Eine Autotür wird mit Hilfe eines Schraubenziehers geöffnet. Foto: Heiko Wolfraum/DPA
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BKA veröffentlicht neue Zahlen Autodiebstähle gehen weiter zurück

Die Zahl der gestohlenen Autos ist gesunken, meldet das Bundeskriminalamt. Grenzschließungen durch Corona dürften eine Rolle gespielt haben.

Die Gesamtzahl der in Deutschland entwendeten Pkw ist im vergangenen Jahr gesunken.

Inwieweit die COVID-19-Pandemie zu den Entwicklungen beigetragen hat, lässt sich abschließend nicht beurteilen, so das BKA in seinem Bundeslagebild Kfz-Kriminalität. Es ist allerdings davon auszugehen, dass Grenzschließungen beziehungsweise Maßnahmen zur Einschränkung bei der Ausreise eine nicht unerhebliche Rolle gespielt haben dürften. Besonders auffällig war der Rückgang der Zahlen während des „harten Lockdowns“ im April und im Mai 2020 mit 968 bzw. 998 Diebstählen, während in den übrigen Monaten im Durchschnitt zwischen 1.600 und 1.700 Fahrzeuge entwendet wurden. Insgesamt wurden 14.025 Pkw dauerhaft gestohlen (Vorjahr 16.431). Durch Unterschlagung verschwanden 2081 Autos (Vorjahr 2265).

Laut BKA ist die Bedeutung Osteuropas als Ziel- und Transitregion bei der internationalen Kfz-Verschiebung ungebrochen. Polnische Häfen werden für den Transport von in Deutschland gestohlenen Fahrzeugen in den Nahen Osten genutzt. Darüber hinaus haben sich im Nahen und Mittleren Osten die Vereinigten Arabischen Emirate zu einem Absatzmarkt für in Deutschland entwendete Fahrzeuge, die meist über die Türkei transportiert werden, entwickelt. Weiterhin lukrativ für Tätergruppen ist der Diebstahl von Fahrzeugteilen. Die oftmals hochpreisigen Einzelteile, zum Teil auch von landwirtschaftlichen Maschinen, werden meist über Internetplattformen zum Verkauf angeboten, so das BKA.

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Mit dem Diebstahl von Katalysatoren meist älterer Fahrzeuge hat sich ein vergleichsweise neuer Modus Operandi etabliert.

Das bereits seit längerem bekannte Phänomen der Fahrzeugdubletten setzte sich 2020 fort. Die Bekämpfung der hier beschriebenen Kriminalitätsformen erfordert weiterhin eine intensive Zusammenarbeit polizeilicher und nichtpolizeilicher Behörden auf nationaler und internationaler Ebene. Zudem fördert die verstärkte Zusammenarbeit mit den Kfz-Herstellern einen nachhaltigen Bekämpfungsansatz im Bereich der Kfz-Kriminalität.

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