Der CSD in Berlin (hier ein Archivbild aus dem Jahr 2018). Foto: imago/Emmanuele Contini
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Was soll der Christopher Street Day fordern? Der Berliner CSD sucht ein Motto

Für das CSD-Motto in Berlin sollen Teilnehmende politische Schwerpunkte einreichen. Einen Wunsch gibt es schon: Solidarität mit der queeren Community in Polen.

Der Berliner CSD sucht nach einem Motto. Nachdem es im vergangenen Jahr zu einigem Hin und Her gekommen war und das erste Motto gekippt wurde, möchte der Berliner CSD e.V. die Teilnehmenden und Aktivist*innen 2020 stärker in die Vorbereitung einbinden.

„Wir wollen zuerst Inhalte, dann das Motto! Durch den Aufruf wollen wir in diesem Jahr mehr Teilnehmende an der Mottofindung partizipieren lassen“, sagt Dana Wetzel, Mitglied des Vorstandes über die neue Vorgehensweise.

Bis Ende Februar sucht der CSD Vorschläge

Bisher wurden die inhaltlichen Forderungen zum Berliner CSD erst nach der Mottofindung aufgestellt. Bis zum 29. Februar können nun politische Inhalte mit einer kurzen Begründung unter community@csd-berlin.de eingereicht werden. Die fünf meistgenannten Schwerpunkte werden aufgenommen. Gemeinsam mit der Community soll daraus anschließend das Berliner CSD-Motto für 2020 entwickelt werden.

Einen sehr guten Vorschlag hat Nollendorf-Blogger Johannes Kram kürzlich gemacht: Er möchte, dass der Berliner CSD sich vollständig der Solidarität mit der bedrängten queeren Community in Polen verschreibt. Das politische Klima dort wird immer feindseliger, was sich vor allem in der Ausrufung so genannter LGBT-freier Zonen äußert.

[Dieser Text ist eine Leseprobe aus dem kostenlosen monatlichen Queerspiegel-Newsletter des Tagesspiegel - hier geht es zur Anmeldung.]

88 Orte haben bereits Regelungen verabschiedet die sich gegen angebliche "LGBT-Ideologie" richtet.

Protest gegen "LGBT-freie Zonen" in Polen

Kuba Gawron, Co-Organisator des Equality Pride in Rzeszów - die Stadt liegt in einer dieser "LGBT-freien Zonen" -, schreibt in einem Statement, dass "Lehrer, Schuldirektoren oder Erzieher, die sich entweder positiv oder auch nur ,neutral' zu LGBT äußern, mit schweren, beruflichen Konsequenzen durch lokale Regierungsorganisationen und/oder die örtliche Schulbehörde bedroht" sind.

Er wünscht sich deshalb vom Berliner CSD, dass der Verein Politiker*innen sowie die EU-Kommission dazu aufruft, diese Zonen zu verurteilen. 

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