Weil Janina Youssefian Mitcamperin Linda Nobat rassistisch beleidigte, wurde sie von RTL aus der Sendung genommen. Foto: RTL
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Update Wegen rassistischer Beleidigung RTL schließt Janina Youssefian vom Dschungelcamp aus

Rauswurf aus dem Camp, Vertrag gekündigt. Am Morgen danach plädiert Janina Youssefian für eine zweite Chance.

Rauswurf nach Tag vier im südafrikanischen Dschungelcamp. In der RTL-Show „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus“ (Ibes) kam es am Montag zu einem heftigen Streit, bei dem Janina Youssefian Mitcamperin Linda Nobat mit einer rassistischen Bemerkung beleidigt hat. Der Sender reagierte mit dem Rauswurf aus der Sendung und der Kündigung des Vertrages.

„RTL duldet ein derartiges Verhalten nicht und hat daher entschieden, dass Janina nicht mehr an der laufenden Staffel #IBES teilnehmen darf“, teilte der Kölner Sender via Twitter mit. Janina Youssefians Teilnahme an der 15. Ausgabe des Dschungelcamps hängt wesentlich mit der Liaison ab, die sie vor Jahren mit dem Sänger, Produzenten und Ex-DSDS-Juror Dieter Bohlen hatte. Am Dienstagmorgen reagiert Youssefian via Instagram.

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Youssefian wurde über die Entscheidung informiert und musste das Campgelände umgehend verlassen. Ihr Vertrag wurde gekündigt, so soll nun „zum nächstmöglichen Zeitpunkt“ ihre Heimreise antreten. „Wir verurteilen jegliche Form von Rassismus sowie Diskriminierung auf das Schärfste. #IBES gibt Personen, die dieser Haltung nicht entsprechen, keine Bühne“, erklärte RTL weiter. Allerdings ist Zoff zwischen den Campteilnehmern ebenso fester Bestandteil von Ibes wie gewagte Wettbewerbe und der Verzehr von Insekten.

RTL distanziert sich von Youssefians Äußerungen

Auf RTL News schilderte der Sender konkreter, worum es in dem Streit gegangen ist. „Teppichluder Janina Youssefian greift Linda Nobat rassistisch an: ,Geh' doch in den Busch wieder zurück, wo du hingehörst!‘“ ist dort mit einem Verweis auf ein Video zu lesen. Ex-„Bachelor“-Kandidatin Linda Nobat wird mit dem Worten zitiert: „Sie hätte alles sagen können, aber lass die Hautfarbe aus dem Spiel.“

Der rassistischen Beleidigung war ein längerer Streit vorangegangen, bei dem sich die beiden Camp-Mitglieder heftig gegenseitig beschimpft hatten. Am Morgen nach dem Eklat hatte Youssefian noch versucht sich zu entschuldigen, doch das akzeptierte Linda Nobat nicht. „Tut mir leid, Janina. Aber das ist etwas, das ich nicht entschuldigen kann.“

Nach dem Ausschluss von Janina Youssefian umfasst das Camp nun nur noch zehn von ursprünglich zwölf Teilnehmern. Wegen eines positiven Corona-Tests nach der Ankunft in Südafrika hatte der Sänger Lucas Cordalis das Camp gar nicht erst betreten dürfen.

Entschuldigung via Instagram

Janina Youssefian reagierte am Dienstagmorgen mit einer öffentlichen Entschuldigung via Instagram. „Es tut mir aufrichtig leid, dass ich im Dschungelcamp so sprachlich entgleist bin. Mein Verhalten und meine Äußerung Linda gegenüber sind nicht zu entschuldigen. Trotzdem bin ich der Meinung, dass jeder im Leben eine zweite Chance verdient hat“, schreibt sie und verweist darauf, dass sie selbst einen Immigrations-Hintergrund habe.

Weiter schreibt Youssefian auf Instagram, sie „möchte noch mal ausdrücklich sagen, dass ich mich von rassismus distanziere und diesen nicht toleriere. Ich habe selbst schon selber rassissmus erfahren müssen und weiss wie schmerzlich es ist. Es ist die unterste Form einer Beleidigung.“

Doch RTL hat noch mit anderen Problemen zu kämpfen. Im vergangenen Jahr konnte das Camp nur in rudimentärer Form als verkürzte Dschungelshow in Köln-Hürth aufgebaut werden - mit entsprechend schlechteren Quoten. Umso wichtiger ist es für den Sender, die Reality-TV-Show 2022 wieder unter halbwegs normalen Bedingungen am Ausweichstandort Südafrika abhalten zu können.

Am ersten Tag erreichte RTL damit 4,58 Millionen Zuschauer, so wenig wie zuletzt beim Auftakt im Jahr 2008, als 4,59 Millionen Zuschauer den Start miterleben wollten. Im Jahr 2020 hatte die Zuschauerzahl von 6,01 Millionen betragen. Umso konsequenter musste RTL nun auf das Verhalten von Janina Youssefian reagieren. Die Sendung mit dem Streit und dem anschließenden Rauswurf sahen am Montagabend 3,84 Millionen Zuschauer.

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