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Umstrittener Film (mit Volker Bruch und Tom Schilling) "Unsere Mütter, unsere Väter" .

© picture alliance / dpa

Wegen TV-Serie "Unsere Mütter, unsere Väter": Polnisches Gericht verurteilt ZDF

Ein polnisches Gericht hat das ZDF zu einer Geldstrafe und einer Entschuldigung verurteilt. Die "Heimatarmee" sei als antisemitische Organisation dargestellt worden, so der Vorwurf.

Das Bezirksgericht Krakau hat das ZDF wegen der Serie „Unsere Mütter, unsere Väter“ zu einer Entschuldigung und einer Geldstrafe verurteilt. Es gebe in der Serie „eine einseitige und unwahre Darstellung von historischen Fakten“, sagte Richter Kamil Grzesik am Freitag in seiner Urteilsbegründung. Das ZDF will Berufung einlegen.

Die ZDF-Miniserie, die im März 2013 in Deutschland ausgestrahlt wurde, zeigte eine in Polen umstrittene Szene: Ein Vertreter der polnischen Untergrundorganisation „Heimatarmee“ sagte angesichts eines Zuges mit KZ-Häftlingen, die er seinem Schicksal überlassen will: „Weil das Juden sind, und die sind schlimmer als die Kommunisten.“ Von polnischer Seite wurde darin ein pauschaler Vorwurf gesehen, die Heimatarmee sei eine antisemitische Organisation gewesen. Es folgten Proteste von Veteranen und rechten Gruppen vor dem Sitz des ZDF-Studios in Warschau.

Die Klage eines ehemaligen KZ-Überlebenden in Krakau gegen den deutschen Sender wurde 2015 angestrengt. Offizieller Kläger in dem Prozess war der 94-jährige ehemalige Heimatarmee-Kämpfer Zbigniew Radlowski, dem das Gericht jetzt umgerechnet 5000 Euro Schmerzensgeld zusprach. Der Rentner hatte die Zivilklage zusammen mit dem Weltverband der Soldaten der Heimatarmee eingereicht.

Der Richter argumentierte in seiner Begründung, dass die Heimatarmee nicht am Holocaust teilgenommen habe und die Mitglieder der Organisation in der Mehrzahl keine antisemitische Einstellung gehabt hätten. Der Kläger habe somit das Recht, gegen die „Verletzung der persönlichen Würde“ zu klagen.

Die Entschuldigung des ZDF soll laut Urteil auf der Website des Senders sowie auf dem Portal des polnischen Staatssenders TVP publiziert werden. Zudem wird verlangt, dass bei der Ausstrahlung in anderen Ländern im Vorspann vermerkt wird, dass Deutschland Polen im Zweiten Weltkrieg besetzt habe und „die Ausrottung der Polen und Juden umsetzte“. Historisch belegt sind Übergriffe von Mitgliedern der „Heimatarmee“ gegen Juden, aber auch Hilfsaktionen. Inwieweit eine antisemitische Einstellung verbreitet war, ist Gegenstand von historischen Untersuchungen und Auseinandersetzungen.

Die nationalkonservative Regierung in Warschau sorgte bereits im Januar mit einem geplanten Holocaust-Gesetz international für Aufsehen. Der Gesetzentwurf sieht unter anderem vor, dass der Ausdruck „polnische Todeslager“ mit bis zu drei Jahren Haft geahndet wird. epd

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