Die Förderung macht’s möglich. Die dritte Staffel von „Babylon Berlin“ wird neben Berlin und Babelsberg in Bonn, Köln, Düren, Solingen und Krefeld gedreht. Dafür werden Komparsen und Kleindarsteller gebraucht. Foto: Henning Kaiser/dpa
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Komparsensuche für "Babylon Berlin" Berlin am Rhein

Jonas-Erik Schmidt

In fünf Orten in NRW wird die dritte Staffel von "Babylon Berlin" gedreht. In Bonn wurden jetzt Statisten gesucht.

Der Ort der Handlung ist bei der 20er-Jahre-Serie „Babylon Berlin“ bereits durch den Titel festgelegt. Doch das heißt noch lange nicht, dass alle Szenen in Berlin und dem nahe gelegenen Studio Babelsberg in Potsdam gedreht werden. Wenn demnächst die dritte Staffel der Koproduktion von Sky und ARD entsteht, befinden sich viele Drehorte in Nordrhein-Westfalen. Zu Berlin und Babelsberg gesellen sich dann Köln, Bonn, Düren, Solingen und Krefeld.

Am Samstag wurden für die Dreharbeiten in Bonn Statisten gesucht. Insgesamt 500 Komparsen und 40 Kleindarsteller werden benötigt. Die Kandidaten bildeten eine mehrere Hundert Meter lange Schlange. Insgesamt kamen 5000 Bewerber, von denen 2500 registriert wurden, wie Agenturchef Gregor Weber schätzte. Die anderen habe man leider wieder nach Hause schicken müssen. „So was haben wir noch nie erlebt.“

„Babylon Berlin“ gehört zu den interessantesten und erfolgreichsten TV-Produktionen derzeit. Im Durchschnitt sahen fast fünf Millionen Zuschauer die zehn Episoden von Staffel eins, und zwei allein in der ARD. Attraktiv ist die Serie aber auch mit Blick auf die internationale Vermarktung. „Babylon Berlin“ mit Volker Bruch als Kommissar Gereon Rath und Liv Lisa Fries als Polizeiassistentin Charlotte Ritter wurde in über 90 Länder weltweit verkauft.

In den ersten beiden Staffeln überzeugte zudem besonders Schauspieler Peter Kurth als Oberkommissar Bruno Wolter. In der neuen Staffel werden die bekannten Schauspieler Meret Becker, Martin Wuttke und Ronald Zehrfeld zum Ensemble gehören. Interessant sind aber auch die Statistenrollen. So werden für die neue Staffel Gangster, Polizisten, Henker, Kneipengänger und Offiziere, aber Kellner, Priester oder Tischler gesucht. Für eine spezielle Szene werden Männer und Frauen benötigt, die sich vor der Kamera leidenschaftlich küssen. Aber auch vom Leben gezeichnete Gesichter und Körper stehen auf dem Regieplan – zum Beispiel auch Einarmige. Auch von denen seien zwei oder drei da gewesen, sagte Weber.

Warum so viel Nordrhein-Westfalen?

Doch warum werden überhaupt so viele Szenen in Nordrhein-Westfalen gedreht? Dass Bonn bis zum Hauptstadtbeschluss von 1991 die Bundeshauptstadt war, ist nicht der Grund. Wo gedreht wird, darüber entscheidet nicht zuletzt die finanzielle Unterstützung durch entsprechende Fördereinrichtungen. In Nordrhein-Westfalen ist dies die Film und Medien Stiftung NRW. Das Bundesland hat den Etat dafür um 1,5 Millionen Euro auf 17,5 Millionen Euro in 2019 erhöht. Ein Teil der Mittel fließt nun in „Babylon Berlin“.

Geld gibt’s auch aus der Hauptstadtregion: Das Medienboard Berlin-Brandenburg unterstützt die dritte Staffel mit 1,7 Millionen Euro, wie Medienboard-Geschäftsführerin Kirsten Niehuus sagte.

Die Nähe zu NRW lässt sich allerdings auch inhaltlich begründen, einerseits, weil Romanautor Volker Kutscher in Köln lebt, andererseits weil die Familie von Kommissar Rath aus der Domstadt stammt. Die Bewerber um die Statistenrolle mussten am Samstag Fragebögen ausfüllen, sich fotografieren lassen und erklären, ob sie etwa bereit sind, sich die Haare schneiden zu lassen. „Wir sind sehr, sehr zufrieden“, sagte Weber. Diejenigen, die nicht drangekommen seien, hätten noch eine weitere Chance bei einem Casting am nächsten Samstag in Düren bei Aachen. Ins Fernsehen kommt die neue Staffel zunächst Ende des Jahres bei Sky, die ARD zeigt sie im Herbst 2020.

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