europakonzert der Berliner Philharmoniker am 1. Mai geriet so überzeugend - fürs digitale Publikum wie für die Philharmoniker selbst -, dass Kirill Petrenko jetzt schon das nächste Ereignis im gleichen Format angesetzt hat. An diesem Samstag um 19 Uhr dirigiert er erneut in der leeren Philharmonie (7-Tages-Ticket für die Digital Concert Hall 9,99 €, 14-Tages-Ticket 14,90 €). Auf dem Programm: Debussys klangfarbensattes Impressionistenmeisterwerk "Prélude à l’après-midi d’un faune", die temperamentvolle Kammermusik Nr. 1 von Paul Hindemith und Arnold Schönbergs "Verklärte Nacht" in der Fassung für Streichorchester, die so gar nicht zwölftönig, vielmehr spätromantisch-schwelgerisch daherkommt.

Theater-Tipp

An diesem Samstag endet Ramadan - in der arabischen Welt eine Zeit, in der sich das Publikum üblicherweise unzählige neue Fernseh-Soaps reinzieht. Was die Hamburger Kulturfabrik Kampnagel zum Anlass genommen hat, seit Ende April eine 17-teilige digitale "experimentelle, multilinguale Selfmade-Soap-Opera" zu produzieren mit dem kongenialen Titel "RAMADRAM". Die Darstellerinnen und Darsteller heißen Yasmin, Leyla, Abu oder Mustapha und sind selbst migriert oder geflüchtet. Passend zum Ende des Fastenmonats geht die letzte Folge heute online. Ebenfalls in Hamburg geht am Thalia Theater mit "Kabale und Liebe" der letzte Teil von Antú Romero Nunes' "Ode an die Freiheit. Ein Triptychon nach Friedrich Schiller" online. "Entstanden ist ein bis dahin nicht dagewesenes Format", heißt es auf der Webseite. "Die Filme "Maria Stuart", "Wilhelm Tell" und "Kabale und Liebe" sind weder abgefilmtes Theater noch Probendokumentation oder Making Of, sondern eine hochaktuelle, künstlerische Auseinandersetzung mit Theater in Zeiten von Corona, die den sich ständig verändernden Status Quo spiegelt."

Klassik-Tipp 2

Kleiner Hoffnungsschimmer: Die Bühne der Staatsoper wird wieder bespielt, wenn auch natürlich noch ohne Publikum. Seit kurzem gibt es jeden Freitag ein Livestream-Konzert mit Mitgliedern der Staatskapelle Berlin, dem alle Beteiligten in ausreichend Abstand auftreten, das gestrige Konzert kann auf Youtube verfolgt werden. Auf dem Programm zwei Werke von Ludwig van Beethoven: Das Sextett op. 81b für zwei Hörner und Streicher und drei schottische Lieder für Tenor (Stephan Rügamer) und Klaviertrio.

(Zusammenstellung: uba)

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