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Seit rund 30 Jahren gibt es den Wagenplatz neben dem autonomen Hausprojekt „Köpi“ in Mitte. Nun soll er am 15. Oktober geräumt werden. Foto: Doris Spiekermann-Klaas
© Doris Spiekermann-Klaas

„Wir werden alle Mittel nutzen, um uns zu verteidigen“ Proteste und Aktionen gegen Räumung des Köpi-Platzes angekündigt

Am 15. Oktober soll der Wagenplatz neben dem autonomen Wohnprojekt „Köpi“ in Berlin-Mitte geräumt werden. Dessen Bewohner wollen die Räumung nicht hinnehmen und rufen zu mehreren Demos auf. 

In zwei Wochen soll der Wagenplatz des autonomen Hausprojektes „Köpi“ in der Köpenicker Straße 133-136 in Berlin-Mitte geräumt werden. Der Räumung wollen Bewohner:innen und Unterstützer:innen allerdings „nicht stillschweigend zusehen“: Bereits im Vorfeld ruft die autonome Szene zu mehreren Demonstrationen und „dezentralen Aktionen“ auf. 

„Wir werden alle Mittel nutzen die uns zur Verfügung stehen, um uns zu verteidigen“, heißt es in einem Aufruf der Bewohner:innen.

Eine erste größere Demonstration soll an diesem Sonnabend um 20 Uhr am Köpi-Wagenplatz starten. Von dort aus soll die Demo über die Warschauer Straße nach Friedrichshain und unter anderem auch durch die Rigaer- und Liebigstraße ziehen – der Kiez ist ein Hotspot der linksautonomen Szene. 

Die Organisator:innen selbst sprechen davon, „in und um unsere rebellischen Kieze, direkt auf unseren Straßen“ demonstrieren zu wollen. In der Rigaer Straße befindet sich mit der Hausnummer 94 eines der bedeutendsten Szeneobjekte der Linksautonomen. Dass diesem nun ein Räumungsprozess für die Kneipe „Kadterschmiede“ droht, dürfte die Stimmung weiter anheizen. In unmittelbarer Nachbarschaft wurde vor knapp einem Jahr mit der „Liebig 34“ ein weiteres Szeneobjekt geräumt.

Laut Polizei sind für die Demonstration am Sonnabend 1000 Teilnehmende angemeldet. Zu der Frage, wie sich die Polizei vorbereitet, wollte sich ein Sprecher aus einsatztaktischen Gründen nicht konkret äußern. In verschiedenen Aufrufen, die unter anderem auf dem Messengerdienst Telegram verbreitet werden, kündigen Autonome zudem „dezentrale Aktionen“ an. 

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In der Vergangenheit war es vor Räumungen – etwa bei der Liebig 34 – immer wieder zu Brandanschlägen auf Autos und Sachbeschädigungen etwa bei den Büros von Immobilienunternehmen gekommen. Die Strategie der Autonomen dabei: Chaos verbreiten, an möglichst vielen Orten gleichzeitig.

Eine weitere Demonstration ist für den 9. Oktober ab 18 Uhr angekündigt. Diese soll unter dem Motto „United in Anger“ am selbsterklärten „Dorfplatz“ der Autonomen in der Rigaer Straße starten und am Köpi-Platz in Mitte enden. Anlass der Demo ist neben der anstehenden Räumung auch der Jahrestag der Räumung der Liebig 34. Auch für den Räumungstag des Köpi-Wagenplatzes am 15. Oktober sind mehrere Kundgebungen und Demonstrationen angekündigt. 

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