Truth Social heißt die soziale Plattform von Ex-Präsident Donald Trump. Foto: Chris Delmas/AFP
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„Truth“ statt Tweet Trump setzt ersten Post auf eigenem Twitter-Klon „Truth Social“ ab

David Rech

Twitter, Facebook und Co. sperrten den Ex-Präsidenten von ihren Plattformen. Der entwickelt daraufhin seine eigene und lässt sie nun testen.

Vor mehr als einem Jahr, nach der Stürmung des US-Kapitols, verbannten diverse soziale Netzwerke Donald Trump von ihren Plattformen. Der ehemalige Präsident der Vereinigten Staaten hat daraufhin sein eigenes soziales Netzwerk gegründet, das Nutzer jetzt zum ersten Mal testen können.

Auf „Truth Social“ hat Trump nun seinen ersten Post abgesetzt, nachdem er sich auf Twitter und Facebook nicht mehr selbst direkt an seine Anhänger wenden konnte. „Get Ready! Your favorite President will see you soon!“, schreibt Trump – „Macht euch bereit! Bald gibt es ein Wiedersehen mit eurem Lieblingspräsidenten“.

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Die Plattform geht damit in die sogenannte Beta-Phase. Mit der Nutzung dieser Testversion sollen 500 Personen begonnen haben, meldet die Nachrichtenagentur Reuters. Zum Zeitpunkt seines ersten Posts hat der Account von Trump 317 Follower. Zum Vergleich: Als Twitter das Konto des ehemaligen Präsidenten abschaltete, folgten ihm dort mehr als 88 Millionen Menschen.

Entwickelt wurde Truth Social von der „Trump Media & Technology Group“, die Trump im Februar 2021 eigens dafür gründete. Das Unternehmen will sich dabei nach eigenen Angaben auf der Internetseite gegen „politische Diskriminierung“ und „Cancel Culture“ stellen und sagt den großen Tech-Firmen den Kampf an.

Mit seiner Plattform bewandert Trump einen schmalen Grat. Die App soll frei von jeglicher Zensur sein, heißt es. Gleichzeitig wird das Netzwerk gewisse Kontrollfunktionen einführen müssen, sonst läuft es Gefahr, aus den App-Stores von Google und Apple geschmissen zu werden. Und die braucht Truth Social, denn ohne sie wird ein Großteil der Nutzer die App nicht auf ihr Smartphone laden können.

Mit uneingeschränkter Meinungsfreiheit warb auch die soziale Plattform „Parler“. Doch weil dort die Kommunikation weder moderiert noch gefiltert wurde, schmissen Google und Apple sie nach dem Sturm auf das Kapitol aus ihren Stores. Über die App hatten sich zahlreiche Anhänger Trumps an dem Tag ausgetauscht und organisiert.

Die Betatester der App konnten sie über die Apple-Anwendung Testflight herunterladen. Die erlaubt es Entwicklern, ihre Programme vor einem offiziellen Start testen zu lassen. Die App soll ähnlich aufgebaut sein wie Twitter, berichtet der Guardian. Anstelle eines Tweets können Nutzer dann eine „Truth“ absetzen.

Verschiedene konservative Politiker:innen und Persönlichkeiten sollen bereits Betatester sein und eigene Accounts auf der Plattform eingerichtet haben. Ein genaues Datum des Starttermins der App gibt es noch nicht.

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