Der US-Bestsellerautor Stephen King hat kein Vertrauen mehr in Facebook. Jetzt hat er seinen Account geschlossen. Foto: Maja Hitij/dpa
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Wegen politischer Werbung und Privatsphäre Stephen King kehrt Facebook den Rücken

Der US-Bestsellerautor Stephen King hat seinen Facebook-Account geschlossen. Stattdessen sollen ihm seine Fans auf Twitter folgen.

Der US-Schriftsteller Stephen King, Autor zahlreicher Horror-Romane, wendet sich vom Netzwerk Facebook ab. "Ich beende Facebook. Ich bin weder mit der Flut falscher Informationen zufrieden, die in der politischen Werbung enthalten sind, noch bin ich zuversichtlich, dass die Privatsphäre der Benutzer geschützt werden kann", teilte der Autor via Twitter mit.

Sein Account bei Facebook war am Samstagmorgen bereits nicht mehr zu erreichen. Stephen King forderte seine Fans dazu auf, ihm auf Twitter zu folgen.

Anders als Facebook hatte Twitter bezahlte politische Werbung eingestellt. „Wir glauben, dass Reichweite für politische Botschaften verdient werden muss, statt erkauft zu werden“, hatte Twitter-Chef Jack Dorsey die Entscheidung begründet.

Der Facebook-Account von Stephen King hatte vor der Schließung 5,23 Millionen Fans, auf Twitter kommt der Bestseller-Autor aktuell auf 5,6 Millionen Follower.

Habeck und Merkel zogen sich vor einem Jahr zurück

Genau vor einem Jahr am 1. Februar 2019 hatte Angela Merkel ihre seit 2009 bestehende Facebook-Seite geschlossen. Allerdings gab sie in ihrer Mitteilung dafür als Gründe keineswegs die Datenschutzpolitik von Facebook oder deren Umgang mit Falschmeldungen oder politischer Werbung an. Die Bundeskanzlerin erklärte den Schritt vielmehr damit, dass "ich nun nicht mehr CDU-Vorsitzende bin und deshalb werde ich meine Facebook-Seite schließen."

Noch rigoroser war Grünen-Chef Robert Habeck. Er kündigte mehrere Wochen vor der Kanzlerin an, sich nicht nur von Facebook, sondern zugleich auch von Twitter zu verabschieden.

An Twitter kritisierte Habeck, dass der Kurznachrichtendienst ein „sehr hartes Medium ist, wo spaltend und polarisierend geredet wird“. Das färbe auch auf ihn ab. Zudem seien private Informationen über Twitter verbreitet worden. Habeck war einer der Hauptbetroffenen der Veröffentlichung von illegal kopierten Daten. Auch auf Facebook seien Daten ausgelesen worden, darum werde er auch dort seine Aktivitäten einstellen.

Massive Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes bei Facebook und Twitter äußerte zuletzt auch die Berliner Datenschutzbeauftragte Maja Smoltczyk. Sie fordert die Behörden des Landes auf, sich wegen Datenschutzbedenken aus ihren Social-Media-Kanälen zurückzuziehen, und zwar sowohl von Facebook als auch von Twitter.

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