US-Schauspieler Alec Baldwin hat beim Filmdreh eine Kamerafrau erschossen. Foto: Mike Blake/Reuters
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Update „Schock und Trauer“ Alec Baldwin äußert sich nach tödlichem Schuss am Set von „Rust“

Nach dem tödlichen Vorfall hat sich Alec Baldwin zu Wort gemeldet. Bei Dreharbeiten schoss er mit einer Requisitenwaffe und traf zwei Menschen.

Nach dem tödlichen Vorfall mit einer Requisitenwaffe bei Hollywood-Dreharbeiten hat US-Schauspieler Alec Baldwin sein tiefes Bedauern und Entsetzen geäußert. „Es gibt keine Worte, um den Schock und die Trauer auszudrücken angesichts des tragischen Unfalls, der das Leben von Halyna Hutchins beendet hat - Ehefrau, Mutter und zutiefst bewunderte Kollegin von uns“, schrieb Baldwin am Freitag im Kurznachrichtendienst Twitter mit Blick auf die getötete Kamerafrau.

Der Hollywood-Star fügte hinzu: „Ich kooperiere vollkommen mit der polizeilichen Untersuchung, um herauszufinden, wie diese Tragödie geschehen konnte. Und ich stehe in Kontakt mit ihrem Ehemann, um ihm und seiner Familie meine Unterstützung anzubieten. Mein Herz zerbricht für ihren Ehemann, ihren Sohn und all diejenigen, die Halyna kannten und liebten.“

Baldwin hatte am Donnerstag nach Angaben der Polizei von Santa Fe im US-Bundesstaat New Mexico beim Dreh eines Westerns mit einer Requisitenwaffe geschossen und dabei die 42 Jahre alte Kamerafrau Hutchins und den Regisseur Joel Souza (48) getroffen. Hutchins wurde tödlich verletzt, Souza kam mit Verletzungen in ein Krankenhaus.

Baldwin ist Hauptdarsteller und Produzent des Films

Regisseur Joel Souza (48) kam auf die Intensivstation. „The Hollywood Reporter“ berichtete unter Verweis auf Polizeiangaben, er schwebe in Lebensgefahr.

Die "Rust"-Darstellerin Frances Fisher schrieb später bei Twitter, Souza sei aus dem Krankenhaus entlassen worden. Sie bezog sich dabei auf eine SMS des Regisseurs.

Der Vorfall ereignete sich demnach am Donnerstag bei den Dreharbeiten zu dem Western „Rust“ auf der Bonanza Creek Ranch in New Mexico. Baldwin ist bei dem Film als Hauptdarsteller und als Produzent an Bord. Regie führt Joel Souza, der zuvor den Cop-Thriller „Crown Vic“ inszenierte. In dem Western verkörpert er Harland Rust, einen Gesetzlosen, der mit seinem wegen Mordes zum Tode verurteilten Enkel vor dem Gesetz flieht.

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Das Sprecherteam von Baldwin reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage. Der Schauspieler hatte am Tag vor dem Vorfall ein Foto von sich in Westernkleidung und mit grauem Bart auf Instagram gestellt. Die Zeitung „The Santa Fe New Mexican“ berichtete, Baldwin sei nach dem Vorfall vor dem Sheriff-Büro verstört und in Tränen beim Telefonieren gesehen worden.

Die Filmkulisse der Bonanza Creek Ranch in Santa Fe, an der sich das Unglück ereignete. Foto: Uncredited/KOAT 7 News/AP/dpa Vergrößern
Die Filmkulisse der Bonanza Creek Ranch in Santa Fe, an der sich das Unglück ereignete. © Uncredited/KOAT 7 News/AP/dpa

Das Unterhaltungsmagazin „Deadline“ hatte berichtet, dass „ein Hauptdarsteller“ des Films während der Proben den Hahn der Waffe gespannt habe, ohne zu wissen, dass sie scharfe Munition enthielt. Ein Sprecher der Produktionsfirma bestätigte, dass es einen „Unfall“ gegeben habe, „bei dem versehentlich ein Schreckschussrevolver abgefeuert wurde“. Die Waffe, die am Set verwendet wurde, hätte mit Platzpatronen geladen sein sollen.

Dreharbeiten zu „Rust“ sind vorerst ausgesetzt

Offenbar gibt es derzeit keine Hinweise auf eine absichtliche Tat. „Herr Baldwin wurde von den Ermittlern befragt“, sagte der Sprecher des Sheriffs von Santa Fe, Juan Rios, der Nachrichtenagentur AFP. Er habe demnach die Fragen der Polizisten beantwortet. „Er kam freiwillig und verließ das Gebäude, nachdem er seine Befragung beendet hatte“, sagte der Sprecher weiter. „Es wurde keine Anklage erhoben und es gab keine Verhaftungen.“

Der „Santa Fe New Mexican“ veröffentlichte Bilder eines verstört wirkenden Baldwin, die nach der Tragödie auf dem Parkplatz des Drehorts aufgenommen worden sein sollen. Die Zeitung berichtete, ihr Reporter habe den Schauspieler in Tränen aufgelöst gesehen, nachdem er von den Ermittlern befragt worden war.

Die Dreharbeiten sind Medienberichten zufolge vorerst ausgesetzt worden. „Die gesamte Besetzung und die Crew sind von der heutigen Tragödie zutiefst erschüttert“, teilte die Produktionsfirma laut US-Medien am Donnerstagabend (Ortszeit) mit. „Wir haben die Dreharbeiten auf unbestimmte Zeit unterbrochen und kooperieren voll und ganz mit der Polizei von Santa Fe und deren Ermittlungen“, hieß es weiter.

Die Produktionsfirma sprach Hutchins' Angehörigen ihr Beileid aus und versprach dem gesamten Team Unterstützung, um „dieses schreckliche Ereignis zu verarbeiten“.

Baldwin ist für Auftritte in „Mission: Impossible“ bekannt

Der 63-Jährige Baldwin ist unter anderem für seine Hauptrolle in der Literaturverfilmung „Jagd auf Roter Oktober“ von 1990 und Auftritte in der Filmreihe „Mission: Impossible“ bekannt. Während der Amtszeit von Donald Trump imitierte er den mittlerweile Ex-US-Präsidenten regelmäßig in der Sendung „Saturday Night Live“. Seit 2012 ist der Schauspieler mit Hilaria Baldwin verheiratet, sie haben sechs Kinder. Aus seiner Ehe mit der Schauspielerin Kim Basinger hat Baldwin Tochter Ireland.

Tödliche Unfälle gab es in der Geschichte Hollywoods immer mal wieder

„The Captive“

Schusswaffen-Unfälle lassen sich bis zu den Anfängen des Kinos zurückverfolgen. Im Jahr 1915 wurde der Statist Charles Chandler bei den Dreharbeiten zu Cecil B. DeMilles Stummfilm "The Captive" durch einen Kopfschuss getötet. Zuvor hatten Soldaten mit scharfer Munition auf eine Tür geschossen, um die Szene realistischer zu machen. Dabei vergaßen sie eine scharfe Patrone in dem Gewehr.

„Unheimliche Schattenlichter“

Die Dreharbeiten für den Science-Fiction-Horrorfilm "Twilight Zone: The Movie" wurden 1982 von einem grausamen Helikopterunfall überschattet. Bei einer nächtlichen Gefechtsszene wurde ein Hubschrauber von Pyrotechnik getroffen. Er stürzte auf Hauptdarsteller Vic Morrow, dieser wurde regelrecht geköpft. Zwei sechs- und siebenjährige vietnamesisch-stämmige Kinder, die als Statisten dabei waren, starben ebenfalls. Regisseur John Landis wurde später vom Vorwurf des Totschlags freigesprochen.

„The Crow - Die Krähe“

Der US-Schauspieler Brandon Lee, eine Kampfsportlegende und Sohn von Bruce Lee, wurde 1993 am Set des Films "The Crow" erschossen. Dieser Fall löste zahlreiche Verschwörungstheorien aus, wonach er von Gangstern aus Hongkong ermordet worden sein soll. Die Ermittler stellten jedoch fest, dass sein Tod auf Fahrlässigkeit zurückzuführen war: Ein Schauspieler hatte mit einer Waffe auf Lee geschossen, die eigentlich nur Platzpatronen enthalten sollte - in der Kammer befand sich jedoch eine scharfe Kugel. Der 28-jährige Lee erlag Stunden später seinen Verletzungen.

„Batman: The Dark Knight“

Über den Film "The Dark Knight" kursierten Gerüchte über einen Fluch, nachdem 2007 der Stuntman Conway Wickliffe während einer Autoszene und der 28-jährige Darsteller des Bösewichts "Joker", Heath Ledger, an einer Überdosis Drogen gestorben waren. Co-Star Morgan Freeman wurde bei einem Autounfall schwer verletzt, und "Batman"-Darsteller Christian Bale sah sich am Tag vor der britischen Premiere des Films mit Vorwürfen konfrontiert, seine Mutter und seine Schwester angegriffen zu haben.

„Jumper“

Bei den Dreharbeiten zu dem Science-Fiction-Film mit Samuel L. Jackson wurde 2008 ein Set-Dekorateur von gefrorenem Sand, Erde und Eis getroffen, die bei einem Außendreh herunterfielen. Er war auf der Stelle tot.

„Der wunderbare Mr. Rogers“

Ein verheerender Unfall ereignete sich 2018 bei den Dreharbeiten zum Biopic "Der wunderbare Mr. Rogers" mit Tom Hanks in der Hauptrolle.

Der Tontechniker und Emmy-Preisträger James Emswiller stürzte während des Drehs von einem Balkon und starb. (dpa, AFP)

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