"Welt"-Chefredakteur Ulf Poschardt steht wegen seiner Kommentierungen häufiger in der Kritik. Foto: Kay Nietfeld/dpa
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„Super Holocaust-Überlebende“ „Welt“ verweist auf Produktionsfehler

Aufregung im Springer-Verlag: In einem Kommentar von Ulf Poschardt befand sich zwischenzeitlich eine antisemitische Äußerung - wegen einer Panne im Produktionsprozess.

Anlass für den Kommentar von „Welt“-Chefredakteur Ulf Poschardt war ein Beitrag von Bundesinnenministerin Nancy Faeser, den die SPD-Politikern „für eine Organisation geschrieben hat, die der bayerische Verfassungsschutz als ,linksextremistisch beeinflusst’ einstuft“.

Problematisch an Poschardts Kommentar war jedoch eine andere Passage in der Online-Version des Textes, in der von „super Holocaust-Überlebenden und deren PR-Abteilungen in der ARD“ zu lesen war – was zu heftiger Kritik auch durch Jan Böhmermann führte. Eine solche antisemitische Äußerung würde zugleich den erklärten Grundsätzen des Springer-Verlages entgegen laufen.

Falsche Passage im Zwischenspeicher

Später wurden daraus „superlinke Aktivistinnen“. Unter dem Online-Artikel – gedruckt fehlte die Entgleisung – wurde auf „mehrere Fehler bei der digitalen Produktion“ verwiesen, die man zutiefst bedauere. Auf Twitter wurde als Erklärung nachgeschoben, dass eine Mitarbeiterin einen Internetlink habe platzieren wollen, hätte aber stattdessen einen falschen Begriff verwendet. Die Passage habe sich noch von der Arbeit an einem anderen Beitrag im Zwischenspeicher befunden. Bei der Kontrolle sei dieser Fehler im Text übersehen worden.

Nun will die „Welt“ ihre Prozesse überprüfen. Ob sich das auch auf die Wortwahl im Zwischenspeicher bezieht, wurde nicht gesagt. (sag)

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