Gott gendern - ja oder nein? Foto: imago/Steinach
© imago/Steinach

Kampagne für ein anderes Gottesbild Katholische Jugend gendert das Wort „Gott“

Die KSJ will weg von einem „strafenden, alten, weißen Mann mit Bart“. Deshalb versieht sie Gott künftig mit einem Genderstern.

Die Katholische Studierende Jugend KSJ schreibt das Wort „Gott“ künftig mit Genderstern. Sie hat eine eine Kampagne für ein anderes Gottesbild gestartet, „weg von dem strafenden, alten, weißen Mann mit Bart hin zu einer Gottes*vielfalt“.

„Gott*“ sei vorurteilsfrei wahrzunehmen, denn er sei keinem Geschlecht oder anderen menschlichen Kategorien zuzuordnen. Mit dem Genderstern wolle der Jugendverband „Gott*“ aus der geschlechtlichen Ebene herausheben

Die Theologin Agnes Wuckelt begrüßt das Vorhaben der Katholischen Studierenden Jugend (KSJ). Der nicht gesprochene Genderstern sei dafür geeignet, „dass ich mir über das Gottesbild und meine Gottesvorstellungen Gedanken mache“, sagte sie am Dienstag dem Kölner Internetportal domradio.de.

Der Stern mache nicht nur auf die feministische Sicht aufmerksam, wonach Gott Vater und Mutter sei. Er verweise auch auf diverse Menschen und das sogenannte dritte Geschlecht. Hier sei konsequent weiterzudenken und zu sagen: „Gott hat kein Geschlecht“.

Dagegen kritisierte die Osnabrücker Theologin Margit Eckholt den KSJ-Vorstoß und forderte, an dem Wort „Gott“ festzuhalten. Zwar seien in der Kunst Bilder von Gott als altem, weißen Mann zu finden, sagte sie dem Portal katholisch.de. Ein solches Bild werde aber in gegenwärtigen Auslegungen der biblischen Texte sowie Predigten nicht mehr vermittelt.

Gott sei immer größer als alles, was der Mensch von ihm sagen könne, so Eckholt. Dass es heute „zum Glück“ andere Formen gebe, von Gott zu reden, etwa als Vater und Mutter zugleich, habe mit der Weite des Wortes „Gott“ zu tun. (kna)

Zur Startseite