Gemessen an der Sehdauer ist die vierte Staffel der Netflix-Serie "Stranger Things" noch erfolgreicher als "Bridgerton". Foto: Netflix
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Zweimal Platz eins Netflix-Serie „Stranger Things“ katapultiert Kate-Bush-Song an die Chartspitze

Mancher Erfolg scheint planbar, anderer hingegen nicht. Im Gefolge der Streamingserie „Stranger Things“ stürmt Kate Bush zurück in die Charts.

Mancher Erfolg ist offenbar tatsächlich planbar. Die beiden neuen Streamingserien „Stranger Things“ und „Obi-Wan Kenobi“ haben die in sie gesteckten Erwartungen mehr als erfüllt. Die 80er-Jahre Teenie-Horror-Serie mit Millie Bobby Brown in der Hauptrolle hat sich direkt auf den ersten Platz der Netflix-Hitliste gesetzt, gleiches gilt für die „Star Wars“-Auskopplung mit Ewan McGregor bei Disney+.

„Stranger Things“ ist die „größte Premiere einer englischsprachigen Serie bei Netflix“ und hat sogar „Bridgerton“ in den Schatten gestellt, teilte der Streamingdienst von Reed Hastings mit. Und „Obi-Wan Kenobi“ ist die „am meisten geschaute weltweite Premiere einer Disney+ Original-Serie“, heißt es beim Wettbewerber.

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Einen Erfolgsausweis ganz besonderer Art kann dabei erneut Netflix für sich beanspruchen. Im Kielwasser von „Stranger Things“ wurde der Kate-Bush-Song „Running Up That Hill“ von 1985 an die Spitze der Spitze der Streamingcharts katapultiert.

Beim Apple-Dienst iTunes stand der Titel am Mittwoch bei den Top-Titeln ganz oben – ein bemerkenswertes Phänomen, auch wenn der Song am Tag danach zwei Plätze abgab. In dieser Form ist das bislang nur mit dem Remix des italienischen Partisanen-Songs „Bella Ciao“ passiert, der durch die spanische Netflix-Serie „Haus des Geldes“ zum Sommerhit des Jahres 2018 wurde.

Der Song „Running Up The Hill“ der britischen Pop-Sängerin Kate Bush hat in der neuen Staffel von “Stranger Things” eine ganz besondere Bedeutung – und zwar vor allem für Elfies Gefährtin Max (Sadie Sink). Achtung Spoiler: In der vierten Folge gerät Max in tödliche Gefahr. Vecna, die Inkarnation des Bösen, will sie auf die andere Seite ziehen. Doch Dustin erinnert sich an einen kürzlichen erhaltenen Hinweis, wie sie zu retten wäre.

Ein „Deal mit Gott“

Genau hier kommt Kate Bushs Musik ins Spiel. Ihr Song, der einen MTV Video Music Award gewann, handelt zwar nicht vom ewigen Kampf der Guten gegen das Böse, aber das Thema des Liedes ist ebenfalls von zeitloser Relevanz. Es beschreibt das offenbar unlösbare Dilemma in den Beziehungen zwischen Frauen und Männern, wie sie sich ungewollt immer wieder auf dramatische Weise verletzen – „unbewusst reiße ich dich auseinander / Ooh, es donnert in unseren Herzen“, heißt es in dem Song.

Kate Bushs Lösungsvorschlag steckt im Refrain: „Und wenn ich nur könnte / würde ich einen Deal mit Gott machen / und ihn dazu bringen, unsere Plätze zu tauschen / diese Straße hinaufrennen / diesen Hügel hinaufrennen“. Der „Deal mit Gott“, sich also in den anderen hineinzuversetzen, gelingt vermutlich den wenigsten Menschen. Doch immerhin rettet er Max in „Stranger Things“ das Leben.

Zunächst hat Netflix nur die ersten sieben Folgen der vierten und vorletzten Staffel von „Stranger Things“ veröffentlicht. Die beiden Abschlussfolgen der aktuellen Staffel folgen am 1. Juli. Von „Obi-Wan Kenobi“ sind bislang drei Folgen verfügbar, drei weitere werden im Wochenrhythmus immer mittwochs für Abonnenten von Disney+ bereitgestellt.

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