Foto: Gräfe und Unzer Verlag/ Julia Hoersch
© Gräfe und Unzer Verlag/ Julia Hoersch

Schnelle Küche - Die tägliche Rezeptkolumne Ein Reisgericht ganz ohne Reis

Kleiner Aufwand, großer Genuss: Einfache Rezepttipps aus unserer Redaktion. In Teil 96 gibt es Gerstengraupen-Risotto.

Graupen - wie viele der älteren Generation haben darunter gelitten! Salzige Grütze. Sättigungsbeilage. Klang bis vor kurzem, als wolle einem jemand Nachkriegsessen schmackhaft machen. Aber in vielen Ländern sind Graupen ein Grundnahrungsmittel, eines mit Geschichte zudem, nachweisbar bis zurück ins 17. Jahrhundert. Kalorienarm, gut sättigend, noch besser verdaulich.

Heute kommen sie wieder in Mode, wir wollen gesund leben, Vielfalt essen. Vor allem die jungen Köche haben alte Getreidesorten und Körneralternativen neu für sich entdeckt.

Graupen gehörten noch bis vor einiger Zeit so wenig in meinen Vorratsschrank wie Quinoa und Co. Kein Mensch in meinem süddeutschen Umkreis hatte sie je auf den Tisch gebracht. Dann lernte ich Graupen während eines Ostsee-Urlaubes lieben. Das Restaurant des sehr empfehlenswerten kleinen Hotels "Charlottenhof" in Ahrenshoop servierte sie zu Seefisch, mit ganz unterschiedlichem Pesto "schlotzig" gemacht. Köstlich - und sehr bekömmlich.

Zu Hause wurde sofort ein Packung geholt. Seither erschnüffle ich die besten Graupen-Rezepte, bisher lauter Treffer und am Ende schnell gemacht, wenn man denn nicht vergisst, die geschälten Gerstenkörner am Vorabend einzuweichen. Denken Sie also dran, wenn Sie dieses hier ausprobieren, ich lege es Ihnen ans Herz. Es stammt aus dem bereits empfohlenen, bei Gräfe und Unzer erschienenen Bildband "Der Geschmack von Kopenhagen". Ein sämiges Vergnügen, eine frühlingshafte Augenweise mit Erbsen und ordentlich Kresse obenauf. Denn Kräftig-Deftiges passt sehr gut zum mit Weißwein und Ziegenkäse geköchelten Pseudo-Risotto.

DAS REZEPT

Zutaten (für 4 Personen)
700 ml Gemüsefond (aus dem Glas)
250 g (Gersten-)Graupen
150 g frische oder TK-Erbsen
2 Schalotten
1 Knoblauchzehe
200 g Ziegenweichkäse
2 Schalen Kresse
4 EL Rapsöl
100 ml trockener Weißwein
Salz, Pfeffer

Zubereitung

Den Fond in einem Topf aufkochen. Herd ausschalten, Graupen zufügen und über Nacht zugedeckt quellen lassen.

Am nächsten Tag die TK-Erbsen in ein Sieb schütten und über einer Schüssel antauen lassen. Ansonsten lieber frische Erbsen pulen, die gibt es ja gerade.

Schalotten schälen und fein würfeln. Knoblauch schälen und sehr fein hacken. Käse grob würfeln. Kresse waschen, trockenschütteln und vom Beet schneiden. Graupen in ein Sieb abgießen, den restlichen Fond abfangen.

Öl in einem Topf erhitzen. Zwiebel und Knoblauch darin 1 Minute glasig dünsten. Graupen zugeben und ebenfalls 1 Minute anschwitzen. Mit dem Wein ablöschen und ihn bei mittlerer Hitze unter Rühren eiunkochen lassen. Den aufgefangenen Graupenfond zugießen und die Graupen unter Rühren kochen lassen., bis sie die Flüssigkeit fast vollständig aufgesogen haben.

Die Erbsen zugeben und ca. 3 Minuten mitkochen. Zuletzt den Käse unterheben und das Risotto mit Salz und Pfeffer abschmecken. In vier Schalen anrichten, mit Kresse bestreuen und servieren.

"Der Geschmack von Kopenhagen", Alexander Dölle und Sarah Schocke, Gräfe und Unzer 2020, 192 Seiten, 22 Euro Foto: Gräfe und Unzer Verlag / promo Vergrößern
"Der Geschmack von Kopenhagen", Alexander Dölle und Sarah Schocke, Gräfe und Unzer 2020, 192 Seiten, 22 Euro © Gräfe und Unzer Verlag / promo
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