Der eloquente Sportler

Mit seinem Boxstil hat Muhammad Ali die Welt begeistert. Foto: picture alliance / Ipol Joffe/Ip
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MUHAMMAD ALI

Die BBC strahlte in den 70er Jahren eine Talkshow mit Michael Parkinson aus, in der er jedes Mal eine andere Persönlichkeit interviewte. Dort sah ich zum ersten Mal Muhammad Ali. Vor der Sendung wusste ich schon, dass er ein Ausnahmeboxer war. Ich dachte, er sei bestimmt einer dieser Sportler, die sich nicht richtig artikulieren können. Wie falsch ich lag! Ali sah fantastisch aus, war clever, lustig, eloquent, ein echter Superstar. Ich hatte bis dahin nie einen Schwarzen gesehen, der wie er auftrat, weil ich nur Stereotype aus den Medien kannte: als Landarbeiter in Amerikafilmen oder in lustigen Nebenrollen der Polizeiserien. Ali führte den Amerikanern ihre Probleme vor Augen, er symbolisierte alles, womit das Land Schwierigkeiten hatte. Als Schwarzer kämpfte er für Bürgerrechte, als Soldat stellte er sich gegen den Vietnamkrieg und weigerte sich, dort zu kämpfen. Ich ließ mir nach der Sendung alles über seinen berühmten Kampf in Kinshasa erzählen, den „Rumble in the Jungle“. Wie jeder Zuschauer dachte ich, dass Ali keine Chance gegen Foreman hätte, weil Ali seinem Gegner das Gefühl gab, bereits gewonnen zu haben. In den ersten Runden kassierte er Prügel, Foreman war größer, jünger und stärker, er drosch richtig auf ihn ein, verausgabte sich. Und als Ali endlich zurückschlug, war Foreman bereits völlig erschöpft.

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