Die Tonkugel erinnert an lesbische KZ-Häftlinge. Foto: Lesbenring
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Nach langem Streit Gedenkzeichen für lesbische Häftlinge des KZs Ravensbrück kommt

Eine aus Keramik gestaltete Kugel wird im einstigen Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück an lesbische Lagerinsassinnen erinnern. Die Einweihung ist für April geplant.

In der Gedenkstätte Ravensbrück in Fürstenberg/Havel soll ein Zeichen für die lesbischen Häftlinge in dem ehemaligen NS-Frauen-Konzentrationslager errichtet werden, wie die Stiftung am gestrigen Mittwoch mitteilte. 

Das Gedenkzeichen in Form einer aus Keramik gestalteten Kugel soll zum 77. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Ravensbrück im April 2022 auf dem Gedenkareal an der früheren Lagermauer eingeweiht werden.

„In Gedenken aller lesbischer Frauen und Mädchen im Frauen-KZ Ravensbrück und Uckermark. Sie wurden verfolgt, inhaftiert, auch ermordet. Ihr seid nicht vergessen“, soll auf der Ton-Kugel stehen.

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"Mit der Entscheidung der Stiftung für die Gedenkkugel wird das Leid von lesbischen Frauen und Mädchen über ein dreiviertel Jahrhundert nach der Befreiung des Konzentrationslagers endlich sichtbar gemacht,“ sagt Marion Lüttig vom Lesbenring.

Bereits vor fünf Jahren hatte sich eine Initiative engagierter Frauen das erste Mal an die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten gewandt. Dem Anliegen schloss sich nach und nach ein breites Bündnis an Unterstützer*innen an. ​​​​

Im Frühjahr 2021 hatte die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten daraufhin gemeinsam mit der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld ein Gutachten in Auftrag gegeben, das den Nachweis der Verfolgung lesbischer Frauen innerhalb und außerhalb des Lagers schließlich als erwiesen beurteilte. Darüber hatte es innerhalb der Community lange Streit gegeben, was die Gedenkinitiative immer wieder verzögerte.

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