Mit dem lokalen Bus zum nächsten Strand

Long Wharf Beach - nur einer von vielen Stränden auf den Bahamas. Foto: Hella Kaiser
Kreuzfahrt Mit der Norwegian "Breakaway"zu den Bahamas

Nassau auf den Bahamas. Vier Schiffe liegen schon dort, darunter die „Majesty of the Seas“, erheblich kleiner als die „Breakaway“. „Kein Wunder, das Schiff ist mindestens 15 Jahre alt“, sagt ein Passagier, fast ein wenig abfällig. „Mehr als 2000 Menschen wird sie wohl nicht mitnehmen können“, schätzt er.

Ein ganzer Tag auf den Bahamas – juhu! Man kann Ausflüge buchen oder individuell mit dem lokalen Bus losdüsen. 1,25 Dollar kostet die Fahrt, um einen Strand zu erreichen. „Wo wart ihr denn?“, wird das holländische Pärchen am Abend gefragt. „Ach“ sagen sie, „Nassau ist doch langweilig.“ Sie wären rasch wieder an Bord zurückgekehrt. „Da war endlich mal Platz am Pool.“

Viele Mitreisende kommen mit prall gefüllten Tüten vom Ausflug zurück. Shopping an Land? Aber das Schiff ist doch ein einziger Einkaufstempel! „If you buy a watch, you can win a watch“, hatte ein freundlicher Angestellter bei Rückkehr auf die „Breakaway“ gesagt und den entsprechenden Flyer überreicht. Irgendetwas gibt’s immer on top.

"Zu viele Menschen an Bord", kritisiert das britische Ehepaar

Nach gut einer Woche auf dem Schiff kennt man sich aus. Und dann hat man auch einen ruhigen Ort entdeckt. Draußen auf Deck 8 vor der Shaker’s Bar stehen gemütliche, rotüberzogene Loungesessel, auf denen man in Ruhe dösen oder lesen kann. Hinter den verankerten Rettungsbooten erspäht man das Meer. Ein britisches Ehepaar sitzt beim Tee. „Gefällt Ihnen die Reise?“ – „Zu viele Leute“, sagt der Mann, „zu wenig Stil.“ Nächstes Mal werde wieder die „Queen Mary“ gebucht.

Halb sechs Uhr morgens, zurück zum Ausgangshafen dieser Reise. New York schläft noch. Aber alle Lichter in den Wolkenkratzern brennen. Ein letztes Frühstück an Bord, die Koffer wurden längst von dienstbaren Geistern abgeholt. Wenig später schiebt sich die Menschenschlange durchs Terminal zu den Einreiseschaltern. Wir kommen ja schließlich von den Bahamas. In der Halle: Gebirge von Koffern. Alle Größen, alle Farben. Die Menschen starren staunend hin – und bleiben stehen. „No sightseeing here, folks“, ruft ein Wachmann. „Go on, go on“. Muße ist nicht vorgesehen. Die „Breakaway“ wird bald wieder ablegen. Die nächsten Passagiere stellen sich schon an zum Einchecken. Eins können wir ihnen versprechen: „You will have fun!“

Zur Startseite