Überzeugt auf ganzer Linie: das Gourmetmenü aus Arne Ankers "Brikz" in Charlottenburg Foto: Sabine Panzer/ Brikz
© Sabine Panzer/ Brikz

Lockdown-Lieblinge "Arne Anker hat mich am meisten überzeugt"

Wo Berliner Foodies Essen abholen oder bestellen. Hier nennt Weinexperte und Gourmetfestivalleiter Bernhard Moser seine Favoriten für Charlottenburg.

Bernhard Moser ist gebürtiger Österreicher, wohnt mit seiner Familie in Potsdam, arbeitet aber meist in Berlin, wo er in seiner Weinschule Berlin (Wilmersdorfer Str. 18, Charlottenburg) seit 2004 Weinseminare und Verkostungen anbietet. Sein Feinschmeckerfestival eat! Berlin bringt jedes Jahr Gourmets und Spitzenköche zusammen, statt im Frühjahr findet sie dieses Jahr vom 28. Oktober bis 7. November statt.

Betreibt eine Weinschule, organisiert die eat! Berlin, kümmert sich für den Dehoga um die Nöte der Spitzengastronomie: Wenn Bernhard Moser bestellt, wird es also sehr fein! Foto: Pia Negri Vergrößern
Betreibt eine Weinschule, organisiert die eat! Berlin, kümmert sich für den Dehoga um die Nöte der Spitzengastronomie: Wenn Bernhard Moser bestellt, wird es also sehr fein! © Pia Negri

Ihr Bestellgebiet?
Charlottenburg bzw. bei den Fine-Dining-Boxen ganz Berlin.

Die Rettung nach einem langen Tag im Homeoffice
Ich fahre immer noch jeden Tag ins Büro, weil ich daheim nicht gut arbeiten kann. Mein Team ist großteils im Homeoffice und wir sind hier mit Luftreinigern etc. ausgestattet, so dass ich einen sicheren Arbeitsplatz habe. Dementsprechend muss ich gar nicht wirklich gerettet werden, aber wenn ich einen schönen Tagesabschluss brauche, dann gestalte ich den mit Riesling oder Spätburgunder.

Doch lieber selber kochen? Hier gibt es jede Menge einfache Rezepte für jeden Tag.

Das hab ich mir gegönnt
Ich gönne mir und meinem Team ab und zu Take-away-Essen von den Berliner Sterneköchinnen und -köchen. Da erleben wir großartige Dinge! Geschmacklich hat mich bisher Arne Anker (Chef im neu eröffneten Brikz) am meisten überzeugt, er hat wirklich seinen unnachahmlichen Stil sehr gut in das Heimwerkerset übersetzt. Vorgestern hatte ich eine großartige mexikanische Box vom Sternerestaurant Cordo. Sie war handwerklich leicht umzusetzen und geschmacklich großartig. Ein weiteres Highlight war das Menü zum Selberanrichten vom Rutz Zollhaus. Nachhaltig in Erinnerung blieb mit aber auch das Hühnerfrikassee von Sonja Frühsammer, das sie im ersten Lockdown im Glas verkaufte. Bei Bini Lee im Kochu Karu kann man sehr gut koreanisches Essen bestellen, das man dann in einem Weinladen abholen kann. Diese Pick-up-Stationen sind gut in der Stadt verteilt, sodass keiner weit fahren muss.

Ein Favorit in meinem Kiez
Delivery ist eine, aus kulinarischer Sicht, hochkomplexe Sache. Pizza, Pommes und Burger sind völlig ungeeignet, um sie sich liefern zu lassen. Am besten gehen Dinge, die in Saucen warm gehalten werden, und da ist mein Favorit die indische Küche. In meiner Nähe gibt es zwei Läden, mein absoluter Favorit ist das Prema Restaurant in der Wundtstr. 9 und an Platz zwei, auch wegen der Nähe zu meinem Büro, das Himalaya in der Thrasoltstr. 2.

Das will ich unbedingt bald ausprobieren …
Auf der „to-eat-Liste“ steht die Azubi-Box vom Restaurant Facil.

Kommt wie gerufen: Hier sind noch mehr Lockdown-Lieblinge von sechs Berliner Foodies (Abo). Hier finden Sie Eva Biringers Empfehlungen für Kreuzberg-Friedrichshain; hier Michael Hetzingers Empfehlungen für die nördliche Mitte; hier Ursula Heinzelmanns Empfehlungen für Mitte.

Am meisten vermisse ich …
... die Fine-Dining-Restaurants. Mit dem Essen kann man sich gut versorgen, ich habe tolle Gerichte bekommen. Aber das Ritual, das Gespräch mit den Servicekräften und dem Küchenchef, das Ambiente ... das fehlt mir doch sehr.

Diese Idee hat mich begeistert
Ich bin Teil einer Truppe, wir verreisen ein Mal im Jahr in eine Gourmetmetropole Europas und essen uns dort durch die Restaurants. Einer, mein Trauzeuge, lebt in Dublin, ein anderer Freund in Wien, wieder ein anderer im Salzburger Land und einer kommt sogar aus Niedersachsen. Seit dem ersten Lockdown treffen wir uns jeden Mittwoch auf Zoom, trinken vorher thematisch festgelegten Wein und quatschen dort mindestens zwei Stunden. Das ist ein Treffen, auf das ich mich jede Woche freue.

Da geh ich hin, wenn der Lockdown zu Ende sein wird
Ich freue mich wahnsinnig, mal wieder mit der ganzen Familie Sonntag mittags in die Villa Kellermann in Potsdam zu gehen. Ich werde auch ganz schnell wieder im Bistro der Frühsammers speisen und, was ich unbedingt bald machen will, mit meiner großen Tochter (6) ins Bayrische Haus zum Schwimmen und Lunchen.

In dieser Serie fragen wir Genussexperten und Foodies, wo sie in ihrem Kiez am Liebsten Essen bestellen, was sie in der Krise am meisten vermissen und worauf sie sich freuen, wenn die Gastronomie wieder öffnen darf.
Bisher verrieten ihre Lieblingsorte Michael Hetzinger, Mary Scherpe, Alexandra Laubrinus, Felicitas Then, Per Meurling, Ursula Heinzelmann, Eva Biringer, Daniel Finger und Peter Eichhorn.

 

Zur Startseite