Welches Werk passt zu mir? Berliner Künstler*innen bieten ihre Arbeiten zum Kauf an. Collage: TSP
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Update Aktion: Support your local artist Kunst zu verkaufen

Die Coronakrise trifft auch Künstlerinnen und Künstler, Ausstellungen wurden abgesagt oder verschoben. Aber Kunst wird ja trotzdem weiterhin gemacht. Schauen Sie sich um in unserem virtuellen Ausstellungsraum!

Viele Ausstellungen wurden in den vergangenen Wochen komplett gestrichen, andere sind verschoben worden. Erst ganz langsam geht es wieder los. Wir möchten Ihnen einen Eindruck davon vermitteln, was in den Ateliers und Studios der Stadt passiert. Deshalb haben wir Kunstschaffende gebeten, jeweils ein konkretes Werk vorzustellen, eines, das sie in dieser Zeit zum Verkauf anbieten. Lernen Sie die Menschen und ihre Arbeiten kennen – und finden Sie vielleicht ein tolles Teil, um Ihre Wohnung zu einem schöneren Ort zu machen. Gerade jetzt!

Wir werden die bei uns eingegangenen Vorschläge sukzessive hier veröffentlichen. Schauen Sie also gern regelmäßig vorbei – und nehmen Sie bei Interesse direkt mit den Künstler*innen Kontakt auf.

JANA SCHULZ, BERLIN

Jana Schulz: Wer macht im Krieg die Musik? Ihr meint wohl die Kanon‘? Doch pro Kanon‘ ein Ton, das würd‘ sich nicht lohn‘, 2017, Schallplatte. Foto: Jana Schulz Vergrößern
Jana Schulz: Wer macht im Krieg die Musik? Ihr meint wohl die Kanon‘? Doch pro Kanon‘ ein Ton, das würd‘ sich nicht lohn‘, 2017, Schallplatte. © Jana Schulz

1. Wer sind Sie? 

Jana Schulz, Berlin. Video und Sound

2. Welches Kunstwerk bieten Sie an?

Wer macht im Krieg die Musik? Ihr meint wohl die Kanon‘? Doch pro Kanon‘ ein Ton, das würd‘ sich nicht lohn‘

2017, Schallplatten-Edition, 12.04 Min. Gitarre, Synthesizer Korg Ms 20, Bandecho Echolette Ng 51: Stefan Schöneich Titel: Andy Alanis. Offsetdruck, Auflage: 7 + 3 AP, 200 Euro.

Die Schallplatte ist Teil der mehrteiligen Arbeit Andy Alanis, in der ich eine Figur inszeniere, die auf realen Dokumenten basiert, die fiktional weiterentwickelt werden. In Texten, Musikstücken und Tonbandaufnahmen äußert Alanis seine Sehnsucht nach Anerkennung und sein Begehren nach „Jana“. 

Ich werde für ihn zu einem möglichen Außen; in seinem Material wird deutlich, dass er nicht frei gelebt hat. Jahre später (nach seinem Tod) antworte ich mit einer umgekehrten Projektion. Wie hätte Alanis Musik geklungen, wenn er in den 70ern Popstar gewesen wäre? Zusammen mit dem Musiker Stefan Schöneich ist eine Komposition entstanden, die sich auf Krautrock und den Beginn elektronischer Musik bezieht.

3. Warum gerade dieses Werk, jetzt?

Weil die Isolation eine zentrale Rolle in der Arbeit einnimmt.

4. Kontakt

Webseite / E-Mail: mail@janaschulz.info

VALENTINA MURABITO, BERLIN-CHARLOTTENBURG

Valentina Murabito, „1878. The horse in motion“, 36 x 30 cm, analog s/w Fotografie, Handabzug auf Holz. Foto: Valentina Murabito, VG Bild-Kunst Bonn, 2020 Vergrößern
Valentina Murabito, „1878. The horse in motion“, 36 x 30 cm, analog s/w Fotografie, Handabzug auf Holz. © Valentina Murabito, VG Bild-Kunst Bonn, 2020

1. Wer sind Sie?

Valentina Murabito, geboren 1981 in Giarre/ Italien, Studium an der Accademia di Belle Arti in Catania und an der Moholy-Nagy-University of Art and Design in Budapest, heute: Fotokünstlerin in Berlin, Atelier in Charlottenburg, Galerievertretungen in Berlin, München und Chania (Griechenland).

2009 kam ich der Philosophie willen nach Berlin. Ich wollte lernen, Autoren wie Friedrich Nietzsche oder Arthur Schopenhauer auf Deutsch zu lesen. Momentan befasse ich mich viel mit Giorgio Agambens Theorien zur Biopolitik, einer Politik, die in unser biologisches Leben eindringt. Was vorher subtil war, spüren wir jetzt täglich. Wir können im Moment nicht mehr frei bestimmen, wo wir unsere Körper hinbewegen, wie wir leben und sterben wollen, gerade jetzt in Italien.

2. Welches Kunstwerk bieten Sie an?

„1878. The horse in motion“, 36 x 30 cm, analog s/w Fotografie, Handabzug auf Holz, Unikat, 2019. Preis: 4.600 Euro (mit Objektrahmen und Museumsglas, MwSt. inkl.)

Alle meine Analogfotografien sind Unikate. Das Fotoshooting ist für mich wie eine Skizze, erst in der Dunkelkammer entsteht das eigentliche Werk. Dort bearbeite ich meine Bilder mit Erdpech (Bitumen), schraffiere oder „häute“ sie, entwickle sie per Hand auf Materialien, die seit Jahrhunderten genutzt werden, wie Holz oder auf aktuellen Materialien wie Stahl, Beton, Bitumen (auf meiner Webseite gibt es einen Arte-Fernsehbeitrag dazu).

3. Warum gerade dieses Werk, jetzt?

Heute ist Effizienz das höchste Gebot. Der Mensch verhält sich respektlos gegenüber der Umwelt und dem natürlichen Rhythmus der Tiere. Sie vegetieren in Massentierhaltung, um zu sterben. „1878. The horse in motion“ ist Teil meines zeitgenössischen Bestiariums aus Bildern, in dem ich auf dieses Missverhältnis aufmerksam mache.

Im Mittelalter malten Mönche diese moralisierenden Codices und schrieben Hunden, Drachen oder Einhörnern menschliche Eigenschaften wie Güte oder Stärke zu. Davon inspiriert, fotografierte ich auf meiner Heimatinsel Sizilien Hirten, die in Harmonie mit ihrem Vieh leben. Seit vielen Generationen lassen sie Pferde, Schafe, Ziegen und Kühe in der fruchtbaren Landschaft des Ätna grasen und melken sie per Hand wie schon ihre Großväter. Sie sind Teil einer aussterbenden Welt.

In der Dunkelkammer „verwandelte“ ich die Abbilder der Tiere, indem ich zum Beispiel ihre Leiber aufblähe oder aufbreche bei trockenem Sand, so auch in „1878. The horse in motion“. Einer Kuh habe ich vier Augen „gezaubert“ und Schafe unter Bitumen erstickt. 

Mein Bestiarium soll archaisch wirken wie die Höhlenmalereien der Grotten von Lascaux, die entstanden, als der Mensch noch im Einklang mit der Natur lebte. 

4. Kontakt

Webseite / Instagram /E-Mail: info@valentina-murabito.com

LUCAS BUSCHFELD, BERLIN-OBERSCHÖNEWEIDE

Lucas Buschfeld, „Onographic Works (Type F)“, 2020, Pigmenttusche auf Papier. Foto: Lucas Buschfeld Vergrößern
Lucas Buschfeld, „Onographic Works (Type F)“, 2020, Pigmenttusche auf Papier. © Lucas Buschfeld

1. Wer sind Sie?

Lucas Buschfeld, Berlin, Studio Lucas Buschfeld, Berlin-Oberschöneweide. 

Ich verfolge in meiner Kunst einen interdisziplinären Ansatz. Meine minimalen und kontemplativen, meist installativen oder grafischen Arbeiten, befassen sich maßgeblich mit natürlichen Phänomenen, Strukturen und Prozessen und offenbaren den Rezipientinnen und Rezipienten Einblicke in eine universelle Schönheit.

Sie öffnen einen Raum für die sinnliche Wahrnehmung natürlicher Gesetzmäßigkeiten und erlauben es Betrachtern, ihr Erleben einer objektiven, physischen Realität um die Dimension einer sinnlich konstruierten Wirklichkeit zu erweitern.

2. Welches Kunstwerk bieten Sie an?

„Onographic Works (Type F)“, 2020, Pigmenttusche auf Papier, Unikate, verso signiert und datiert, Distanzrahmen, weiß lackiertes Aluminium, Schott Mirogard Museumglas, 297 x 210 mm (gerahmt 309 x 222 mm). Preis: 1200 Euro, 3er-Reihe: 2800 Euro.

Diese grafischen Arbeiten sind das Ergebnis eines speziell entwickelten Verfahrens, welches ich „Onografie“ nenne. Dabei entstehen sehr reduzierte, zarte und grafische Momentaufnahmen des Ephemeren im Zeitpunkt des Vergehens. 

Die Werke entstehen mit Hilfe von farbiger Seifenlauge. Durch die Steuerung verschiedener Parameter im Prozess des Mischens der Lösung und des mechanischen „Auftragens“ auf das Papier kann der Zufall in bestimmte Bahnen gelenkt werden, so dass durch einzelne Blasen oder Schaumgebilde eine Vielzahl von formal interessanten und teils dreidimensional wirkenden Strukturen entstehen können. 

Da diese Prozesse auf physikalischen Gesetzen beruhen, erinnern die Arbeiten in ihrer Form an andere aus der Natur bekannte Konstellationen.

3. Warum gerade dieses Werk, jetzt?

Blasen und Schaum sind nicht nur Zeugnis der unglaublichen Eleganz eines natürlichen, sich selbst organisierenden Konstruktionsprinzips, sondern zugleich eine oft gebrauchte und starke Metapher. Auch wenn wir in unserer Blase gerade eine soziale Isolation verspüren, sind wir doch jederzeit und überall untrennbar mit allem und allen verbunden, ganz so wie eine einzelne Blase Teil einer größeren und formal komplexeren fragilen Schaumstruktur ist.

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CORNELIA RENZ, BERLIN-CHARLOTTENBURG

Cornelia Renz, „Sweet Home“, 100 x 100 x 6 cm, Pigmentstift auf zwei Scheiben Acrylglas, 2019 vor „Heimat. Los“,  Wandarbeit (Malerei, Stofffolie), Maße variabel, 2019. Foto: Cornelia Renz, VG Bild-Kunst, Bonn 2020 Vergrößern
Cornelia Renz, „Sweet Home“, 100 x 100 x 6 cm, Pigmentstift auf zwei Scheiben Acrylglas, 2019 vor „Heimat. Los“,  Wandarbeit (Malerei, Stofffolie), Maße variabel, 2019. © Cornelia Renz, VG Bild-Kunst, Bonn 2020

1. Wer sind Sie?

Ich bin Cornelia Renz, seit 2001 in Berlin. Zurzeit lebe und arbeite ich in Berlin und Tel Aviv. Mein Studio ist in der Atelierhausgenossenschaft Stieffring 7 in Nord-Charlottenburg.

Aus der Tradition der figurativen Malerei kommend, erforsche ich mit meinen Bildern, wie stark unsere menschliche Realität auf dem Körper basiert und doch von sozialen Konventionen und Tabus geformt wird. Ich untersuche (Vor)-Bilder und Rollenmodelle, die sich im Laufe der Zeit zu einem scheinbar natürlichen Bild der Welt verfestigen.

Dazu entwickelte ich eine Art Hinterglasmalerei auf zwei Scheiben Acrylglas, die erst aufeinander montiert das Gesamtbild ergeben und arbeite mit Material, das für technische Zeichnungen verwendet wird. Formal und inhaltlich spiegelt diese Technik mein Collage-Verfahren, mit dem ich neben kunsthistorischen Zitaten Bilder aus allen Bereichen der visuellen Kultur – wissenschaftliche Illustrationen, Comics,  Werbung – dekonstruierend in einen anderen Kontext überführe und ihnen eine neue Bedeutung zuweise. Mit ihrer Kühle tritt meine technische Herangehensweise in einen eigenwilligen Kontrast zu meiner ambivalenten Motivwelt, die den Menschen, sein Geschlecht, seine Macht- und Rollenspiele und seine psychischen Abgründe in den Mittelpunkt stellt.

2. Welches Kunstwerk bieten Sie an?

„Sweet Home“, 100 x 100 x 6 cm, Pigmentstift auf zwei Scheiben Acrylglas, 2019 vor „Heimat. Los“,  Wandarbeit (Malerei, Stofffolie), Maße variabel, 2019. Preis Gesamt: 6 000 Euro (inklusive Anpassung der Wandarbeit an den zukünftigen Hängeort und Ausführung). „Sweet Home“ ist auch einzeln zu erwerben. Preis: 4 500 Euro.

„Sweet Home“ ist eine Referenz an die „Heiligen Körper“ – Knochenreliquien meiner bayrischen Heimat. Ein geschmückter Todesengel lockt mit einem Wurm. Die Arbeit hängt vor der Wandarbeit „Heimat. Los“, die auf die Willkür der Beheimatung anspricht. 

Wer kann schon vorhersehen, wann er aus der Heimat vertrieben wird oder flüchten muss? Damit ist auch das „Sweet Home“ der Acrylglasarbeit doppelt brüchig. Es verweist auf die Vanitas-Unvorhersehbarkeiten des Lebens, aber auch darauf, dass Heimat oft blutig verteidigt oder erkämpft wird.

3. Warum gerade dieses Werk, jetzt? 

Lange stand bei meiner Untersuchung der sozialen Konventionen und ihrer Auswirkung auf unsere gelebte Wirklichkeit das Thema Gender im Vordergrund. In meinen beiden letzten Einzelausstellungen beschäftigte ich mich mit dem Begriff Heimat. 

Dass ich mich diesem Thema widme, hat – neben den aktuellen politischen Entwicklungen hierzulande – auch mit meinem Atelierstipendium in Israel zu tun, ein Land, in dem ich bis heute zur Hälfte lebe. Israel brachte mich mit Aspekten von  Heimat in Berührung, etwa mit der Frage, welches Verhältnis Heimische, Vertriebene und Zugewanderte zum Begriff der „Heimat“ haben. Das regte mich dazu an, mein Verhältnis zur eigenen Heimatregion zu untersuchen. 

Gerade die Corona-Krise zeigt, wie sehr die Idee der Heimat auch im Sinne von „Versorgtsein“ auf dem Nationalstaat beruht. Die Grenzen sind geschlossen, alle in der Fremde wollen „heim“, u.a. weil ihnen dort Sozialleistungen gewährt werden, die in der Fremde den „Heimischen“ vorbehalten bleiben. Die globalisierte Vernetzung wurde ganz schnell brüchig. Daher erscheint mir „Sweet Home“ vor der Wandarbeit „Heimat. Los“ relevant.

4. Kontakt

Webseite / E-Mail:  info@corneliarenz.info

BETTINA WÄCHTER, BERLIN-NEUKÖLLN

Bettina Wächter, „Lichtraum XIII“, 2020, Ölkreiden auf Alabastergips, 9,5 x 17,0 x 3,0 cm. Foto: Bettina Wächter, VG Bild-Kunst Bonn, 2020 Vergrößern
Bettina Wächter, „Lichtraum XIII“, 2020, Ölkreiden auf Alabastergips, 9,5 x 17,0 x 3,0 cm. © Bettina Wächter, VG Bild-Kunst Bonn, 2020

1. Wer sind Sie?

Bettina Wächter, geboren in Troisdorf, 1998 Diplom freie Kunst an der Kunstakademie Münster (Meisterschülerin), Malerin, Lichtkünstlerin, Kreativitätstrainerin, Dozentin an der Europäischen Kunstakademie Trier, Mitglied beim VdBK 1867, lebt und arbeitet in Berlin Nord-Neukölln.

Licht hat auf mich immer eine große Faszination ausgeübt. Es ist für uns nur dann sichtbar, wenn es reflektiert wird, etwa von Wand und Boden. Deshalb konzentriere ich mich auf das Licht im Raum als alleinigen Gegenstand meiner künstlerischen Untersuchungen. Das Licht bedeutet in meinen Arbeiten nichts außerhalb seiner selbst. Ich thematisiere die spannende Beziehung zwischen Bild und Raum: Nehmen wir das Bild als Spiel von Farbflächen oder als dreidimensionalen Raum wahr?

2. Welches Kunstwerk bieten Sie an?

„Lichtraum XIII“, 2020, Ölkreiden auf Alabastergips, 9,5 x 17,0 x 3,0 cm. Preis: 980 Euro.

3. Warum gerade dieses Werk, jetzt?

Meine Bilder zeigen Orte, die menschenleer sind - so unbevölkert wie im Lockdown. Wir sehen leere, lichtdurchflutete Räume. Weder Gegenstände noch Lebewesen unterbrechen die Stille. Die Leere lädt dazu ein, den Raum in der Fantasie zu betreten. Hier kann ich meinen Geist spazieren gehen lassen.

Die leicht strukturierte Oberfläche auf massivem Alabastergips erinnert an südliche Eindrücke von gekalkten Wänden. Tatsächlich sind meine Arbeiten von Reisen nach Südeuropa inspiriert. Häufig fühlen sich die Menschen beim Betrachten meiner Arbeiten an einen Ort erinnert, den sie kennen, oder nach dem sie sich sehnen.

Das Bild trägt Licht in unser Zuhause. Die meisten Menschen nehmen zunächst die Beziehung der Farbflächen zueinander wahr. Einen Augenblick später entfaltet sich ein dreidimensionaler Zusammenhang und ein Raum entsteht, den man beinahe betreten kann. Dieser Ort ist dann wie ein sehr persönlicher und privater Raum, weil man ihn allmählich für sich entdeckt. 

Das Kunstwerk zieht den Blick auf sich und vermittelt uns trotz – oder wegen – seiner geringen Größe ein Gefühl befreiender Weite. „Eine Empfindung von Versenkung und Kontemplation – sie macht Substanz und Aura dieser Bilder aus.“ (Manfred Schneckenburger)

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JAN HERDLICKA, BERLIN

Jan Herdlicka: "RE:Konstrukt I", 2016, Collage auf Papier, 40x30cm, Unikat. Foto: Jan Herdlicka Vergrößern
Jan Herdlicka: "RE:Konstrukt I", 2016, Collage auf Papier, 40x30cm, Unikat. © Jan Herdlicka

1. Wer sind Sie?

Mein Name ist Jan Herdlicka, ich bin bildender Künstler und lebe und arbeite in Berlin. Ich habe u.a. bei der schwedischen Fotografin Anna Strand am K3 in Malmö studiert und promoviere momentan am Institut für Kunst- und Bildgeschichte der HU Berlin. In bildender Kunst und Forschung setze ich mich mit Kommunikationswegen zwischen humanen und nonhumanen Akteuren auf dem Planeten Erde auseinander. 

2. Welches Kunstwerk bieten Sie an?

"RE:Konstrukt I", 2016, Collage auf Papier, 40x30cm, Unikat. Preis: 600 Euro, gerahmt.

3. Warum gerade dieses Werk, jetzt?

Die Arbeit hinterfragt angestammte Denkweisen einer Trennbarkeit von Mensch und Natur und illustriert, an Stelle dieser, das omnipräsente Verflochtensein beider Sphären. Die darin impliziten gegenseitigen Abhängigkeiten waren selten so veranschaulicht, wie in der gegenwärtigen Phase der Pandemie.

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Ivana de Vivanco, Leipzig

Ivana de Vivanco, „Coming around “, Öl auf Leinwand, 190 x 190 cm, 2019. Foto: Ivana de Vivanco Vergrößern
Ivana de Vivanco, „Coming around “, Öl auf Leinwand, 190 x 190 cm, 2019. © Ivana de Vivanco

1. Wer sind Sie?

Mein Name ist Ivana de Vivanco. Ich bin eine peruanisch-chilenische Künstlerin, die sich mit Malerei, Grafik und Skulptur beschäftigt. Ich studierte bildende Kunst an der Universität von Chile in Santiago und an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig (Meisterschülerin).

2. Welches Kunstwerk bieten Sie an?

„Coming around “, Öl auf Leinwand, 190 x 190 cm, 2019. Preis: 7.800 Euro.

3. Warum gerade dieses Werk, jetzt?

In diesem Bild, das gerade in der Kunsthalle Darmstadt hängt, lässt sich eine Spur der gegenwärtigen Quarantäne-Situation erkennen, bei der private Räume und Beziehungen „indoors“ eine besondere Rolle spielen. Die Ausstellung in der Kunsthalle läuft noch bis Juni 2020, im Moment ist sie leider geschlossen. Hoffentlich öffnet sie sich bald wieder fürs Publikum und Sie können rumkommen, um sie zu bestaunen.

PS: Hier gibt es ein Coronavirus-Malbuch für Kinder von Ivana de Vivanco und Steffen Elsner: www.coronacolouringbook.com

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 KATJA PUDOR, BERLIN-PRENZLAUER BERG

Katja Pudor, „Future Proof #27“, 2020, Collage, Gouache auf Papier, Cut outs von Buchseiten, 38,5 cm x 29,5 cm. Foto: Katja Pudor Vergrößern
Katja Pudor, „Future Proof #27“, 2020, Collage, Gouache auf Papier, Cut outs von Buchseiten, 38,5 cm x 29,5 cm. © Katja Pudor

1. Wer sind Sie?

Katja Pudor, ich wohne in Berlin, in Prenzlauer Berg, mein Studio ist im Atelierhaus rs20, in der Rungestraße. Ich bin bildende Künstlerin, Zeichnerin und arbeite in den Formaten Installation, Performance und Grafik, die Zeichnung arbeitet dabei als Vermittlungsspur.

Mein Thema ist die Zeit. In meinen Arbeiten möchte ich sichtbar machen wie Zeit wirkt, wo sich Energien von Vergangenheit in der Gegenwart und der Zukunft ablagern.

2. Welches Kunstwerk bieten Sie an?

„Future Proof #27“, 2020, Collage, Gouache auf Papier, Cut-outs von Buchseiten, 38,5 cm x 29,5 cm, Preis: 650 Euro.

Die Arbeiten der Werkreihe „Future Proof“ verweisen auf eine der Hauptfragen dieser Zeit: In welcher Beziehung wollen wir zum Rest der Natur stehen, die wir so erfolgreich verdrängt haben und die doch in dieser oder jener Form zurückkehrt? Sie verbildlichen meine Vorstellung, was die Welt ohne uns sein könnte.

3. Warum gerade dieses Werk, jetzt?

„Future Proof #27“ ist im April entstanden. Die neuen Arbeiten führen die Thematik der Werkreihe weiter: Architektonische Landschaften kommen ohne jedes Lebewesen aus.  

Das ist die Erfahrung von Ende März an: leere Plätze und S-Bahn-Stationen, ganze Straßenzüge ohne ein Auto.

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MARKUS HOFFMANN, BERLIN-SCHÖNEBERG

Markus Hoffmann, „Birth“, 2019, Autoradiographie, Mehrfachbelichtung von analogem Filmmaterial mit radioaktivem Gestein. 63 x 43 x 3 cm. Foto: Markus Hoffmann Vergrößern
Markus Hoffmann, „Birth“, 2019, Autoradiographie, Mehrfachbelichtung von analogem Filmmaterial mit radioaktivem Gestein. 63 x 43 x 3 cm. © Markus Hoffmann

1. Wer sind Sie?

Markus Hoffmann, Berlin, geboren 1982 in Passau, Malzfabrik Gemeinschaftsatelier Schöneberg-Tempelhof. In meiner Arbeit experimentiere ich mit Vorstellungen von Wahrnehmung, Zeit, Ort, persönlicher Geschichte und kollektivem Gedächtnis. Dabei bediene ich mich eines Vokabulars an ambivalenten Materialien, wie radioaktiven und historischen Artefakten, chemischen Industrieabfällen, Pilzen, Heilpflanzen und pharmazeutischen Wirkstoffen. Ich untersuche sowohl ihre kontroverse Position in der Gesellschaft, als auch das Paradox ihrer ästhetischen, seltsamen Schönheit.

Von der Faszination für das Prozesshafte angetrieben, eröffnen meine Arbeiten poetische Zugänge zu Phänomenen, die häufig an der Grenze menschlicher Wahrnehmbarkeit liegen. Die Werke erscheinen oft als Hybride zwischen Kunst, Wissenschaft und Architektur und bewegen sich bedienen sich kunsthistorischer und wissenschaftlicher Referenzsysteme. 

Zum Einsatz kommt ein vielseitiges Spektrum an Medien: u.a. konzeptionelle Fotografie, zeitbasierte und kinetische Skulpturen, Installationen. Außerdem bin ich Mitbegründer des Künstlerkollektivs DAS NUMEN.

2. Welches Kunstwerk bieten Sie an?

„Birth“, 2019, Autoradiographie, Mehrfachbelichtung von analogem Filmmaterial mit radioaktivem Gestein. Fine Art Print, kaschiert auf Alu Dibond, 63 x 43 x 3 cm, hinter Anti-Reflex-Museumglas. Preis: 3400 Euro, netto (Edition 3+2 AP).

Das bestrahlte Negativ-Foto zeigt den Kernreaktor in München, Deutschlands ersten Versuchsreaktor, das „Garchinger Ei“. Das Reaktorgebäude wurde von dem Architekten Gerhard Weber geplant, einem Schüler des Bauhauslehrers Ludwig Mies van der Rohe. Die weißen Stellen entstehen durch die Bestrahlung der unentwickelten Negative im Labor mit radioaktivem Gestein.

3. Warum gerade dieses Werk, jetzt?

In der Arbeit wird das Potenzielle, das Unsichtbare erfahrbar. Das Werk reibt sich an den Metakontexten Ungewissheit, Spekulation, Isolation, Mutation und Transformation des aktuellen Zeitgeschehens. Das Sichtbarwerden beziehungsweise Erfahrbarwerden von Situation wie der aktuellen Krise ist durch viele Faktoren bedingt. Diese sind nicht abschätzbar. Es ist nicht klar, was dazu geführt hat, dass das Virus entstand. Wissenschaftlich betrachtet, handelt es sich um eine Mutation. Diese werden durch radioaktive Strahlung begünstigt.

In einer Krise tritt zutage, was vorher nicht bewusst war. Die Eiform des Reaktors zeigt die damalige Hoffnung in die Kernkraft. Angesichts des Reaktorunglücks in Tschernobyl und des aktuellen Waldbrandes vor Ort, der zur Freisetzung von radioaktivem Material führte, ist das eine traurige Re-Aktualisierung unserer Fehleinschätzung.

Dennoch ermöglicht jede Krise auch die Chance auf eine neue Haltung der Welt gegenüber. Das Symbol des Eis steht kunstgeschichtlich für Fruchtbarkeit und Neuanfang. Im Prinzip ist jeder Neuanfang mit Risiko und Spekulationen verbunden, die, mit wachem Geist betrachtet, dazu aufrufen sollten, die selbstverschuldete Unmündigkeit zu überwinden.

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HANNA HENNENKEMPER, BERLIN-WEISSENSEE

Hanna Hennenkemper: "Dein Denken, diese andere Farbe", 2013, Buntstifte auf Papier, 56 x 76 cm. Foto: Hanna Hennenkemper Vergrößern
Hanna Hennenkemper: "Dein Denken, diese andere Farbe", 2013, Buntstifte auf Papier, 56 x 76 cm. © Hanna Hennenkemper

1. Wer sind Sie?

Mein Name ist Hanna Hennenkemper. Ich bin Zeichnerin und Druckgrafikerin und lebe und arbeite in Berlin-Weißensee. Ich habe in Kiel bei Prof. Ekkehard Thieme und an der Weißensee Kunsthochschule Berlin bei Prof. Hanns Schimansky studiert. Seit 2006 lehre ich an der Weißensee Kunsthochschule Berlin, an der Burg Giebichenstein in Halle/Saale und an der Hochschule Luzern zeitgenössische Zeichnung und Druckgrafik.

2. Welches Kunstwerk bieten Sie an?

„Dein Denken, diese andere Farbe“, 2013, Buntstifte auf Papier, 56 x 76 cm, Preis: 2500 Euro, gerahmt.

3. Warum gerade dieses Werk, jetzt?

Ich stelle eine farbige Buntstift-Zeichnung vor, die in je drei Reihen übereinander angeordnet etwas zeigt, das motivisch zwischen Blütenblättern und Zungen changiert. Die Arbeit entstand Pfingsten 2013 und heißt „Dein Denken, diese andere Farbe“. In den leuchtenden Blütenzungen gibt es eine Art Gradmesser, der die Anteile zueinander auspegelt, doch das scheint in Bewegung.

Am Ende ergibt sich die eigentliche Form durch die notwendige Entgegnung des Unbekannten, des Anderen. Die Arbeit ist für mich von lebendiger Achtsamkeit wie von eben dieser geistig-sinnlichen Freude am konstitutiv Anderen und Fremden motiviert, weshalb ich sie eben jetzt auswähle.

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Website / E-Mail

DAGMARA GENDA, BERLIN

Dagmara Genda, Collage ohne Titel (Sanssouci), 2020, Papier, Tusche, Sprühfarbe, 42 x 59,4 cm (hier als Ausschnitt zu sehen). Foto: Dagmara Genda Vergrößern
Dagmara Genda, Collage ohne Titel (Sanssouci), 2020, Papier, Tusche, Sprühfarbe, 42 x 59,4 cm (hier als Ausschnitt zu sehen). © Dagmara Genda

1. Wer sind Sie?

Dagmara Genda. Ich wohne und arbeite in Berlin. Ich mache unter anderem Zeichnungen auf Papier und dreidimensionale Zeichnungen im Raum.

2. Welche Kunstwerk bieten Sie an?

Collage ohne Titel (Sanssouci), 2020, Papier, Tusche, Sprühfarbe, 42 x 59,4 cm. Preis: 1.600 Euro (gerahmt).

Ich habe 2018 mit dem Zeichnen von klassischen Gartenskulpturen angefangen, als ich zum ersten Mal wirklich wahrgenommen habe, wie skurril sie eigentlich sind. Sie bilden Szenen von Bedrohung und Gewalt ab, die die Kulisse unserer europäischen Geschichte formen. Aufgrund ihrer vertrauten Familiarität verschwinden sie in den Hintergrund oder werden als veraltete Motive abgetan. Ich wollte diese Figuren neu darstellen und ihnen einen neuen Kontext geben.

3. Warum gerade dieses Werk, jetzt?

Weil wir nicht so einfach rausgehen können, die Skulpturen selbst zu sehen.

4. Kontakt

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NINA SCHÖNEFELD, BERLIN-PRENZLAUER BERG

Nina Schönefeld: "#preppercoat", Wandskulptur, 2016, verschiedene Materialien, Einzelstück. Foto: Nina Schönefeld Vergrößern
Nina Schönefeld: "#preppercoat", Wandskulptur, 2016, verschiedene Materialien, Einzelstück. © Nina Schönefeld


1. Wer sind Sie?

Nina E. Schönefeld, Studio: Käthe-Niederkirchner-Straße, Prenzlauer Berg. Ich habe an der Universität der Künste Berlin meinen Meisterschüler gemacht und dort meine kunstwissenschaftliche Doktorarbeit zum Thema „Die Tendenz zum Farbobjekt“ geschrieben. Ich habe längere Zeit in London gelebt und sowohl am Central Saint Martins College als auch am Royal College of Art Stipendien erhalten. Seit mehreren Jahren halte ich Vorträge über Bildende Kunst an privaten Kunstschulen. Meine Videoarbeiten wurden unter anderem im Palazzo Ca' Zanardi in Venedig, im Goethe-Institut in Peking, im FED.Square in Melbourne und auf der Manhattan Bridge in New York präsentiert. 2018/19 hatte ich eine Einzelausstellung in der Berlinischen Galerie (12x12 Programm) und 2019 eine Museumsausstellung in Korea im Aram Art Museum mit Candice Breitz, Yeondoo Jung, David Krippendorff, Hyungkoo Lee, Warren Neidich, Young-jun Tak, Li Zhenhua.

2. Welches Kunstwerk bieten Sie an?

„#preppercoat, Wandskulptur, 2016, verschiedene Materialien, Einzelstück. Preis: 5.500 Euro.

Der Begriff „Prepper“  bezieht sich auf Überlebenskünstler, die sich aktiv auf Notfälle vorbereiten, einschließlich möglicher Störungen der sozialen oder politischen Ordnung. Die Arbeit wurde während der Manifesta 2016 (kuratiert von Christian Jankowski und Maurizio Cattelan) in Zürich zum ersten Mal präsentiert. „#preppercoat“  war dort Teil der Performance-Serie „Some Demonstrations“ von Charlie Stein. Am Ende der Performance-Serie verschwand Charlie Stein im goldenen Mantel von einem Hubschrauber-Stützpunkt in den Schweizer Alpen – dabei hatte sie alles, was ein echter Prepper zum Überleben braucht, wenn er auf der Flucht ist: Zahnbürste, Alkohol, Salz, Waffen, Werkzeuge, Prepaid-Telefone und Goldmünzen...

3. Warum gerade dieses Werk, jetzt?

Der #preppercoat bekommt in Zeiten von Corona eine neue Aktualität. Er bietet die Möglichkeit, in totaler Abgeschiedenheit zu überleben. Der Mantel ist entstanden in der Auseinandersetzung mit dem Thema „Was brauche ich wirklich, um im Fall einer weltweiten Katastrophe überleben zu können?“. Der Käufer oder die Käuferin des Mantels ist grundsätzlich gewappnet.

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ANNA BOROWY, BERLIN

Anna Friedrike Borowy, „Jakob“ , Öl auf Leinwand 160 x 150 cm, entstanden 2016. Foto: Anna Friedricke Borowy Vergrößern
Anna Friedrike Borowy, „Jakob“ , Öl auf Leinwand 160 x 150 cm, entstanden 2016. © Anna Friedricke Borowy

1. Wer sind Sie?

Mein Name ist Anna Borowy, 19.3.1985 in Uelzen geboren, ich lebe seit 2004 in Berlin, habe Malerei an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee bei Prof. Werner Liebmann studiert. Schon während des Studiums lernte ich die Galerie janinebeangallery in der Torstraße kennen, von der ich seit 2010 national und international vertreten werde :).

Welches Kunstwerk bieten Sie an?

„Jakob“, Öl auf Leinwand 160 x 150 cm, entstanden 2016. Preis: 6200 Euro

3. Warum gerade dieses Werk, jetzt?

Tatsächlich befand sich mein guter Freund Jakob (der mein Model für dieses Gemälde war) zum Zeitpunkt der Entstehung dieses Werks in einer persönlichen Krise, in der er sich von allen Menschen zurückgezogen hatte, um in seinem eigenen kleinen Mikrokosmos zu sich zurückzufinden und aus seiner Isolation Kraft zu schöpfen. Die Einsamkeit und Isolation, die ich in diesem Bild fühle, und die ich versucht habe einzufangen, fühlt sich dem aktuellen Zustand sehr ähnlich an.

Ist es nicht wie eine Reise in eine nie dagewesene Parallelwelt? So wie Jakob in dieser dreamy, weichen, wölkchenartigen, surrealen Zwischenwelt verweilt und einfach nur da ist, empfinde ich die aktuelle Isolation zur Eindämmung der Pandemie

Vielleicht können wir uns diesen Zustand zunutze machen, nicht denken, dass wir gezwungenermaßen völlig abgeschnitten von sozialem Leben leiden müssen - sondern die gewonnene Zeit für uns selbst nutzen, um uns (ohne sonst immer vorhandene Ablenkung) vollkommen unserem Innenleben und Bedürfnissen zu widmen. So wie mein Jakob das in diesem Gemälde tut.

4. Kontakt

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MARTIN ZELLERHOFF, BERLIN

Martin Zellerhoff,  „Topas (Spionagekamera mit Fernglas) “, Fotografie aus dem Jahr 2019. Ein Mann schaut durch ein Fernglas, an dessen zweites Okular eine Spionagekamera befestigt ist. Doch der Mann steht in einem Fotostudio, er spioniert nicht wirklich, er tut nur so. Foto: Martin Zellerhoff Vergrößern
Martin Zellerhoff,  „Topas (Spionagekamera mit Fernglas) “, Fotografie aus dem Jahr 2019. Ein Mann schaut durch ein Fernglas, an dessen zweites Okular eine Spionagekamera befestigt ist. Doch der Mann steht in einem Fotostudio, er spioniert nicht wirklich, er tut nur so. © Martin Zellerhoff

1. Wer sind Sie?

Martin Zellerhoff, 1964 in Düsseldorf geboren. Ich studierte in Berlin, Essen, Leipzig und Helsinki und lebe heute in Berlin.

In meinem Oeuvre dokumentiere ich das fotografische Equipment als technische Artefakte einer aussterbenden Spezies. Ich untersuche aber auch die tiefgreifende Veränderung, die technische, von Maschinen erzeugte Bilder für unsere Wahrnehmung bedeuten, sowie deren Auswirkung auf soziale Gebräuche. Meine Arbeit ist eine Auseinandersetzung mit einem Transformationsprozess in Echtzeit, dessen Folgen weit umfassender sind als der Ersatz der Schwarzweiß- durch die Farbfotografie.

Sie thematisiert die digitalen Verbreitungsmöglichkeiten genauso wie die damit verbundenen Fragen von der Betrachtung der Fotografie als Bild oder Werk in einer Welt, in der das idealisierte Bild zunehmend das dokumentarische ablöst.

Die Tür, die Zellerhoffs Fotografie aufstößt, „adressiert ein zentrales Problem nicht nur der Kunst, sondern unserer Wissenskultur insgesamt“, schreibt der Kunstkritiker Hans-Jürgen Hafner.

Meine Arbeiten werden international ausgestellt und befinden sich in Sammlungen wie dem Metropolitan Museum, New York und der Sammlung Gaby und Wilhelm Schürmann in Herzogenrath.

2. Welches Kunstwerk bieten Sie an?

Titel:  Topas (Spionagekamera mit Fernglas), Jahr: 2019, Werknummer: #2019116.

Art: Analoge Fotografie, digitalisiert, Auflage: 10 + 2 AP, Dimensionen: Motiv: 38,5 x 48,0 cm. Rahmen mit Passepartout: 70,0 x 61,0 cm, Technik: Pigment Print. Preis: 2400 Eur, inkl. 19% MwSt.

Ein Mann schaut durch ein Fernglas, an dessen zweites Okular eine Spionagekamera befestigt ist. Doch der Mann steht in einem Fotostudio, er spioniert nicht wirklich, er tut nur so. Nach dem Hitchcock-Film „Topas“ benannt, verweist das Bild darauf, das Freiheit ein Gut ist, das wir verteidigen müssen.

3. Warum gerade dieses Werk, jetzt?

Wo ist die Grenze der persönlichen Freiheit? Was darf die Gesellschaft tun, um alle anderen zu schützen? Mit „Topas“ möchte ich daran erinnern, dass Freiheit ein empfindliches Gut ist, welches wir spätestens nach Ende der Pandemie wieder aktiv einfordern müssen.

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MARTEN HERMA ANDERSON, BERLIN

Marten Herma Anderson, „Lonely“, Illustration als Fotoprint, ca. 100 cm x 113 cm. Foto: Marten Herma Anderson Vergrößern
Marten Herma Anderson, „Lonely“, Illustration als Fotoprint, ca. 100 cm x 113 cm. © Marten Herma Anderson

1. Wer sind Sie?

Mein Name ist Marten Herma Anderson und ich arbeite als Architekt und Künstler in Berlin. Ich beschäftige mich digitalen Illustrationen, die einen starken architektonischen Kontext suchen und von Künstlern wie Magritte, Ruscha, Hockney und Hopper inspiriert sind. Als Ausgleich zur digitalen Kunst interessiere ich mich für die Auseinandersetzung mit natürlichen Materialen wie zum Beispiel Ton. Diese setzte ich in Skulpturen und Möbeln aus Keramik um.

2. Welches Kunstwerk bieten Sie an?

„Lonely“, Illustration als Fotoprint, ca. 100 cm x 113 cm. Diese Arbeit ist in der Zeit meiner Erkrankung an COVID-19 in der Quarantäne entstanden. Preis: 1500 Euro

3. Warum gerade dieses Werk, jetzt? 

Meine Arbeit war ein direkter Bezug auf das Gefühl in seinen eigenen vier Wänden gefangen zu sein und sich einsam zu fühlen. Neben den Referenzen an Künstler wie Eward Hopper und Ed Ruscha bezieht es sich auf eine Graffiti-Arbeit eines Künstler aus den USA. Dieser wollte mit „Lonely“ auf seine Einsamkeit aufmerksam machen und dieses unliebsame, dennoch allgegenwärtige Thema in den Diskurs der Gesellschaft bringen. Leider wurde er für die Arbeiten mit einer hohen Geldstrafe belegt und seiner finanziellen Existenz beraubt. Ähnlich, wie viele Menschen derzeit durch COVID-19.

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CLAUS ROTTENBACHER, BERLIN-WESTEND

Claus Rottenbacher: "Checkpoint Charlie" aus der Serie Home Office (2020). 73 x 91,25 cm (Blatt 82 x 100 cm). Foto: Claus Rottenbacher Vergrößern
Claus Rottenbacher: "Checkpoint Charlie" aus der Serie Home Office (2020). 73 x 91,25 cm (Blatt 82 x 100 cm). © Claus Rottenbacher

1. Wer sind Sie?

Claus Rottenbacher, Berlin, Studio in Westend, Fotograf. 

2. Welches Kunstwerk bieten Sie an?

„Checkpoint Charlie“ aus der Serie Home Office (2020). 73 x 91,25 cm (Blatt 82 x 100 cm), Edition 5 + 1AP. Archival Inkjet Print. Preis: 2.400 Euro ungerahmt, inkl. MwSt. Weitere Editionsgrößen auf Anfrage.

3. Warum gerade dieses Werk, jetzt? 

Das Bild stammt aus meiner neuen Serie "Home Office", die spontan in der gespenstischen Ausnahmesituation während der noch geltenden Ausgangssperre in Berlin entstanden ist. Normalerweise kennt man diese städtischen Orte - gerade bei gutem Wetter - als volle oder überfüllte Plätze. Das Fehlen von Menschen verändert diese Räume, es wirft sie auf ihre reine Architektur zurück und stellt somit auch die Frage nach einer gelungenen Gestaltung des öffentlichen Raums. Der "Checkpoint Charlie" ist Teil der Serie, weil er den kalten Krieg und die deutsche Teilung wie kaum ein anderer Ort repräsentiert. In der Coronakrise kämpft die Welt nicht mehr gegeneinander, sondern gegen einen unsichtbaren Feind.

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ZUZANNA CZEBATUL, BERLIN-HOHENSCHÖNHAUSEN

Zuzanna Czebatul: "World in Motion", 55 x 65 cm , Kunstharz, Pigmente, 2018. Foto: Zuzanna Czebatul Vergrößern
Zuzanna Czebatul: "World in Motion", 55 x 65 cm , Kunstharz, Pigmente, 2018. © Zuzanna Czebatul

1. Wer sind Sie?

Zuzanna Czebatul, Bildhauerin. Ich lebe in Berlin-Neukölln, mein Studio ist in Hohenschönhausen.

2. Welches Kunstwerk bieten Sie an? 

Titel: "World in Motion", 55 x 65 cm , Kunstharz, Pigmente, 2018. Preis: 1.000 Euro.

Ursprünglich für eine Einzelausstellung im CCA Futura Prag konzipiert. Die Serie war eine Reflexion über bestehende (Kultur-)Räume und ihrem innewohnenden Potential als Stätten für Austausch, Bildung und politische Fragen.   

3. Warum gerade dieses Werk, jetzt?

 Diese Reflexion kann sich in der jetzigen Zeit auf die eigenen vier Wände übertragen lassen. Ausserdem haben wir doch so lange an einer Optimierung des Operierens von der Couch aus hingearbeitet: Amazon, Lieferando, Tinder, Streaming, VR... und stellen doch fest, dass diese "Bequemlichkeit" den wahren Austausch nicht ersetzen kann. Was wieder zur der ursprünglichen Reflexion über Kulturstätten führt. 

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FRANK MARKOWSKI, BERLIN

Frank Markowski: „Zur Nacht | Wenn Träume sich senken, der Schlaf erwacht.“, H x B x T: 38 x 42,5 x 18 cm, Steinzeug, gebrannt bei 1220 Grad, koloriert (Acryl), 2019. Foto: Frank Markowski Vergrößern
Frank Markowski: „Zur Nacht | Wenn Träume sich senken, der Schlaf erwacht.“, H x B x T: 38 x 42,5 x 18 cm, Steinzeug, gebrannt bei 1220 Grad, koloriert (Acryl), 2019. © Frank Markowski

1. Wer sind Sie?

Frank Markowski, geboren 1964, Keramik-Künstler, spezialisiert auf Objekte aus Steinzeug und Porzellan.

2. Welches Kunstwerk bieten Sie an?

„Zur Nacht | Wenn Träume sich senken, der Schlaf erwacht.“, H x B x T: 38 x 42,5 x 18 cm, handmodelliertes Unikat, 2019, Steinzeug, gebrannt bei 1220 Grad, koloriert (Acryl), Preis: 900 Euro.

3. Warum gerade dieses Werk, jetzt?

Meine geführt-organischen Objekte verbinden Keramik mit Sprache. So entstehen handfeste, plastische Körper mit einem freien, vielschichtigen Geist. Die Anmutung der Figuren und die Texte auf dem Sockel laden ein, persönlichen Gedanken und Empfindungen Raum zu geben. Ein schönes Gegenüber zur Meditation im aktuellen Rückzugsort.

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SALOMEA DIAMANT, BERLIN

Salomea Diamant, „Isolation“, März 2020, 60 x 60 cm, auf Hahnemühle Fineart Baryta Papier. Foto: Salomea Diamant Vergrößern
Salomea Diamant, „Isolation“, März 2020, 60 x 60 cm, auf Hahnemühle Fineart Baryta Papier. © Salomea Diamant

1. Wer sind Sie?

Salomea Diamant, Berliner Künstlerin, Schwerpunkt Fine Art Photography, Photoart, Zeitgenössische Kunst.

2. Welche Kunstwerk bieten Sie an?

„Isolation“, März 2020. Limitierte Edition von 7 Exemplaren, 60 x 60 cm, auf feinstem Hahnemühle Fineart Baryta Papier mit zusätzlichem weißen Rand, signiert und mit Zertifikat. Preis pro Stück: 2000 Euro (zzgl. Porto).

Sollte ich im Rahmen der Tagesspiegel-Aktion Exemplare dieser Edition verkaufen, erkläre ich mich bereit 500 Euro pro verkauftem Exemplar für eine Charity-Aktion in Berlin zu stiften. 

3. Warum gerade dieses Werk, jetzt?

Es ist eine zeitgenössische, manipulierte Fotoarbeit vor dem Hintergrund der derzeitigen Krise aus der Sicht einer Großstädterin. Das Werk zeigt zwei isolierte, in einem leeren weißen Raum schwebende, architektonische Elemente. Sie gleichen einander und sind doch separiert voneinander.

4. Kontakt

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SUSANNE SCHIRDEWAHN, BERLIN-WEDDING

Susanne Schirdewahn: "Muthase", Fleischerpapier, Schaumstoff, Schnur, Dosiergläschen, 2020. Foto: Stephan Pramme, courtesy Susanne Schirdewahn, VG Bild-Kunst, Bonn 2020 Vergrößern
Susanne Schirdewahn: "Muthase", Fleischerpapier, Schaumstoff, Schnur, Dosiergläschen, 2020. © Stephan Pramme, courtesy Susanne Schirdewahn, VG Bild-Kunst, Bonn 2020

1. Wer sind Sie?

Ich heiße Susanne Schirdewahn, bin Mitglied im VdBK 1867 und arbeite vorwiegend als Malerin, ebenso baue ich Objekte und zeichne. Mein Studio befindet sich in den inzwischen legendären Gerichtshöfen, im Wedding.

2. Welches Kunstwerk bieten Sie an – und warum gerade jetzt?

Ich möchte gern eines meiner Objekte anbieten, die ich seit ca. 2002 fortlaufend entwickle. Sie heißen "Kopfgeburten", und der erste Kopf ist entstanden, als ich mich über eine Seite Drei in der "SZ" geärgert, sie umgehend zerknüllt habe und dachte: Sieht doch wie ein Esel aus... Dann habe ich ihn in Form geschnürt und Jahre später an eine Beuys-Anhängerin verkauft, bei der er seitdem auf dem Klo hängt. In den Folgejahren sind viele solcher Arbeiten entstanden, die sich um unsere Konsumgesellschaft auf witzige, nachdenkliche, inspirierende Art scheren. Sie sind ein Gegenüber geworden, eine Art Totem, aber auch Trophäe, da jedes Element eine eigene Geschichte hat. 

Der vorgeschlagene Objektkopf ist aus Fleischerpapier gebaut, das mir ein Kollege geschenkt hat, weil er wusste, dass ich aus solchem Papier schon mannshohe Frauenfiguren gestaltet habe. Er meinte, dass ich gerade mehr "Mut" in mein Leben lassen soll. Zusätzlich habe ich ihm etwas Schaumstoff gemopst und ein kleines Gefäß, mit dem er Farben anmischt. Weil der "Muthase" noch keine Nase hatte. Als er es sah, bestätigte er meinen guten Fund: Das sei nämlich eigentlich ein Dosiergläschen aus der Psychatrie... Kurzum, der "Muthase" funktioniert ganz gut. Er hängt seit 2019 in meinem Studio und gibt mir täglich Mut, wenn auch manchmal mit einer Prise Skepsis. 

Sein Preis: 800,- Euro.

Er ist also nicht umsonst ein Mutmacher. Jetzt erst Recht!

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ANDREAS GREINER, BERLIN-SCHÖNEBERG

Andreas Greiner, „Seed Pattern“, 880 Buchensamen im Holzkohlerahmen, 50 x 50 cm, Unikat in Serie, 2019. Foto: Jens Ziehe, courtesy Dittrich & Schlechtriem Vergrößern
Andreas Greiner, „Seed Pattern“, 880 Buchensamen im Holzkohlerahmen, 50 x 50 cm, Unikat in Serie, 2019. © Jens Ziehe, courtesy Dittrich & Schlechtriem

1. Wer sind Sie?

Andreas Greiner, Berlin, geboren 1979 in Aachen; Malzfabrik Gemeinschaftsatelier Schöneberg - Tempelhof.

Ich arbeite experimentell und medienübergreifend unter Einbeziehung dynamischer und unkontrollierbarer Variablen. Zu meiner Praxis gehört es, mich mit möglichen Erweiterungen von klassischen Parametern in der Bildhauerei auseinanderzusetzen. Inhaltlich konzentriere ich mich auf den Einfluss anthropogener Eingriffe in die Form und Evolution von „Natur“. Ich bin Teil der Künstlerkollektive A/A und Das Numen.

2. Welches Kunstwerk bieten Sie an?

„Seed Pattern“. 880 gerahmte Buchensamen, Museumsglas mit gedrucktem Graphik-Motiv, Rahmen aus verkohltem Eschenholz, 50x50x10 cm, Unikat in Serie, 2019. Preis: 4500 Euro netto.

Bei der Arbeit handelt es sich um eine Auftragsarbeit (ca. 1-2 Monate Herstellungszeit). 880 Buchensamen werden in einem individuellen, parametrischen Muster auf Stecknadeln in einem Holzkohlerahmen angeordnet. Diese 880 Buchensamen würden mit ihrer laufenden CO2-Aufnahme einen durchschnittlichen Deutschen aus dem Jahr 2017 für 80 Jahre lang kompensieren, vorausgesetzt, sie schaffen es alle, zu durchschnittlich großen, ca. 80 Jahre alten Buchen heranzuwachsen.

3. Warum gerade dieses Werk, jetzt?

Ab Herbst 2020 bis Herbst 2023 pflanze ich zusammen mit der Psychotherapeutin Gertrude Endejan-Gremse, lokalen Schulen und Kindern auf einer Fläche von ca. 2 Hektar im Goslarer Stadtforst ca. 10.000 Bäume entlang eines speziell dafür entwickelten Pflanzmusters. Es handelt sich um mein größtes Projekt bis jetzt und ich hoffe damit einen positiven Beitrag für unsere ökologische Zukunft leisten zu können. 100% meines Anteils des Erlöses werden in das Projekt fließen auf das Konto des dafür gegründeten Vereines Waldfeurmorgen e.V.

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VARIOUS & GOULD, BERLIN

Variuos & Gould: "InterFace". 7-farbig handgedruckt auf 300 g/m² Munken-Papier, 45 cm x 60 cm. Foto: Various & Gould Vergrößern
Variuos & Gould: "InterFace". 7-farbig handgedruckt auf 300 g/m² Munken-Papier, 45 cm x 60 cm. © Various & Gould

1. Wer sind Sie?

Wir sind das Berliner Künstlerduo Various & Gould und arbeiten seit 15 Jahren im Bereich Collage, Druckgrafik und Urban Art.

2. Welches Kunstwerk bieten Sie an?

Unseren Siebdruck "InterFace". Limitierte Auflage von 153 Stück, 7-farbig handgedruckt auf 300 g/m² Munken-Papier, 45 cm x 60 cm. Preis: 160 Euro.
Das Motiv haben wir im letzten Sommer gestaltet. Es ist für uns so wichtig, dass wir es auch als Cover unseres kürzlich erschienenen Buches verwendet haben.

3. Warum gerade dieses Werk, jetzt?

Es geht bei dem Siebdruck um die intensive Verbindung zwischen zwei Menschen – sinnlich, emotional, kommunikativ. In Zeiten von Coronavirus und Distanzierung ergeben sich aber ganz neue Assoziationen zum Bild. Die farbigen Strahlen lassen vielleicht an das Infektionsrisiko oder die täglich aktualisierten Diagramme zu Krankheits- und Todesfällen denken. Oder an den virtuellen Austausch via Bildschirm. Wir Menschen sind Gemeinschaftswesen, was die derzeitige Isolation manchmal schwer erträglich macht, aber uns auf lange Sicht auch helfen wird, diese Krise zusammen zu überwinden.

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BENJAMIN LANGHOLZ, BERLIN-SCHÖNEWEIDE

Benjamin Langholz, „Stone 5“, 5. April 2020, Stein und Stahl. „Stone 5“ besteht aus fünf 250 kg schweren Steinen, die einen Pfad bilden und zu einem Sparziergang einladen, der einen Moment der Achtsamkeit erfordert. Foto: Benjamin Langholz Vergrößern
Benjamin Langholz, „Stone 5“, 5. April 2020, Stein und Stahl. „Stone 5“ besteht aus fünf 250 kg schweren Steinen, die einen Pfad bilden und zu einem Sparziergang einladen, der einen Moment der Achtsamkeit erfordert. © Benjamin Langholz

1. Wer sind Sie?

Benjamin Langholz, ich bin ein in Berlin ansässiger kalifornischer Bildhauer und arbeite in meinem Atelier in Schöneweide bei KAOS. Ich interessiere mich für das Sammeln von Gefühlen. Meine performativen Skulpturen ermöglichen transformative Momente der Achtsamkeit für die Betrachter*innen durch physische Interaktionen.
Derzeit arbeite ich hauptsächlich mit Stein und Stahl, um interaktive Wege zu schaffen und mit der unterschiedlichen Dynamik des Mediums zu experimentieren.

2. Welches Kunstwerk bieten Sie an?

„stone 5“, 5. April 2020, 423 x 100 x 130 cm, Stein und Stahl. Preis: 20.000 Euro.

Die Arbeit besteht aus fünf 250 kg schweren Steinen, die einen Pfad bilden und zu einem Spaziergang einladen, der einen Moment der Achtsamkeit erfordert.

3. Warum gerade dieses Werk, jetzt?

Nachdem ich eine Arbeit im öffentlichen Raum in Südafrika installiert hatte, setzte ich die Stone-Serie in Amerika, Österreich und auch für das Feel-Festival in Deutschland fort. Aufgrund der Pandemie wurden meine Installationen für Australien und Deutschland verschoben. Während ich mich an die neue Normalität gewöhne, nutze ich die Zeit in meinem Studio, um den Werkzyklus zu erweitern. Wurden in den vorherigen Arbeiten die Steine durch Stahlseile gehängt, werden hier die Steine von Säulen getragen. „stone 5“ steht bereit für physische Interaktionen.

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KRISTIANE KEGELMANN, BERLIN-KREUZBERG

Kristiane Kegelmann, „Untitled 3“ aus der Werkgruppe „Body of Work“, 2019. Foto: Kristiane Kegelmann, VG Bild-Kunst, Bonn, 2020 Vergrößern
Kristiane Kegelmann, „Untitled 3“ aus der Werkgruppe „Body of Work“, 2019. © Kristiane Kegelmann, VG Bild-Kunst, Bonn, 2020

1. Wer sind Sie?

Kristiane Kegelmann, Bildhauerin,  mit Atelier in Berlin-Kreuzberg.

In meinen bildhauerischen Arbeiten verhandle ich das Verhältnis zwischen unterschiedlichen Körpern, Volumina, Strukturen und Texturen. Zum einen verbinde ich stabile, unflexible Materialien wie Stahl mit fragilen, organischen Stoffen wie Kefir oder Kohle. 

Im Dialog wirken diese verschiedenen Stofflichkeiten ungewöhnlich auf ihr Gegenüber ein und können den Raum zugleich stärker bestimmen. Die Konfrontation unterschiedlicher materieller Beschaffenheiten in einer Skulptur ist in ihrem Werden noch nicht abgeschlossen, da die Materialien natürlichen Veränderungsprozessen unterliegen, die vom Betrachter beobachtet werden können. 

Meine Entscheidung, diese Entwicklung geschehen zu lassen und hierbei die Kontrolle aufzugeben, steht im Gegensatz zum gängigen Verständnis von Macht, wo Kontrolle ausgeübt wird, um Mensch und Natur zu beherrschen.

2. Welches Kunstwerk bieten Sie an?

„Untitled 3“ aus der Werkgruppe „Body of Work“, 2019, 87 x 82 x 40 cm, Preis: 2.200 Euro.

Das Werk wurde im Rahmen einer Einzelpräsentation zur Sommer-Gala des Haus der Kunst in München 2019 ausgestellt und ist Bestandteil einer Werkserie bestehend aus 11 Objekten (Titel „Body of Work“). „Body of Work“ stellt eine fortlaufende Studie dar, die mein Arbeiten mit unterschiedlichen Materialitäten aufzeigt. Der Titel ist zum einen eine Umschließung einer Gruppe (nicht meines Gesamtwerkes), außerdem trägt er die Bezeichnung von Arbeit in sich, also Prozess, Entwicklung. 

3. Warum gerade dieses Werk, jetzt?

Ich kontrolliere die Formen der skulpturalen Objekte und setze den Status Quo fest, von welchem ich mich dann bewusst befreie und das Kunstwerk sich selbst überlasse. Das Werk darf auf Ausstellungsbedingungen wie Licht, Feuchtigkeit, Temperatur reagieren und entwickelt sich dabei weiter. Indem ich die Veränderlichkeit von Stoffen als einen natürlichen Prozess anerkenne, möchte ich zugleich die Bedeutung dieser Flüchtigkeit und Prozesshaftigkeit thematisieren. Gerade in dieser Werkserie spiegelt sich diese Flüchtigkeit und Veränderung wieder. In der aktuellen Zeit fühlt sich diese Thematik sehr nah an. 

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LINUS RAUCH, BERLIN-NEUKÖLLN

Linus, Rauch, „DM15/24“, 42 x 29,5 cm, Fallschirmseide und Acryl auf Holz. Die Malerei ist ein Element der 24-teiligen Serie „danza macabra“. Foto: Linus Rauch Vergrößern
Linus, Rauch, „DM15/24“, 42 x 29,5 cm, Fallschirmseide und Acryl auf Holz. Die Malerei ist ein Element der 24-teiligen Serie „danza macabra“. © Linus Rauch

1. Wer sind Sie?

Linus Rauch, ich lebe in Neukölln. In meinem Atelier in Schöneberg lasse ich bei der Arbeit an meinen körperlichen Malereien physische und poetische Qualitäten der verwendeten Materialien kollidieren.

2. Welches Kunstwerk bieten Sie an?

Die abgebildete Malerei „DM15/24“, 42 x 29,5 cm, Fallschirmseide und Acryl auf Holz, Preis: 1200 Euro.

3. Warum gerade dieses Werk, jetzt?

Das Bild ist ein Element der 24-teiligen Serie „danza macabra“, die im Jahr 2018 entstanden ist. Der Titel der Arbeit sowie die Einteilung in 24 Malereien, beziehen sich lose auf die 24 Tanzpaare des Lübecker Totentanzes: ein Bilderzyklus, den Bernt Notke 1463 in Reaktion auf die Pest für die dortige Marienkirche gemalt hat.

Die Bilder sind während des zweiten Weltkriegs verbrannt und nur in körnigen Schwarz-Weiß-Fotos dokumentiert – durch die Dopplung einer verloren gegangenen Vanitasdarstellung wird diese auf die Spitze getrieben; dies diente auch als gedanklicher Ausgangspunkt für „danza macabra“.

Die Arbeit wurde im Februar 2020 im Rahmen der Einzelausstellung „a painting in 24 parts“ bei DZIALDOV am Maybachufer gezeigt. Begleitend zur Ausstellung ist eine Publikation mit einem Text von Emma Siemens-Adolphe erschienen, die als Edition den einzelnen Teilen der Arbeit beiliegt.

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DIETER MAMMEL, BERLIN-CHARLOTTENBURG

Dieter Mammel: "Maskenball", Öl und Tusche auf Leinwand, 150x100 cm. Foto: Dieter Mammel, VG Bild-Kunst, Bonn 2020 Vergrößern
Dieter Mammel: "Maskenball", Öl und Tusche auf Leinwand, 150x100 cm. © Dieter Mammel, VG Bild-Kunst, Bonn 2020

1. Wer sind Sie?

Dieter Mammel, Maler und Filmemacher. Geboren 1965 in Reutlingen, studierte ich von 1986-91 Malerei an den Kunstakademien in Stuttgart und Berlin mit Abschluss als Meisterschüler. Ausstellungen u.a. im Martin-Gropius-Bau Berlin, in der Kunsthalle Göteborg, im Chelsea Art Museum NYC, im Kunstmuseum Bonn, im Arthouse Tel Aviv, im Fukumitsu Art Museum Kyoto, in der Pinakothek Athen, im Ernst-Osthaus Museum Hagen, im Pera Museum Istanbul und im Weltkulturen Museum Frankfurt am Main. 

2. Welches Kunstwerk bieten Sie an?

"Maskenball, 2020". Öl und Tusche auf Leinwand, 150x100 cm. Preis: 7500.- Euro.

3. Warum gerade dieses Werk, jetzt?

Mit Tusche auf ungrundierter, nasser Leinwand gemalt, konzentriert sich meine Malerei in Zyklen jeweils immer auf einen monochromen Farbton. In dieser wässrigen, oft diffusen Licht- und Schattenwelt drohen Mensch und Tier abzudriften. Dabei vermitteln die Bilder eine melancholische Ernsthaftigkeit, die mit dem Surrealen, Unbewussten spielt oder einen bitter-humorvollen Bezug auf aktuelle, globale Themen nimmt.

"Maskenball" wurde im Februar 2020 gemalt, kurz vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland.

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ANNA FIEGEN, BERLIN-ADLERSHOF

Anna Fiegen: " verbunden", Öl auf Leinwand, 90 x 80 cm. Foto: Anna Fiegen, VG Bild-Kunst, Bonn 2020 Vergrößern
Anna Fiegen: " verbunden", Öl auf Leinwand, 90 x 80 cm. © Anna Fiegen, VG Bild-Kunst, Bonn 2020

1. Wer sind Sie?

Mein Name ist Anna Fiegen, und mein Studio befindet sich in Adlershof. Ich arbeite vorwiegend mit Malerei und Druckgrafik. Ich löse urbane Architektur aus ihrem Kontext und inszeniere sie unter Einsatz von Licht und Schatten in menschenleeren Landschaften aus großen, ruhigen Farbflächen, in denen die Gebäude als zivilisatorische Spuren zu Projektions- und Identifikationsobjekten werden. Die Leere in meinen Bildern hatte immer schon einen Hauch Dystopie, aber in Zeiten der Kontaktsperre ist sie plötzlich realer geworden. 

2. Welches Kunstwerk bieten Sie an?

Titel: "verbunden", Öl auf Leinwand, 90 x 80 cm, 2019.

Entstehung: Das Motiv ist angelehnt an die brutalistische Architektur des Urban-Krankenhauses in Kreuzberg. Die monumentale Konstruktion hat mich vom gegenüberliegenden Ufer aus inspiriert, als ich zu Anfang meiner Zeit in Berlin dort Spaziergänge machte.

Preis: 2.900 Euro. 

3. Warum gerade dieses Werk, jetzt?

Es passt gerade auf mehreren Ebenen zu unserer Isolationssituation, ist aber auch als Hommage an das hart arbeitende medizinische Personal und die Pflegekräfte gedacht, die gerade einfach Herausragendes leisten.

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BIANCA KENNEDY, BERLIN

Bianca Kennedy: "Portraits of taking a bath in movies", 2018, 15 x 20 cm. Foto: Bianca Kennedy, VG Bild-Kunst, Bonn 2020 Vergrößern
Bianca Kennedy: "Portraits of taking a bath in movies", 2018, 15 x 20 cm. © Bianca Kennedy, VG Bild-Kunst, Bonn 2020

1. Wer sind Sie?

Bianca Kennedy, Berlin. Künstlerin im Bereich Video, Virtual Reality und Zeichnung.

2. Welches Kunstwerk bieten Sie an?
"Portraits of taking a bath in movies", 2018, Fineliner, Brushmarker und japanisches Seidenpapier, 15 x 20 cm, je 321,00 Euro brutto.

3. Warum gerade dieses Werk, jetzt?
Corona ist die Zeit der Sauberkeit und des Social Distancing. Welcher Ort vereint diese beiden Tätigkeiten besser als die Badewanne?

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BIRTE BOSSE, BERLIN-WEISSENSEE

Birte Bosse: "Philip Guston (2)", 2020. Skulptur aus Stahlstangen. Foto: Birte Bosse, VG Bild-Kunst, Bon 2020 Vergrößern
Birte Bosse: "Philip Guston (2)", 2020. Skulptur aus Stahlstangen. © Birte Bosse, VG Bild-Kunst, Bon 2020

1. Wer sind Sie?

Ich bin Birte Bosse, wohne und arbeite in Berlin-Weißensee, wohne aber zur Zeit in Bonn, da ich hier an einem Kunst am Bau Projekt arbeite. Ich bin Zeichnerin und Bildhauerin.

2. Welches Kunstwerk bieten Sie an?

Die Arbeit "Philip Guston (2)", 2020 ist Nachzügler einer Werkgruppe aus gebogenen und geschweißten Skulpturen aus dünnen Stahlstangen mit dem Titel "LeSquad", welche letztes Jahr für die gleichnamige Ausstellung in der Galerie Gisela Clement in Bonn produziert wurde und engem Zusammenhang mit meinem zeichnerischen Werk steht. Corona-Preis: 1500,- Euro. 

3. Warum gerade dieses Werk, jetzt?

Die Skulptur hat trotz ihrer filigranen Zartheit eine enorme Präsenz und wirkt fast wie eine Person, ein Charakter im Raum. Besonders in diesen Zeiten, in denen es vielen Menschen an Gesellschaft im eigenen Haus mangelt, könnte "Philip Guston (2)" als tragisch-komische Unterstreichung dieser Tatsache gelesen und vielleicht sogar zu einem neuen Freund (von besonderer Wesensart) werden, so wie er es bisher für mich war. 

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JOHANNES MUNDINGER, BERLIN-FRIEDRICHSHAIN


Johannes Mundinger: "Auerstr. 16", 21 x 15cm, Lack hinter Glas, 2018. Foto: Johannes Mundinger, VG Bild-Kunst, Bonn 2020 Vergrößern
Johannes Mundinger: "Auerstr. 16", 21 x 15cm, Lack hinter Glas, 2018. © Johannes Mundinger, VG Bild-Kunst, Bonn 2020

1. Wer sind Sie?

Ich bin Johannes Mundinger, nach Studium in Münster und Brüssel wohne ich seit knapp zehn Jahren in Berlin, wo ich eine Atelierresidenz bei Urban Spree inne habe, schön zentral in Friedrichshain. Allerdings leider nur noch, bis das Gebäude abgerissen und durch ein profitableres Objekt ersetzt wird.

Der am weitesten sichtbare Teil meiner Arbeit sind großformatige Wandgemälde. Wie auch meine Installationen beziehen sich diese auf formal-ästhetische oder soziale und historische Aspekte des bespielten Ortes. Daneben entstehen prozesshaftere, malerische Arbeiten, wie auch die hier vorgestellte. 

Gemeinsam mit Daniel Hahn habe ich den Raum www gegründet, eine Website, die Ausstellungen sammelt, die durch Covid-19 verhindert sind und werden. 

2. Welches Kunstwerk bieten Sie an?

„Auerstr. 16“, 21 x 15cm, Lack hinter Glas, 2018. Preis: 500,– EUR 

 3. Warum gerade dieses Werk, jetzt? 

„Auerstr. 16“ ist die erste Arbeit, die 2018 nach dem Umzug in meine aktuelle Wohnung entstand. Während ich in den vergangenen Jahren die Hälfte meiner Zeit unterwegs verbrachte, auf Reisen für Ausstellungen, Projekte und Residencies, bin ich nun - wie alle - fest zu Hause. Damit ist diese Arbeit fest verknüpft – und für mich darum so aktuell.

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MARIE-KRISTIN THIELE, BERLIN-KREUZBERG

Marie-Kristin Thiele, "Vulva". Foto: Marie-Kristin Thiele. Vergrößern
Marie-Kristin Thiele, "Vulva". © Marie-Kristin Thiele.

1. Wer sind Sie?

Mein Name ist Marie-Kristin Thiele. Ich lebe in Berlin-Kreuzberg. Ich arbeite mit unterschiedlichsten Materialien, wobei in der Regel skulpturale Produkte entstehen.

2. Welches Kunstwerk bieten Sie an?

Ich biete eine (auf Anfrage auch mehrere) meiner Ton-Arbeiten an. Sie entstehen, wenn man Ton mit aller Wucht auf den Boden klatscht, um Luft aus der Masse zu bekommen. Diese super organischen Stücke, die durch eine brutale Handlung entstehen, nenne ich „Vulva“. Diese hier ist im Januar 2020 entstanden. Preis: 100 Euro.

3. Warum gerade dieses Werk, jetzt?

Zunächst einmal finde ich das Abbilden von Vulven immer passend. In Bezug auf die derzeitige Corona-Situation kann ich mir vorstellen, dass in vielen Leuten, die nun mehr oder minder unfrei zu Hause sind, Energie schwelt, die entweder produktive oder destruktive Gestalt annehmen wird. Wir werden sehen, was die Vakuum-Situation dieser Tage mit uns gemacht hat, wenn es vorbei ist. Um eine „Vulva“ zu machen, braucht es ein bisschen Mut (es ist laut) und etwas Kraft (es muss ordentlich krachen) — es ist keine sonderlich sympathische Handlung. Aber es entsteht etwas, das in jedem eine Assoziation oder Konnotation auslöst. Zum Dritten hoffe ich, dass die Entschleunigung und Intimität der Corona-Situation Paare zärtlich und sexy sein lässt.

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FELIX KRAUS, BERLIN 

Felix Kraus, handgefertigte Prägungen auf selbst geschöpftem Büttenpapier. Foto: Felix Kraus Vergrößern
Felix Kraus, handgefertigte Prägungen auf selbst geschöpftem Büttenpapier. © Felix Kraus

1. Wer sind Sie?

Ich heiße Felix Kraus und bin Gründer der Berliner Künstlergruppe The Swan Collective. Wir beschäftigen uns mit der Überschneidung von digitalen und analogen Arbeitsweisen, insbesondere mit Virtual Reality Experiences und Augmented Reality Installationen. Dabei bilden handwerkliche Prozesse die Grundlage der virtuellen Arbeiten.

2. Welches Kunstwerk bieten Sie an?

Handgefertigte Prägungen auf selbstgeschöpftem Büttenpapier. Durch die seitliche LED-Beleuchtung, die sich im Holzrahmen versteckt, kommt es zu einem starken Reliefcharakter. Durch den Schlagschatten kommen die erhabenen Bereiche umso eindringlicher zur Geltung.

Analogien zwischen den bewährten Strategien der Natur sind das zentrale Thema der Prägearbeiten. Die Motive werden per Hand als Negativform in eine Holzplatte gefräst. Geschöpftes Büttenpapier wird mittels einer Industriepresse mit 40 Tonnen Druck hineingepresst. Die Prägung wird auf einen Abstandhalter aufgezogen und im selbstgebauten LED-Rahmen montiert. Dieser durch und durch analoge Prozess stellt ein wichtiges Regulativ für die meist digitalen Arbeiten der Künstlergruppe dar.

Die Arbeiten entstehen seit 2012. Die Auflage ist auf 6 Editionen pro Motiv limitiert. Preis: 750 Euro inkl. MwSt.

Geliefert werden die Arbeiten im handgefertigten Holzrahmen mit LED-Beleuchtung und passendem Netzteil.

3. Warum gerade dieses Werk, jetzt?

Die Evolution der Natur hat sehr erfolgreiche Strukturen und Strategien hervorgebracht, derer sie sich in unterschiedlichen Situationen bedient. So lassen sich überall Analogien entdecken, beispielsweise zwischen den phänotypischen Formen von Spermien ("The Network Part III"), Quallen ("The Network Part II") und Pilzen ("The Network Part I"), oder der Verzweigung von Blitzen und Wurzelgeflechten ("∞"), bis hin zum Zellaufbau von Pflanzen, Viren und menschlichen Organen ("The System"). Alles ist eng verknüpft, die Trennung zwischen Umwelt und Mensch nur in unserem Kopf. Die Natur trifft keine Unterscheidungen, hat keine Lieblinge. Was funktioniert, das überlebt, wird verfeinert und propagiert.

Dieses Phänomen müssen wir gerade (schmerzlich) beobachten, da auch das Coronavirus eine dieser Lebensformen ist, deren Strategie gerade sehr gut aufzugehen scheint. Tritt man von der menschlichen Sichtweise zurück, kann man beinah eine Art Respekt vor dem Erfolg dieser unsichtbaren Bedrohung bekommen.

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ELLEN AKIMOTO, LEIPZIG

Ellen Akimoto, „Being Natural", Öl auf Leinwand, 130 x 110 cm. Foto: Ellen Akimoto Vergrößern
Ellen Akimoto, „Being Natural", Öl auf Leinwand, 130 x 110 cm. © Ellen Akimoto

1.Wer sind Sie?

Ich bin Ellen Akimoto. Ich komme aus Kalifornien und bin für ein Meisterschülerstudium nach Deutschland gekommen. Seitdem wohne und arbeite ich in Leipzig. Ich mache vor allem Malereien.

2. Welches Kunstwerk bieten Sie an?

"Being Natural", Öl auf Leinwand, 130 x 110 cm, 2019, Preis: 4.800 Euro.

3. Warum gerade dieses Werk, jetzt?

Dieses Bild hängt gerade in der Kunsthalle Darmstadt, in einer Ausstellung die – wie viele – nun geschlossen ist. Auch Veranstaltungen wie unser Künstlerinnengespräch, wurden gecancelt.

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AARON SCHEER, BERLIN

Aaron Scheer, „_Trending - Green Architecture Archives“, 44 x 31 cm. Foto: Aaron Scheer Vergrößern
Aaron Scheer, „_Trending - Green Architecture Archives“, 44 x 31 cm. © Aaron Scheer

1. Wer sind Sie?

Ich bin Aaron Scheer, lebe und arbeite in Berlin.

2. Welches Kunstwerk bieten Sie an?

"_Trending - Green Architecture Archives", 44 x 31 cm; 1/1, 1 AP; 2020, Preis: 1.800 Euro (gerahmt). Die Arbeit ist Teil einer neuen Serie mit dem Titel "Reverse Image", in der das Bedürfnis thematisiert wird, Reales in Abstraktem zu sehen. In der Werkgruppe wird Google als Interpretationsmedium herangezogen. So wurde das fertige Werk mittels der "Reverse Image Search" hochgeladen, der Algorithmus schlug daraufhin Abermillionen optisch ähnlicher Bilder vor. Obwohl das Werk eine freie Bildschöpfung ist, ohne real existierende Bezugspunkte, wurden Bilder von futuristisch anmutenden Gebäuden, Handwerksarbeiten, Sonnenuntergänge oder verschwommene Sandstrände vorgeschlagen. So entstand der Titel des Werks: "_Trending - Green Architecture Archives" wurde 1:1 von der Betitelung eines von Google vorgeschlagenen Bildes übernommen. 

3. Warum gerade dieses Werk, jetzt?

Weil es sinnbildlich für all die Stunden steht, die wir nun alle im Internet verbringen, sinnvoll oder vergeudet. In meinem Fall: stundenlang optisch ähnliche Bilder meiner Werke zu durchforsten, auf der Suche nach Erkenntnis und dem Anbruch des nächsten Tages.

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ASHKAN SAHIHI, BERLIN

Ashkan Sahihi, Porträt der US-Künstlerin Cindy Sherman, circa 1997 in Chelsea, New York City. Foto: Ashkan Sahihi Vergrößern
Ashkan Sahihi, Porträt der US-Künstlerin Cindy Sherman, circa 1997 in Chelsea, New York City. © Ashkan Sahihi

1. Wer sind Sie?

Ashkan Sahihi, Berlin, Fotokünstler, Portraits und konzeptionelle Serien.

2. Welches Kunstwerk bieten Sie an?

Ein Schwarz-weiß-Porträt der US-Künstlerin Cindy Sherman, circa 1997 in Chelsea, New York City gegenüber ihrer Galerie Metro Pictures in der West 24th Street. Original-Handabzug eines analogen Fotos, mit Entwickler oder Stop-Bad-Verfärbung. US-Papierformat: 11 x14 Inch (28 x 33 cm). Preis: 2700 EUR, ungerahmt. Mit C.O.A.
3. Warum gerade dieses Werk, jetzt?

Ich bin US-Staatsbürger, lebe in Berlin und habe mein gesamtes analoges Fotoarchiv der New Yorker Jahre 1987-2013 nach Berlin geholt. Im Herbst 2020 erscheint unter den Titel "The New York Years" ein großformatiges Buch mit etwa 225 Porträts aus der Kunst-, Kultur- und Musikwelt dieser besonderen Periode im DISTANZ Verlag Berlin.

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INNA ARTEMOVA, BERLIN-GESUNDBRUNNEN

Inna Artemova, „Utopia I“, 2017 , Öl auf Leinwand , 160 x 240 cm. Foto: Inna Artemova Vergrößern
Inna Artemova, „Utopia I“, 2017 , Öl auf Leinwand , 160 x 240 cm. © Inna Artemova

1. Wer sind Sie?

Inna Artemova, Malerin aus Berlin.

2. Welches Kunstwerk bieten Sie an?

"Utopia I",  2017, Öl auf Leinwand , 160 x 240 cm. Aus der Serie „ Reinventing Utopia“. Preis: 8.000 EUR.

3. Warum gerade dieses Werk, jetzt?

In meiner Serie „Reinventing Utopia“ habe ich mich mit der Idee der gesellschaftlichen Utopie beschäftigt. Der Begriff steht hierbei für einen Möglichkeitsraum im menschlichen Bewusstsein, in dem es die entscheidenden Fragen immer aufs Neue zu beantworten gilt: Ist die Realität, in der wir leben, alternativlos? Was werden wir in der Zukunft tun? Müssen wir notwendig an unseren Idealvorstellungen scheitern?
Auch in der aktuellen Krise geht es darum, in welcher Welt wir künftig eigentlich leben wollen.

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HANNAH DUNKELBERG, BERLIN-MITTE

„Placeholder 4“ von Hannah Sophie Dunkelberg. Foto: Hannah Sophie Dunkelberg Vergrößern
„Placeholder 4“ von Hannah Sophie Dunkelberg. © Hannah Sophie Dunkelberg

1. Wer sind Sie?

Ich bin Hannah Sophie Dunkelberg. Ich lebe jetzt seit 4 Jahren in Berlin. Mein Atelier liegt im Nikolaiviertel, in der Alten Münze.  Meine bildhauerischen Arbeiten sind stark von der Malerei geprägt. Meist inszeniert ihre Bildsprache bewusst Malerei und Fotografie im skulpturalen Bereich und bedient sich dabei einer spielerischen Auffassung von Materialität.

2. Welches Kunstwerk bieten Sie an?

Die Arbeit „Placeholder 4“ (no.3), (Metall, pulverbeschichtet, 89 x 60 x 40 cm, 2020, Preis: 3.800 Euro + VAT) ist Anfang diesen Jahres entstanden, also noch ganz neu.  Das Objekt hat etwas Leichtes, wie von einer Zeichnung. Ihre Form wirkt wie gefaltetes oder geknülltes Papier, sie besteht jedoch aus dem gleichen Material, aus dem Autos gefertigt werden. Mich fasziniert, dass Vasen unbedingt Volumen, Wasser umfassen wollen. Man hat also das Verlangen, eine Vase zu füllen. Sie ist ein geschlossener, Geborgenheit gebender Körper, der nur durch seine Hülle besteht. Ich stelle ihre Hülle aus. Sie ist ein Nachdenken über eine Fläche, die Volumen artikuliert.

3. Warum gerade dieses Werk, jetzt?

Es ist Teil meiner Ausstellung, die gerade im ERP Projekt der Efremidis Gallery am Ernst-Reuter-Platz 2 zu sehen ist. Das Tolle ist: Man kann sie momentan trotz geschlossener Galerie komplett von außen durch das große Fenster bei einem Spaziergang betrachten.

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Website / Instagram / Efremidis Gallery

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ANDREA PICHL, BERLIN-KREUZBERG


Andrea Pichl, „delirious Dinge II“. Foto: Andrea Pichl, VG Bild-Kunst, Bonn 2020 Vergrößern
Andrea Pichl, „delirious Dinge II“. © Andrea Pichl, VG Bild-Kunst, Bonn 2020

1. Wer sind Sie?

Andrea Pichl, Berlin. Studio: Kunstquartier Bethanien, Kreuzberg. Skulptur, Zeichnung, Installation.

 2. Welches Kunstwerk bieten Sie an?

Titel: „delirious Dinge II“, hier abgebildet während der Ausstellung „Stadtschlawinereien“, September 2019 in der Galerie KOW, Berlin.

„delirious Dinge II“ war Teil einer Installation für das Werkleitz Festival „Modell und Ruine“ 2019 in Dessau anlässlich 100 Jahre Bauhaus.

Preis nach Vereinbarung.

 3.    Warum gerade dieses Werk, jetzt? 

Mich interessieren u.a. die massenkulturelle Formensprache, die von Bewohner*innen eigentätig gestalteten  Erscheinungen ihrer Lebenswelt, die populärer Warenästhetik und Konsumkultur entspringen. Die alltäglichen Dinge zueinander bieten eine vermeintlich einheitsstiftenden Kraft und Sicherheit, auch eine Form von Geborgenheit und Zugehörigkeit,  die diesem Regelwerk und diesem Formenvokabular offenbar zugrunde liegt. Die Arbeit „delirious Dinge II“ ist ein Versuch, Anregungen aus der selbsttätig gestalteten Umwelt zu überhöhen und komplett dysfunktional und ästhetisch, noch mehr als sie es schon sind, ad absurdum zu führen – diese in andere als gewohnte, in nicht wiedererkennbare Beziehungen zueinander zu setzen.

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LUKASZ FURS, BERLIN-PRENZLAUER-BERG

Lukasz Furs, Untitled (Hole IV), 2020, InkJet-Print auf Hahnemühle Photo Fibre Matt Foto: Lukasz Furs Vergrößern
Lukasz Furs, Untitled (Hole IV), 2020, InkJet-Print auf Hahnemühle Photo Fibre Matt © Lukasz Furs

1. Wer sind Sie?

Lukasz Furs, ich lebe und arbeite in Berlin. Abschluss an der HFBK Hamburg, Studio in Berlin Prenzlauer Berg. Ich arbeite hauptsächlich installativ.

2. Welches Kunstwerk bieten Sie an?

Die Arbeit ist eine Abbildung einer Installationen, die ich kurz vor der Coronakrise Anfang des Jahres in der Galerie Kanya Kage realisiert habe. Die Abbildung biete ich nun als Edition an. Die Installationen sind immer temporär, alles wird vollständig entsorgt, es bleibt nur die fotografische Dokumentation. 

"Untitled (Hole IV)", 2020, Ink-Jet-Print auf Hahnemühle Photo Fibre Matt. Objekt-Rahmen 30 x 40 cm, Blatt 21 x 29,5 cm, Signiert, nummeriert. Auflage 25. Preis: 250 Euro.

3. Warum gerade dieses Werk, jetzt?

Für mich stellt das Werk den jetzigen Augenblick gut dar: Alles fällt zusammen und ist dennoch im Stillstand, wie die Installation. Auch sie wirkt, als wäre alles in Bewegung, im Augenblick des Einstürzens, sie steht jedoch völlig still, wie ein Film-Still aus einem Apokalypse-Film.

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SUSANNE BONOWICZ, BERLIN-WEISSENSEE

Susanne Bonowicz, Chateau Marmont I, 2020, Acryl und Acrylmarker auf Leinwand, 100 x 80 cm. Foto: Susanne Bonowicz Vergrößern
Susanne Bonowicz, Chateau Marmont I, 2020, Acryl und Acrylmarker auf Leinwand, 100 x 80 cm. © Susanne Bonowicz

1. Wer sind Sie?

Susanne Bonowicz, ich bin Malerin und lebe und arbeite in Berlin. Mein Studio ist in Berlin Weißensee.

2. Welches Kunstwerk bieten Sie an?

"Chateau Marmont I", 2020, Acryl und Acrylmarker auf Leinwand, 100 x 80 cm, Preis: 2.500 Euro inkl. MwSt.

3. Warum gerade dieses Werk, jetzt?

Die Arbeit ist im Februar dieses Jahres entstanden und bezieht sich auf den Garten des Hotels Chateau Marmont in Los Angeles. Die Thematik der Malerei diente schon im Februar als Sehnsuchtsort. Gerade jetzt kommt bei uns allen der Wunsch auf, hoffentlich bald wieder neue Orte entdecken zu können und wieder reisen zu dürfen. 

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DANA ENGFER, BERLIN-FRANZÖSISCH BUCHHOLZ

Dana Engfer, Untitled (Isolation Diaries), 2020, 24 x 17 cm, Aquarell auf Papier. Foto: Dana Engfer Vergrößern
Dana Engfer, Untitled (Isolation Diaries), 2020, 24 x 17 cm, Aquarell auf Papier. © Dana Engfer

1. Wer sind Sie?

Mein Name ist Dana Engfer und ich lebe und arbeite als freischaffende Künstlerin in Berlin. Mein Atelier befindet sich in der Alten Lederfabrik in Berlin-Französisch Buchholz. Aufgrund des Lockdowns arbeite ich momentan zu Hause im Home-Studio in Neukölln.

Zentrale Themen in meiner Arbeit sind Sichtbarmachung von Abwesendem und die Auseinandersetzung mit Geschichte sowie mit der eigenen persönlichen und familiären Vergangenheit. Die Umsetzung erfolgt meistens in Verbindung mit dem Aufsuchen und Erforschen eines mir unbekannten Ortes.

Ich nähere mich den Spuren der Geschichten eines Ortes und seiner Bewohner*innen multimedial an.

2. Welches Kunstwerk bieten Sie an?

"Untitled (Isolation Diaries)", 2020, 24 x 17 cm, Aquarell auf Papier, Preis: 350 Euro.

Diese Arbeit ist eine der ersten, die seit dem Lockdown in meinem Home-Studio entstanden ist. Dabei bin ich der Frage nachgegangen, wie man einen nicht greifbaren Zustand visuell umsetzen kann.

3. Warum gerade dieses Werk, jetzt?

Dieses Werk ist zum jetzigen Zeitpunkt wichtig, da es als ein Zeitdokument der aktuellen Krise gesehen werden kann. Und hoffentlich ein bisschen Freude bereitet.

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ISABELLA FÜRNKÄS, BERLIN-MITTE

Isabella Fürnkäs, ohne Titel, Mixed-Media Zeichnungen, 2018. Foto: Isabella Fürnkäs Vergrößern
Isabella Fürnkäs, ohne Titel, Mixed-Media Zeichnungen, 2018. © Isabella Fürnkäs

1. Wer sind Sie?

Isabella Fürnkäs, Berlin und Düsseldorf, Leipziger Str., Mitte, Multimedia, Zeichnungen, Sound- und Videoarbeiten, Performances, Rauminstallationen.

2. Welches Kunstwerk bietest du an? 

Kein Titel, Mixed-Media Zeichnungen, 2018, jeweils 1300 Euro

3. Warum gerade dieses Werk, jetzt? 

In meiner Arbeit setze ich Sprache, Zeichnung sowie Gesten ein, um innere Bilder über performative, installative und zeitbasierte Techniken in medienreflexive Handlungen umzuwandeln. „Kunst ist für den Menschen genauso ein Bedürfnis wie Essen und Trinken.“ (Dostoyevsky)

4. Kontakt

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