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Menschen feiern im Club in Berlin. Foto: Sophia Kembowski/dpa
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Zum Tag der Clubkultur Am Wochenende können Berliner in Kreuzberger Kirche feiern

Zum zweiten Mal findet der „Tag der Clubkultur“ statt. Der Club Tresor lädt zur „Electronic Church“ in der St. Thomas-Kirche ein.

Wer sich einmal mit Leuten unterhalten hat, die in Berlin viel feiern gehen, weiß: Techno und Kirche sind zwei Begriffe, die gar nicht so weit voneinander entfernt sind, wie man denken könnte. Normalerweise ist mit der „Church of Techno“ das Berghain gemeint, zu dem Hunderte, vielleicht sogar Tausende vor Corona jeden Sonntag pilgerten, um im schönsten schwarzen Aufzug durch ballernde Bässe (und eventuell berauschende Substanzen) Läuterung zu erfahren.

Die gute Nachricht für alle, die diese Form des religiösen Auslebens die letzten eineinhalb Jahre vermisst haben: Das Berghain öffnet Samstagnacht wieder seine Innenräume als Club, nachdem diese zuletzt nur im Rahmen einer Ausstellung besucht werden konnten.

Wer es nicht am Türsteher vorbei- schafft oder sowieso Lust auf etwas weniger Exzess hat, kann an diesem Wochenende erleben, wie sich Techno in einer richtigen Kirche anfühlt. Denn der Techno-Club Tresor lädt zur „Electronic Church“ in die evangelische St.Thomas-Kirche in Kreuzberg ein.

Unter dem Motto „Safer Spaces – Build Bridges not Walls“ (Orte mit mehr Sicherheit – Brücken statt Mauern bauen) stehen von Freitag bis Sonntag Konzerte mit elektronischer Musik, Tanz-Performances, Video-Installationen und ein „experimenteller Gottesdienst“ am Sonntag auf dem Programm.

Sowohl in der Kirche als auch in Clubs gehe es darum, Orte zu schaffen, an denen sich Menschen sicher fühlen können, heißt es von den Veranstalter:innen. Die Veranstaltung findet als „3-G- Event“ statt, es gilt also Maskenpflicht in den Innenräumen. Der Eintritt ist kostenlos, es gibt jeweils zwei Zeitslots: am Sonnabend von 19 bis 21.45 Uhr und von 22 bis 23.30 Uhr und am Sonntag von 15 bis 16.30 Uhr.

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Der letzte Slot am Sonntag von 17.45 Uhr bis 22 Uhr soll ein Tribut an drei Künstler:innen sein, die 2020 und 2021 verstorben sind: Dabei sollen Sets der Anfang August verstorbenen US-Techno-Musikerin Kelli Hand aus Detroit, des im Mai gestorbenen US-House-Musikers Jasen Loveland und des Detroiter Technoproduzenten Mike Huckaby gespielt werden, der 2020 an Covid-19 starb.

Diese letzte Veranstaltung ist auch Teil des Berliner „Tags der Clubkultur“, der am Sonntag stattfindet und bei dem es in zahlreichen Locations in der Stadt besondere Events gibt. Der Tag wurde im letzten Jahr unter anderen von der Clubcommission, einem Interessensverband der Berliner Clubbetreiber:innen, und dem Kultursenator ins Leben gerufen.

Die St.-Thomas-Kirche in Kreuzberg. Foto: imago images/POP-EYE/Christian Behring Vergrößern
Die St.-Thomas-Kirche in Kreuzberg. © imago images/POP-EYE/Christian Behring

Zum Tag der Clubkultur gehören auch Preisgelder in Höhe von jeweils 10 000 Euro, mit denen in diesem Jahr 40 Clubs und Kollektive für ihr soziales Engagement oder neue Ideen für die Berliner Clubkultur ausgezeichnet wurden, darunter die Clubs Tresor, Mensch Meier und SO36 sowie die Kollektive Buttons, Pornceptual und TrashEra.

„Dass wir diesen Tag nun zum zweiten Mal durchführen können, ist für uns ein großes Zeichen der Wertschätzung – vor allem auch, weil wir damit nach der schweren Zeit der Pandemie einige Clubs und Akteur:innen finanziell unterstützen können“, sagt Lutz Leichsenring, Sprecher der Clubcommission.

Ein solches Event sei auch wichtig für das Selbstbewusstsein der Szene. „Das Konzept des Tags der Clubkultur ist auch, zu zeigen, dass Clubs mehr sind als dunkle Räume und Technomusik“, sagt Leichsenring. Deshalb seien viele der Veranstaltungen interdisziplinär: Es gibt Ausstellungen, Kunst- und Musikperformances, Talks. Die Veranstaltungen sollen drinnen und draußen stattfinden, drinnen jedoch größtenteils nur für geimpfte und genesene Personen. Weitere Infos: tagderclubkultur.berlin

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