Klima-Aktivistin Carla Reemtsma ist 23 Jahre alt und eine Cousine von Luisa Neubauer. Foto: Imago/C. Hardt/Future Image
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Carla Reemtsma bei „Hart aber Fair“ Klima-Aktivistin wettert über „Wetter“-Aussage zur Flutkatastrophe

Bei „Hart aber Fair“ prallen die Meinungen eines Bergbau-Arbeiters und einer Klima-Aktivistin aufeinander. In der Talksendung wird heftig diskutiert.

So witzig die Sendung „Hart aber Fair“ am Montag begann, umso ernster wurde sie schon nach kurzer Zeit. Moderator Frank Plasberg eröffnete den Talk mit einem Witz, wenig später geriet Klima-Aktivistin Carla Reemtsma mit anderen Gästen verbal aneinander.

Eigentlich wollte Plasberg am Abend die Kanzlerin, den US-Präsidenten, den chinesischen Verhandlungsführer einladen. „Doch dann haben wir gemerkt, die sind alle beim Klimagipfel“, scherzte er. Also eben andere Gäste. Das ernste Thema der Sendung: „Kranke Wälder, überflutete Täler – wird jetzt ernst gemacht?“

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Ein Video wird eingespielt. Die Reportage zeigt Peter Wohlleben, Deutschlands bekanntesten Förster und Autor des Sachbuches „Das geheime Leben der Bäume“. Zu sehen ist, wie Wohlleben Menschen als Waldführer ausbildet. Er erklärt, dass der Wald ein fantastischer CO2-Speicher ist, der momentan noch wissentlich zerstört werde.

Die Reportage zeigt aber auch Schicksale aus dem Ahrtal. Einem Ort, an dem vor wenigen Monaten etliche Menschen Opfer der zerstörerischen Flutkatastrophe wurden. Klima-Aktivistin Reemtsma zeigt Verständnis für die Opfer. „Der Wunsch nach Normalität ist nachvollziehbar“, sagte sie.

Reemtsma empört über „Wetter“-Aussage

Sie sagte aber auch: „Deutschland hat historisch, durch die Industrialisierung, einen immer schon extrem hohen C02-Ausstoß.“ Man könne sich jetzt nicht allein auf technologische Errungenschaften verlassen. Reemtsma forderte „konsequente Klimaschutzmaßnahmen“, wie den Stopp des Autobahnausbaus und den früheren Kohleausstieg.

Die Sendung nahm Fahrt auf: „Wenn wir die Kohle abschalten wollen, können wir das gerne heute machen. Aber dann wird diese Sendung nicht mehr stattfinden“, sagte Sebastian Lachmann, Bergbau-Arbeiter in Cottbus zu den von Reemtsma geforderten Maßnahmen zum Klimaschutz.

[Lesen Sie hier bei T+: Drei Monate nach der Flut im Ahrtal - Der Kampf der Überlebenden gegen die Erinnerung]

Zur Flutkatastrophe sagte er: „Alle sagen Klima, aber erst einmal ist es das Wetter.“ Reemtsma widerspricht heftig und zeigt sich empört über diese Aussage. Doch Lachmann betont: „Es ist das Wetter.“

Die Klima-Aktivistin blieb jedoch hartnäckig: „Wenn Sie jetzt hier versuchen mit Schauergeschichten vom Blackout vom Klimawandel abzulenken, dann machen sie kein starkes Plädoyer für einen gerechten Strukturwandel der Lausitz, sondern dann wollen sie einfach Klimaschutz verhindern“, warft sie dem Bergbau-Arbeiter mit Verweis auf die zahlreichen Studien vor, die belegen würden, dass in Zukunft mehr Extremwetterereignisse auf die Menschen zukommen werden.

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