Foto: Julia Cawley / Ars Vivendi
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Schnelle Küche So schmeckt die Dorade beerenstark

Kleiner Aufwand, großer Genuss: Einfache Rezepte aus unserer Redaktion. In Folge 61 bereiten wir Fisch süß, scharf, fruchtig zu.

Im Supermarkt gibt es sie natürlich alle schon als Importware: Blau-, Him-, Brom- und Erdbeeren. Aber wer's, wie ich, nicht lassen kann, weil die Gier nach Frühsommer und Sonnenaromen einfach zu groß ist, kauft sich schon mal ein paar unsinnig teure, unter Folie gezogene deutsche Erdbeeren am Obststand. Erstmal dran schnuppern, wenn sie intensiv duften, halten sie meist auch, was die Nase verspricht. Ich hatte Glück: Zucker dran, einen kleinen Schuss Sahne drüber, frisches Butterbrot dazu - mmh! - wie früher daheim im Garten.

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Freundlicherweise ist auch ein Buch erschienen, das uns rechtzeitig den Mund wässrig macht: "Hello Berries" (Ars Vivendi) liefert 50 Rezepte für Desserts, Kuchen, Drinks, Eis, aber auch beerenstarke Ideen für herzhafte Gerichte. Ein Buchtitel, der mit "Hello" beginnt - da klingelt doch was. Na klar, es handelt sich um das erfolgreiche Autorinnen-Trio Cawley, van Deelen, Schäper. Die drei - Fotografin, Rezepte-Entwicklerin und Fotografin - kennen wir von mindestens zwei anderen Bänden. "Hello Snow" und "Hello Santa". Sie schürten damit die Winter-Sehnsucht nach Skandinavien und seine Schneemassen mit hyggeligen Rezepten und vor allem grandiosen Landschaftsfotos, und das trotz der albernen Titel. Beide sind sehr empfehlenswerte Bilder-, Koch- bzw. Backbücher für faule Nachmittage.

Das sind die Süßesten: Walderdbeeren, die mittlerweile aber auch im großen Stil kultiviert werden. Die Mini-Sorten kann man aber auch an einer sonnigen Stelle gut zu Hause auf dem Balkon oder im Garten anbauen. Foto: Julia Cawley / Ars Vivendi / promo Vergrößern
Das sind die Süßesten: Walderdbeeren, die mittlerweile aber auch im großen Stil kultiviert werden. Die Mini-Sorten kann man aber auch an einer sonnigen Stelle gut zu Hause auf dem Balkon oder im Garten anbauen. © Julia Cawley / Ars Vivendi / promo

Nun sagt das Autorinnentrio also dem Winter bye-bye und fällt im neuen Band gleich mit der Rezepttür ins Haus. Ein paar Moodfotos samt Warenkunde gibt's diesmal nur am Ende. Für alle Fans der Reihe erstmal eine Enttäuschung, weil es kaum was zu schmökern gibt. Wer gern kocht und backt, beruhigt sich aber spätestens auf den zweiten Blick. Denn Saskia van Deelens Rezepte sind gewohnt ungewöhnlich. Und ihre Beerenliebe spürt man in jedem Kapitel. Wer gern leicht frühstückt, nimmt sich die Mini-Pancakes mit Brombeer-Ragout vor oder die Erdbeer-Birnen-Konfitüre mit rosa Pfefferbeeren. Bäcker:innen geht beim Zupfbrot mit Beerenbutter, Briocheschnecken mit weißer Schokolade und Beeren-Zweierlei das Herz auf oder beim Stachelbeer-Pfirsich-Cobbler mit Kardamom.

"Hello Berries - Kochen, backen und Genießen mit Beeren". Julia Cawley, Saskia van Deelen, Vera Schäfer, 2021 Ars Vivendi, 172 Seiten, 24 Euro Foto: Ars Vivendi / promo Vergrößern
"Hello Berries - Kochen, backen und Genießen mit Beeren". Julia Cawley, Saskia van Deelen, Vera Schäfer, 2021 Ars Vivendi, 172 Seiten, 24 Euro © Ars Vivendi / promo

Dessertfans gehen in die Knie bei Sommerbeeren-Rolls mit Schokodip, New-York-Cheesecake im Glas mit Erdbeeren, Holunderparfait-Gugl mit Kürbiskern-Crunch oder Kir-Royal-Sorbet. Die herzhafte Seite des Buches überblättert man bei so viel süßer Versuchung beinahe, aber wie van Deelen in leicht nachzukochenden Gerichten Fruchtigkeit, Säure, Süße und Salziges kombiniert, das hat was. Rinderfilet mit Preiselbeer-Wacholderjus serviert sie auf Kartoffelbrei, gebackene Auberginen mit Dattelmus, Joghurt und Johannisbeeren, Pfifferling-Gorgonzola-Risotto mit scharfen Chili-Blaubeeren. Moderne Hausfrauenkost, kein bisschen langweilig, sondern sehr Tafelrunden-tauglich. Also probieren wir am Freitag-ist-Fischtag mal unseren Mittelmeer-Favoriten Dorade im feurigen Zusammenspiel mit Früchten.

Mal ausprobieren, Obst und Gemüse auf dem eigenen Balkon anzubauen? Dann ist dies hier die richtige Lektüre aus unserem T-Plus-Angebot!

DAS REZEPT: Gebratenes Doraden-Filet mit süß-scharfer Erdbeersalsa und Tortilla Crunch

Zutaten (für 4 Personen)
für die Salsa
500 g Erdbeeren
2 Frühlingszwiebeln
1 rote Chilischote
1/2 Bund Koriandergrün
für das Dressing
1 EL Zitronensaft
2 EL heller Balsamicoessig
1 TL flüssiger Honig
1 EL Rapsöl
Salz und Pfeffer aus der Mühle
Chiliflocken
außerdem
4 Doradenfilets mit Haut (entschuppt und entgrätet)
Mehl zum Bestäuben
Butter zum Braten
Salz und Pfeffer aus der Mühle
8-10 würzige Tortillachips

Zubereitung
Die Erdbeeren waschen, putzen und klein würfeln. Die Frühlingszwiebeln waschen, putzen und in feine Ringe schneiden. Chilischote vom Stiel befreien, halbieren, die Kerne herauslösen, unter kaltem Wasser abspülen und
klein hacken. Erdbeeren, Frühlingszwiebeln und Chili in einer Schüssel mischen. Koriander waschen, trocken schütteln und fein hacken.

Für das Dressing Zitronensaft, Balsamicoessig, Honig und Rapsöl verrühren. Mit Salz, Pfeffer und Chiliflocken abschmecken. Dressing über die Erdbeer-Chili- Mischung geben und mit Koriander bestreuen.

Die Doradenfilets mit kaltem Wasser abspülen, trocken tupfen und die Hautseite mit Mehl bestäuben. Etwas Butter in einer Pfanne erhitzen. Die Fischfilets auf der Hautseite knusprig braten, nur kurz wenden und mit Salz und Pfeffer würzen.

Die Filets mit der Erdbeersalsa anrichten, die Tortillachips zerbröseln und darüberstreuen.

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